Schnelles Internet ist noch nicht überall verfügbar. Warum der Breitbandausbau unterschiedlich voranschreitet, hat mehrere Gründe: In manchen der 36 Gemeinden des Landkreises Bamberg bauen die Netzbetreiber einen Teil des kommunalen Gebietes auf eigene Initiative aus. Andere Gemeinden sind auf die finanzielle Unterstützung durch das Förderverfahren des Freistaats Bayern angewiesen. Bis 2018 sollen demnach alle Gemeinden auf einen ähnlichen Stand gebracht werden. In unserer vierteiligen Serie geben wir einen Überblick zum derzeitigen Stand des Ausbaus.

Wie kompliziert die Situation in den einzelnen Gemeinden ist, zeigt sich am Beispiel Viereth-Trunstadt. Hier bietet Kabel Deutschland vereinzelt schon bis 100 Mbit/s an, außerdem will die Telekom nach Gemeindeangaben bis 2018 weitere Teile eigenwirtschaftlich ausbauen. Dann sollen in den Kernorten Viereth und Trunstadt Download-Geschwindigkeiten von 30 bis 50 Mbit/s möglich sein. Andere Gemeindeteile sind hingegen im Förderverfahren des Freistaats und sollen bereits bis Dezember 2016 ausgebaut sein.


Manchmal hilft nur LTE-Funk

Und es gibt weitere Besonderheiten unter den Gemeinden: So wurden große Teilbereiche von Bischberg schon vor fünf Jahren mit dem schnellen Internet durch die Telekom, aber auch durch M-net versorgt. Und in Kemmern hat die Telekom bereits 2008 mit der Investition in das Breitband begonnen. Der Konzern rüstet die Gemeinde weiter auf höhere Bandbreiten um.

So unterschiedlich das einzelne Vorankommen beim Internet-Ausbau ist, eines haben die neun hier genannten Kommunen gemein: Ab 2016 werden die Gemeinden ihre geförderten Gebiete mit schnellem Internet erschlossen haben. Dennoch bleiben Lücken, Aussiedlerhöfe beispielsweise werden nur selten ans Breitbandnetz angeschlossen. Manche können wenigstens auf LTE-Funk zurückgreifen.

Ähnlich ist die Situation in den anderen Gemeinden dieser Serie. So haben wir in unserem ersten Teil auf Priesendorf, Lisberg, Walsdorf, Pommersfelden, Burgebrach, Schönbrunn, Schlüsselfeld, Burgwindheim und Ebrach geblickt. Im dritten Teil wird es um Hallstadt, Gundelsheim, Breitengüßbach, Zapfendorf, Memmelsdorf, Scheßlitz, Wattendorf, Stadelhofen und Königsfeld gehen.


Ein Überblick über die neun Gemeinden im Westen/Nordwesten von Bamberg:


1. Gerach:

Einwohner: ca. 970
Ortsteile: 3
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
70 117 Euro
Ausbaustand: Teile von Gerach bereits mit mind. 30 Mbit/s ausgebaut, Teil von Gerach und Mauschendorf im Ausbau auf bis 50 Mbit/s
Betreiber: Telekom

2. Reckendorf:

Einwohner: ca. 2060
Ortsteile: 5
Förderung: 70 %
Eigenanteil:
114 739 Euro
Ausbaustand: In Teilen von Reckendorf bereits mind. 30 Mbit/s, in Laimbach, Ober-/Untermanndorf, Zeitzenhof und Reckendorf später bis 50 Mbit/s
Betreiber: Telekom

3. Baunach:

Einwohner: ca. 4200
Ortsteile: 8
Förderung: 70 %
Eigenanteil:
262 681 Euro
Ausbaustand: In Dorgendorf und Teilen von Baunach 50 Mbit/s möglich. Ausbau auf bis 50 Mbit/s in Baunach, Reckenneusig, Godeldorf-Godelhof, Priegendorf u. Daschendorf, im Industriegebiet Eichen auf bis zu 100 Mbit/s
Betreiber: Telekom

4. Lauter:

Einwohner: ca. 1200
Ortsteile: 6
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
38 218 Euro
Ausbaustand: Teilgebiete von Lauter und von Deusdorf erreichen schon bis zu 50 Mbit/s, nach Ausbau in Gemeindeteilen Leppelsdorf, Appendorf und in den Teilbereichen des Ortsteils Deusdorf und Lauter dann 32 bis 50 Mbit/s möglich
Betreiber: Telekom

5. Oberhaid:

Einwohner: ca. 4600
Ortsteile: 5
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
39 338 Euro
Ausbaustand: Oberhaid gilt als ausgebaut. Hier sind bereits bis 100 Mbit/s, in anderen Gemeindeteilen später bis 50 Mbit/s möglich, im Gewerbegebiet Unterhaid später dann sogar bis zu 100 Mbit/s
Betreiber:
u.a.Telekom

6. Viereth-Trunstadt:

Einwohner: ca. 3650
Ortsteile: 4
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
62 015 Euro
Stand: In Viereth und Trunstadt sind 16 Mbit/s möglich. Die Telekom will eigenwirtschaftlich auf bis zu 50 Mbit/s ausbauen, später im Industriegebiet auf bis zu 200 Mbit/s. Teilw. über Kabel Deutschland 100 Mbit/s möglich.
Betreiber: Telekom

7. Bischberg:

Einwohner: ca. 6300
Ortsteile: 5
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
38 486 Euro
Ausbaustand: Weite Teile seit 2011 auf bis zu 50 Mbit/s, Tütschengereuth aktuell ausgebaut. Markterkundung für Bereich östlich des Rothofweges in Bischberg und östlichen Teil des Gewerbegebietes Trosdorf läuft.
Betreiber: M-net/ Stadtnetz/Telekom

8. Kemmern:

Einwohner: ca. 2600
Ortsteile: 1
Förderung: n. möglich
Eigenanteil: entfällt
Ausbaustand: Bis 50 Mbit/s über Kabel oder per LTE-Funk möglich, da Telekom 2008/2009 investiert hat. 2015 rüstete Telekom auf VDSL um. Nach Ausbau 100, mindestens 30 Mbit/s
Betreiber: Telekom

9. Rattelsdorf:

Einwohner: ca. 4700
Ortsteile: 13
Förderung: 80 %
Eigenanteil:
circa 125 000 Euro
Ausbaustand: Rattelsdorf/Ebing 2012 auf bis 50 Mbit/s ausgebaut, nördl. Gemeindeteile derzeit mit bis 3 Mbit/s versorgt, später bis 50 Mbit/s.
Betreiber: Telekom