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Bundesweiter Vorlesetag - auch in Bamberg: Das Kino im Kopf

Beim bundesweiten Vorlesetag nahm auch die Gangolf-Schule teil. Es lasen unter anderem Melanie Huml und Wolfgang Metzner.
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Melanie Huml wird von ihren jungen Zuhörern umringt. Foto: Ronald Rinklef
Melanie Huml wird von ihren jungen Zuhörern umringt. Foto: Ronald Rinklef
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Schüler und Schülerinnen der Gangolf-Schule sitzen aufgeregt in einen Stuhlkreis zusammen. Denn heute ist kein normaler Schultag. Bekannte Bamberger wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) besuchen die Schule und lesen vor.

Bereits zum zweiten Mal nahmt die Gangolf-Schule an dem bundeweiten Vorlesetag teil. Rektor Norbert Bocksch hat ihn nicht nur dazu genutzt, um vorlesen zu lassen, sondern auch, um auf die Situation von Migranten-und Flüchtlingskindern aufmerksam zu machen. "Es wird immer viel und überall von Migranten und Flüchtlingen geredet. Deshalb habe ich Politiker eingeladen, damit sie mal vor Ort sehen, wie unsere Lehrer mit den Kindern arbeiten", sagt der 63-Jährige.

Der Rektor erklärt, warum Vorlesen für Kinder so wichtig sei. "Vorlesen berührt die Seelen der Kinder und zwar anders als im Film und Fernsehen. Sie haben dann selber ein Kino im Kopf", erzählt er. Außerdem hätte man beim Vorlesen immer die Möglichkeit nachzufragen, wenn etwas unklar geblieben wäre. Auch für Kinder mit einen Migrationshintergrund sei das Vorlesen wichtig, da sie dadurch ein Stück unserer Kultur kennen lernen würden, so Bocksch. Er hat auch einen Ratschlag für Eltern: "Am besten ist es, wenn Eltern ihren Kindern jeden Abend eine Viertelstunde vorlesen."

Da die Gangolf-Schule eine multikulturelle Schule ist, wird nicht nur auf Deutsch vorgelesen. In der Ganztagesklasse 2A lesen Eltern verschiedener Nationen Bücher jeweils einmal in ihrer Muttersprache und einmal auf Deutsch vor. Die Klasse 2A sei die Klasse mit den größten Migrantenanteil, so der Rektor.

Pünktlich um acht Uhr geht es dann auch schon los. Bürgermeister Wolfgang Metzner liest für die Klasse 2B aus dem Buch "Cowboy Klaus und die wüste Wanda" vor. In einen Kreis sitzend lauschen die Zweitklässler gespannt den Abenteuern von Cowboy Klaus. Wenn einer der Charaktere im Buch sich auf das linke Schienbein klopft, so müssen es die Kinder ihm gleichtun. So kommen die Kleinen auch in Bewegung. Anschließend stellt der Bürgermeister noch Fragen zum Buch, welche die Kinder gekonnt meistern.

Auch Melanie Huml zeigt sich als begeisterte Vorleserin. "Vorlesen ist natürlich sehr wichtig. Bei mir daheim muss ich gerade aber nur Feuerwehrbücher vorlesen. Mein Sohn will nichts anderes hören", lacht sie. In der Klasse 4A stellt die 40-Jährige das Buch "Hinter verzauberten Fenstern" von Cornelia Funke vor. Um den allen Kindern die Illustrationen zu zeigen, setzt sie sich schließlich in die Mitte des Kreises. Sofort wird sie von allen umringt und ist für kurze Zeit sogar in der Kindermeute verschwunden.

Auch die jungen Zuhörer zeigen sich begeistert. "Mir hat die Vorlesestunde sehr gut gefallen", erzählt José (elf Jahre) "und die Geschichte war auch sehr spannend", fügt Sipana (zehn Jahre) hinzu.

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