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Pettstadt
Außendienst

Bosch-Azubis bauen Kinderspielplatz in Pettstadt

Auszubildende des Bamberger Bosch-Werkes trainieren fern der Werkstatt soziale Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein. In Pettstadt bauten sie jetzt einen Spielplatz.
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Jetzt noch die Erde und den Sand verteilen und der Spielplatz ist fast fertig. Foto: Werner Baier
Jetzt noch die Erde und den Sand verteilen und der Spielplatz ist fast fertig. Foto: Werner Baier
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Lisa Schönhofer hatte eine zündende Idee: "Bauen wir doch mal einen Spielplatz in Pettstadt!" Und schon sprang der Funke über auf eine Gruppe Auszubildender des Bamberger Bosch-Werkes, die sich sonst eher damit beschäftigen, wie man die beste Zündkerze noch besser machen kann. So kam es zu einem einwöchigen Außendienst einer Abteilung der Bosch-Lehrwerkstätten auf dem nach jahrzehntelanger Nutzung erneuerungsbedürftigen Spielplatz am "Lehenteil".

Eine "Win-win-Situation", von der alle Seiten profitieren. Das räumten der Bosch-Werksleiter Technik, Bernd Gschaider, und Bürgermeister Jochen Hack (FWG) gerne ein. Am meisten werden sich die Pettstadter Kinder freuen, wenn sie sich demnächst auf dem Gelände austoben dürfen. Und Bernd Gschaider kann ihnen zuschauen, wenn er an seinem Wahl-Heimatort einen Spaziergang macht.

Ja, die Arbeit habe allen Freude gemacht, versicherten die Auszubildenden, die ihre feinmechanischen Werkzeuge gegen Schaufeln, Schubkarre, Betonmischer und Wasserwaage tauschen mussten. Statt auf alle nur denkbaren Geräte einer gut organisierten Werkstatt zurückgreifen zu können, war Improvisation angesagt: Welcher Indus trielehrling hat schon mal für ein Fundament ausgeschachtet oder woher nimmt man auf einer solchen "Baustelle" Wasser?

Um ungewöhnliche Problemlösungen ging es, erläutert der Gesamtausbildungsleiter Franz Hubert. Auch um die Stärkung sozialer Kompetenz, Gruppendynamik oder die Verantwortung für die Gesellschaft ist man bei Bosch besorgt. Alle Auszubildenden des Bosch-Werkes absolvierten daher jährlich eine "soziale Woche". Wie sie ausgefüllt werden soll, dürfen die Jugendlichen selbst entscheiden. Der größte Erfolg stelle sich ein, wenn ein Projekt zur Durchführung komme, das von den Azubis selbst vorgeschlagen worden sei, ergänzt Hubert. Und genau das sei in Pettstadt der Fall gewesen, wo durch Lisa Schönhofer und Ex-Azubi Johannes Linz der Kontakt zwischen Gemeinde und Lehrwerkstatt geknüpft worden ist.

Hintergrund ist der Umstand, dass die Pettstadter Spielplätze teilweise erheblich sanierungsbedürftig waren, der erforderliche Aufwand nicht budgetiert war und der Ein-Mann-Bauhof mit den Arbeiten überfordert gewesen wäre. So hielt die Gemeinde 20.000 Euro für die Erneuerung der Einfriedung und der Spielgeräte bereit. Und das Bosch-Werk stellte eine Woche lang 15 Auszubildende für sämtliche anfallenden Arbeiten vom Zaunbau bis zur Montage hochwertiger Klettertürme. Damit spart die Gemeinde rund 20.000 Euro Arbeitslohn. Und ist höchst zufrieden, wie Bürgermeister Hack gegenüber den Jugendlichen, ihren Ausbildern und dem Werksleiter bestätigte. Das Treffen auf der Baustelle bezeichnete Hack als einen wunderbaren Anlass: "Wir bauen an der Zukunft", die Gemeinde ebenso wie das größte Industrieunternehmen der Region. Getreu dem Leitbild "BeQIK - Be Better - Be Bosch" hätten die jungen Handwerker binnen weniger Tage aus einer Brache einen vorbildlichen Spielplatz gestaltet und dabei viel Geschick bewiesen.

Dass die Schatten spendende Weide wegen der Erdarbeiten viel Wurzelwerk verlor und dürre Aste bekam, ist den Helfern aus Bamberg nicht anzulasten. Der Baum wird nach kräftigem Rückschnitt wieder neu austreiben.
Werksleiter Gschaider verhehlte einen gewissen Eigennutz des Unternehmens bei solchen Aktionen nicht. Die Mitarbeiter, darunter auch spätere Führungskräfte, sammelten hier wichtige Erfahrungen und stärkten das Verantwortungsgefühl: ein wichtiger Baustein für das spätere Leben! Der Bosch-Standort Bamberg, der gerade sein 75-jähriges Bestehen feiert, wird zum 1. September 2014 die Rekordzahl von 354 Ausbildungsplätzen besetzen.


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