Bamberg

Berganzapreis für Wortkünstler Andreas Ulich

Der Kunstverein Bamberg und die VR-Bank verleihen den diesjährigen Berganzapreis an Andreas Ulich. Dem fehlten am Ende die Worte.
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Andreas Ulich mit dem Berganzapreis 2015 Foto: RiegerPress
Andreas Ulich mit dem Berganzapreis 2015 Foto: RiegerPress
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Andreas Ulich arbeitet als freier Schauspieler, Rezitator, Texter, Gestalter und Verleger. "Er ist eben ein richtiger Wortkünstler", wie Barbara Kahle, Erste Vorsitzende des Kunstvereins Bamberg, bei der Berganzapreisverleihung in der Villa Concordia schilderte. Doch der sonst so wortgewandte Schauspieler, den es im Jahr 1993 ans E.T.A.-Hoffmann-Theater und damit nach Bamberg verschlug, war am Ende der Verleihung ganz sprachlos und rang förmlich nach Worten. Vor allem, so gestand er, habe ihn die Laudatio - gehalten von der GAL-Stadträtin und Freundin Ursula Sowa - doch emotional sehr bewegt.

Ursula Sowa gab einen Einblick ins Leben des Künstlers und verriet dabei auch so manch unbekannte Seite des gebürtigen Berliners. "Wenn Andreas Ulich nachts ein spontaner Gedanke in den Sinn kommt, dann kann es schon passieren, dass er die Nachttischlampe anmacht, sich Notizen macht und danach weiterschläft", berichtete Sowa. Zwar bedauere der Künstler manchmal, in Sachen Schreiben und Dichten nicht so genial wie E.T.A. Hoffmann zu sein, aber so ein bis zwei Seiten am Tag bringe er dann doch zu Papier. Sein Geld verdient Andreas Ulich unter anderem auch als Werbetexter. "Umso mehr freut er sich, wie er mir gestand, über den Berganzapreis, da ihm dieser für die nächste Zeit wieder Freiräume schaffe, um sich seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben, zu widmen", sagte Sowa.


Regelmäßige Lesungen

Obwohl er vielen Bambergern durch seine Rolle als E.T.A. Hoffmann in Rainer Lewandowskis Stück "Sie sind auch kein Bamberger" bekannt ist, ist Andreas Ulich aktuell nicht als Schauspieler tätig. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass er die Bühnenbretter eines Theaters wieder betrete, so die Laudatorin. Derzeit lädt Ulich jeden ersten Sonntag im Monat im E.T.A. Hoffmann-Haus jeweils um 17 Uhr zu Lesungen mit Musik ein, und auch sein Erstlingsroman "Zwei Raben" ist vor wenigen Wochent erschienen.

Und was gibt es noch über den Wortkünstler zu berichten? Laut Ursula Sowo ist er auch gerne mal alleine, liebt das Joggen in der Natur und verehrt seine Frau Doris, die seine "Klammer für alles" sei. Darüber hinaus bringt der Preisträger Hörbücher heraus und liest als Fastenprediger seit einigen Jahren so manchem Bamberger die Leviten.

Glückwünsche kamen auch von Seiten des Bürgermeisters Christian Lange (CSU). Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Nadine und Eduard Resatsch.

Der Berganzapreis wird jährlich vom Kunstverein Bamberg in Kooperation mit der VR-Bank verliehen und zwar an eine kunst- oder kulturschaffende Person oder Einrichtung der Stadt Bamberg, die durch Qualität, Leidenschaftlichkeit, Idealismus, Selbstlosigkeit, Zielstrebigkeit, intensive Arbeit, ausdauernde Verfolgung eines Ziels und Glaube an ihre Aufgabe auffällt. Der Preis wird seit 1989 vergeben und ist mit 4000 Euro dotiert.
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