Für Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) waren es sehr gute Nachrichten, die die beiden US-Standortkommandeure aus Bamberg und Ansbach, Steven Morris und Kelly J. Lawler, diese Woche ins Rathaus Maxplatz brachten: Die Freigabe des Bamberger Flugplatzes durch die US-Armee soll nun schon zwei Jahre vor der Aufgabe des US-Standorts Bamberg erfolgen, nämlich zum 1. Oktober 2012.

Damit entspricht die US-Regierung einem Wunsch aus der Region, um den die Stadt Bamberg und die Staatskanzlei unter Minister Thomas Kreuzer (CSU) in den letzten Wochen gemeinsam gekämpft hatten.
Hintergrund: Die Sicherung des Flugplatzes spielt eine wichtige Rolle bei der Bewerbung der Stadt Bamberg um die Ansiedlung eines Kompetenzzentrums der Firma Brose auf dem Plärrerplatz mit mindestens 500 Arbeitsplätzen. "Die Entscheidung der Amerikaner, den Flugplatz vorzeitig freizugeben, bedeutet für uns einen Trumpf im Wettbewerb mit anderen Standorten. Sie untermauert die Ernsthaftigkeit und Seriosität unserer Planungen", sagte OB Starke. Das Stadtoberhaupt verspricht sich durch die Ansiedlung eine sprunghafte Verbesserung der Gewerbesteuereinnahmen und eine nachhaltige Stärkung der Arbeitsplatzstruktur in Bamberg.

Wie wichtig die Verkehrsdrehscheibe bei Kramersfeld für den Coburger Automobilzulieferer ist, zeigt die Zahl der Flugbewegungen. Mit 142 Starts und Landungen war Brose zuletzt einer der Hauptnutzer des Flugfelds. Brose hat ein starkes Interesse, dass die Landebahn dem internationalen Sicherheitsstandard für zweimotorige Maschinen angepasst und von heute 15 auf 25 Meter verbreitert wird. Der Stadtrat hat im September 2011 dem Erhalt des Sonderlandeplatzes nach dem Abzug der Amerikaner einstimmig zugestimmt. Die meisten Fraktionen machten damals deutlich, dass sie der Verbreiterung der Landebahn auf 25 Meter, wie sie vom Aeroclub geplant wird, positiv gegenüberstehen. Die Grünen verlangen eine naturschutzrechtliche Prüfung.

Die Ausgliederung des Bamberger Flugplatzes aus der Konversionsmasse verschafft Bamberg im Wettstreit mit anderen Kommunen einen Zeitvorteil, weil es nun mit den Verbreiterungspläne weiter gehen kann. Ab Oktober befindet sich das 90 Hektar große Areal im Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Laut Starke verfolgt die Stadt das Ziel, das Grundstück komplett zu erwerben, möchte aber den Landkreis Bamberg und Hallstadt für eine Kooperation gewinnen.

Müssen die Bewohner Bambergs wegen der neuen Eigentumsverhältnisse mit mehr Fluglärm rechnen? Wie Starke sagte, soll der Bamberger Flugplatz nicht zum Regionalflughafen nach Hofer Beispiel ausgebaut werden, sondern als Sonderlandeplatz auch in Zukunft nur für den Hobbyfliegern des Aeroclubs und den Bedürfnissen der örtlichen Wirtschaft dienen. Eine nennenswerte Ausweitung der Flugbewegungen befürchtet Starke auch nach dem Ausbau der Landebahn nicht. "Auf Dauer fallen ja die Flüge der Amerikaner weg."