Hirschaid
Fest

Buntes Hirschaid mit Bratwurst und Barane

"Hirschaid ist bunt" brachte erneut Einheimische und Flüchtlinge zum kulturellen und kulinarischen Austausch zusammen.
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Sie halten im wahrsten Sinne des Wortes das Motto der Veranstaltung hoch. Foto: Andrea Spörlein
Sie halten im wahrsten Sinne des Wortes das Motto der Veranstaltung hoch. Foto: Andrea Spörlein
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Zum zweiten Mal feierte man in Hirschaid vor dem Rathaus ein buntes Fest als Zeichen für "Offenheit, Toleranz und Solidarität mit den Flüchtlingen und Asylsuchenden in Hirschaid". Elke Eberl (CSU), die zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde, dankte insbesondre den Initiatoren der Veranstaltung mit Horst Auer, Albert Demel, Sigrid Oppelt und Richard Simon für ihr Engagement.

Durch die Veranstaltung führte Marktgemeinderat Horst Auer (SPD), der mit seinem Team ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatte. Neben Informationen zur Arbeit des Helferkreises und zur Betreuung der minderjährigen Jugendlichen in Hirschaid zeigten die Mädchen vom Tanz-Rhythmus Hirschaid und die Kleinsten vom TSV Hirschaid ihr Können.
Für die musikalische Umrahmung sorgte der Frauengospelchor "The Newcomers" aus Sassanfahrt unter der Leitung von Maria Kauzner und die Gruppe "Fresh". Viel Applaus erhielten die unbegleiteten Jugendlichen für ihren Auftritt und ihrer Performance zu fetzigen Discorhythmen.

Trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse kamen zahlreicher Hirschaider vor dem Rathaus zusammen, um zu zeigen, dass "Hirschaid offen und tolerant ist und keine dumpfen rechten Parolen, von wem auch immer braucht", wie es eine Besucherin auf Erlach formulierte. Sie will sich zukünftig in der Unterkunft in Sassanfahrt engagieren.

Otto Bezold, Einrichtungsleiter der Caritas-Jugendhilfe, freute sich sehr darüber, "dass Hirschaid so bunt ist und so einen großen Schatz an Ehrenamtlichen hat". Er ist sehr dankbar über das Engagement der vielen Helfer vor Ort für die Jugendlichen. Ganz gleich ob das nun bei Deutschkursen, bei der Vermittlung von Praktika oder bei der Freizeitgestaltung in den Vereinen ist. Gut gefallen hat ihm darüber hinaus die Kooperation mit der Grund- und Mittelschule Hirschaid, bei der ein internationales Kochbuch entstanden ist.

Die angebotenen Speisen, ganz gleich ob nun Japra, Herisa, Barane oder Fasulye mit Reis wurden ausgiebig probiert. Insbesondere die Spezialitäten, die die unbegleiteten Jugendlichen nach Rezepten aus ihren Heimatländern gekocht hatten, bekamen großes Lob. Natürlich durften fränkische Bratwürste und Steaks an diesem Nachmittag auch nicht fehlen.

Das kulinarische Angebot hätte ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die sich in Hirschaid, um die Flüchtlinge und Asylbewerber kümmern, nicht angeboten werden können. Im Vorfeld wurden gemeinsam Speisen ausgewählt, Zutatenlisten geschrieben und die Nahrungsmittel besorgt, so Brigitte Kestler, die ihr Engagement im Rahmen des Helferkreises als "Bereicherung" empfindet. Gleichzeitig ist sie sicher, dass ohne die vielen Helfer "die Politik aufgeschmissen wäre!".

Ähnlich sieht es auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz (SPD), der die Veranstaltung als ein "tolles Beispiel für ein gelebtes Miteinander verschiedener Kulturen" bezeichnete. Integration kann für ihn "nur vor Ort gelingen und nicht in Berlin oder München verordnet werden". Für seinen Bundestagskollegen Thomas Silberhorn (CSU) ist es genauso wichtig, im Hinblick auf die Herkunftsländer der unbegleiteten Flüchtlinge in Hirschaid, vorwiegend aus Afrika, dass von Seiten der Bundesrepublik Maßnahmen ergriffen werden "die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern". Ohne dabei gleichzeitig autokratische Regime zu unterstützen. In einer ökumenischen Friedensandacht mit Pfarrer Eckhard Mattke und Pastoralreferent Günther Streit wurde an den "langen und beschwerlichen Weg der Flüchtlinge" erinnert.
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