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Johannisfeuer

Brandgefahr: Finden die Johannisfeuer im Kreis Bamberg statt?

In den meisten Gemeinden und Vereinen herrscht trotz der Trockenheit Zuversicht, die traditionellen Feuer am Freitag oder Samstag abbrennen zu können.
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Johannisfeuer locken auch im Kreis Bamberg viele Menschen an.  Foto: Archiv/dpa
Johannisfeuer locken auch im Kreis Bamberg viele Menschen an. Foto: Archiv/dpa
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Kommt der große Regen oder nicht? Nicht wenige Veranstalter der traditionellen Johannisfeuer im Landkreis Bamberg dürften am Donnerstagnachmittag geradezu sehnsüchtig nach dem angekündigten Unwetter Ausschau gehalten haben. Denn nach 13 Tagen Trockenheit herrschte im Bereich der Beobachtungsstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Bamberg und Ebrach mit Warnstufe 5 die höchste Waldbrandgefahr. Nur unwesentlich entspannter stellt sich die Gefahr im Graslandfeuerindex dar. Dort gilt für den Raum Bamberg die Warnstufe 4.

Die Prognose für Freitag , 23. Juni, sah am Donnerstag angesichts der angekündigten Niederschläge allerdings nur noch die Waldbrandgefahrenstufe 2, beim Graslandindex sogar die Stufe 1. Für Samstag ist allerdings bei beiden Indizes schon wieder ein Anstieg auf Stufe 4 vorhergesagt.


Wenige bekannte Absagen

Wir wollten wissen, wie Veranstalter und Gemeinden, bei denen die Johannisfeier angemeldet werden müssen, mit der Situation umgehen und haben uns im Landkreis umgehört. Die einzigen Absagen, die uns bei einer stichprobenartigen, nicht repräsentativen Umfrage bekannt wurde, kommen aus Bamberg und Hallstadt. Die Bamberger Dompfarrei verzichtet heuer wegen der Trockenheit auf ihr Johannisfeuer am alten Rothof und lädt stattdessen zu einer Grillfeier mit Feuerschale im Hof des Dompfarrheims ein. In Hallstadt haben sich Veranstalter, Stadt und Feuerwehr "nach intensiven Gesprächen" entschieden, das Johannisfeuer abzusagen. Man bedauere dies, wolle aber "auf Grund der aktuellen Wetterlage kein Risiko eingehen", heißt es.

Mit der Entscheidung, ob die Feuer stattfinden können oder nicht, wollte man in Strullendorf noch bis Freitag warten. "Wir schauen noch, wie sich die Lage entwickelt", sagte Geschäftsleiter Arnold Engert am Donnerstagnachmittag. Im Gemeindegebiet sind insgesamt sieben Johannisfeuer angemeldet, zwei in Strullendorf sowie in Amlingstadt, Geisfeld, Mistendorf, Roßdorf und Zeegendorf. Zwei sollen bereits Freitagabend stattfinden.

Für alle gilt die Auflage, dass Feuerwehr vor Ort dabei sein muss. Sollte sich die Lage zwischenzeitlich nicht entspannen, werde die Gemeinde als zuständige Ordnungsbehörde die Veranstaltungen wohl absagen.


Feuerwehren sind vor Ort

Im Gemeindegebiet von Stegaurach sind ebenfalls mehrere Johannisfeuer geplant und angemeldet. Beim Ordnungsamt im Rathaus waren bis Donnerstagnachmittag noch keine Absagen eingegangen. "Es kann aber durchaus sein, dass Vereine als Veranstalter die Feuer selbst absagen, ohne uns das mitzuteilen", räumt Sven Berner vom Bürgeramt ein.

Der Scheßlitzer Bürgermeister Roland Kauper ging am Donnerstag davon aus, dass alle sieben Johannisfeuer stattfinden werden, die der Verwaltung gemeldet sind. Erstens seien die Standorte der Holzstöße durchweg unverfänglich, zweitens müssten überall die Feuerwehr und Schlauchleitungen parat sein. Und drittens sei es ja nicht zum ersten Mal um den Termin herum heiß und trocken. Laut Kauper sind die Veranstalter in jedem Jahr, unabhängig von der herrschenden Großwetterlage, verpflichtet, Vorsorge für den Brandfall zu treffen.

So findet am Freitag ab 19.30 Uhr auch das gemeinsame Johannisfeuer der Scheßlitzer Vereine e.V. statt - mit Tanzgruppen-Darbietungen, Live-Musik und Feuerrede von Pfarrer Georg Lohneiß. Trotzdem: Eine gewisse Verunsicherung hat Bürgermeister Kauper schon festgestellt. Immerhin hätten Vertreter zweier Vereine extra im Rathaus nachgefragt, ob das Abbrennen der Johannisfeuer heuer gestattet ist.

Die Verwaltungsgemeinde Burgebrach hat nach Auskunft eines Mitarbeiters im Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung die Warnung aus dem Landratsamt vor hoher Waldbrandgefahr weitergegeben und vorsorglich alle Feuerwehr-Kommandeure angeschrieben und informiert. Wie riskant ein Johannisfeuer zur Zeit ist, kommt nach den Worten unseres Gesprächspartners sehr auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten an. Nach seiner Erfahrung lassen die Veranstalter immer große Vorsicht walten. Nicht selten spritze die Feuerwehr einen zu trockenen Festplatz nass, um die Gefahren für die Umgebung zu minimieren.
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