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Bilanz

BayWa: Umsatzrückgang in Franken

Schwierige Agrarmärkte und die teils sehr niedrigen Preise bei Getreide und Rohöl machten dem Konzern 2016 zu schaffen.
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Schlepper auf dem BayWa-Areal im Bamberger Hafen Foto: Matthias Hoch/Archiv
Schlepper auf dem BayWa-Areal im Bamberger Hafen Foto: Matthias Hoch/Archiv
Der Handel mit Agrarerzeugnissen, eines der Kernfelder der BayWa, ist schon seit einigen Jahren unsicher geworden. Groß sind hier die Preisschwankungen. Zuletzt rauschten die Getreidepreise in den Keller. Das traf im vergangenen Jahr nicht nur die Sparte Agrar, sondern auch die Sparte Technik. Kein Wunder: Wenn die Landwirte weniger verdienen, kaufen sie auch weniger Maschinen von der BayWa.


Konzern: Gewinn ging zurück

Hinzu kamen Tiefstpreise beim Rohöl, was wiederum die Sparte Energie traf. Unter dem Strich musste der Konzern einen Gewinnrückgang hinnehmen, auch wenn insgesamt weltweit noch steigende Umsätze (Konzernumsatz 2016: 15,4 Milliarden Euro) verbucht werden konnten.
Blickt man auf Franken, so zeigt sich aber wie schon im Vorjahr ein erneuter Umsatzrückgang in der Region. Mit einer Milliarde Euro habe der Umsatz in Franken im vergangenen Jahr leicht unter dem Vorjahr gelegen, berichtete Karl Bittermann, Leiter des Business Service Centers Franken der BayWa, gestern in Fürth.
Die BayWa ist in Franken mit den Sparten Agrar, Technik, Energie und Baustoffe aktiv. Sie beschäftigt hier rund 2100 Mitarbeiter an 111 Standorten, darunter 243 Auszubildende. Regional den höchsten Umsatz erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit der Sparte Agrar (308 Millionen Euro), gefolgt von Baustoffen (266 Millionen Euro), Energie (242 Euro) und Technik (187 Millionen Euro).


Preisdruck bei Rohbaustoffen

Vor allem die Sparte Baustoffe hat nach Aussage von Bittermann dazu beigetragen, dass der Umsatzrückgang in Franken noch moderat ausfiel. "Die Rahmenbedingungen für Neubauten und Modernisierung sind mit den niedrigen Zinsen günstig", sagte der Regionalleiter der Sparte, Jochen Schneider. Der Umsatz der Sparte habe auf hohem Niveau gehalten werden können, obwohl Rohbaustoffe preislich sehr unter Druck gewesen seien. Allerdings habe das Ausbausegment mit Türen, Toren, Fenstern oder Böden zunehmend an Bedeutung gewonnen. Deutlich ausbauen will die BayWa auch ihre Investitionen in diesem Sektor. Mit 14 Millionen Euro fließen in diesem Jahr mehr als die Hälfte der Investitionen in Franken (insgesamt knapp 25 Millionen Euro) in die Sparte Baustoffe. In Coburg entstehe ein neues Bürogebäude, in Lauf starte der Neubau eines Baustoffzentrums und in Ansbach werde eine neue Lagerhalle gebaut, teilte Schneider mit.


Zurückhaltende Landwirte

"Die Landwirte waren sowohl bei Neu- und Gebrauchtmaschinen wie bei Stalltechnik zurückhaltender mit Investitionen als in den Vorjahren", sagte Günter Schuster, Geschäftsführer der Sparte Technik. Schuster konnte neben dem Umsatzrückgang in seiner Sparte aber schon wieder von einem starken Nachfrageanstieg zum Ende vergangenen Jahres berichten. Für 2017 geht Schuster wieder von einer Umsatzsteigerung aus, zumal der Vertrieb von Massey-Ferguson-Traktoren intensiviert werden soll. In Bamberg gebe es nun (wie in Münchberg) einen Mietpark für Maschinen und Schlepper. Landwirte können laut Schuster künftig von der Buchung bis zur Bezahlung rund um die Maschinenmiete alles online abwickeln.
Peter May, Geschäftsführer der Sparte Agrar, erklärte die niedrigen Preise bei Getreide mit der erneuten weltweiten Rekordernte. Er geht heuer von einer "leichten Erholung" aus.


Nachfrage nach Energie ungebrochen

Für Heizöl und Holzpellets spiele inzwischen das Internet als Verkaufskanal eine wichtige Rolle, berichtete Energiespartenregionalleiter Joachim Klier. Der Umsatzrückgang seiner Sparte im vergangenen Jahr (minus 32 Millionen Euro) sei rein preisbedingt gewesen. Die Nachfrage nach Heizöl sei stabil, der Preis für Rohöl historisch günstig gewesen.
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