Bamberg
Weltkulturerbe

Bamberger Verein sieht fahrlässigen Umgang mit Denkmalsubstanz

Für die Sanierung eines Gartens, der zu einem Einzeldenkmal am Bamberger Michaelsberg gehört, ernten die Stadt Bamberg und ihre Bürgerspitalstiftung heftige Kritik. Der Verein Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg" findet, am Garten der Villa Schröppel sei "so ziemlich alles falsch gemacht worden".
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Das Archivbild zeigt die Villa Schröppel und einen Teil des dazu gehörenden Gartens vor Beginn der Sanierung. Foto: Stadt Bamberg
Das Archivbild zeigt die Villa Schröppel und einen Teil des dazu gehörenden Gartens vor Beginn der Sanierung. Foto: Stadt Bamberg
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Am Garten der Villa Schröppel sei "so ziemlich alles falsch gemacht worden". Das kritisiert die Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg" in einer Stellungnahme zu unserem Beitrag "Bamberger Villa: Schön saniert, schöner Ärger!" vom 4. Januar 2015 auf infranken.de.

Darin ging es um das Einzeldenkmal am Michelsberg 8 e.Es wurde von der Bürgerspitalstiftung der Stadt Bamberg quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit saniert. Insbesondere für ihr Vorgehen im Garten handelte sich die Bauherrin den Vorwurf der Denkmal-Zerstörung ein.

Bei einem Ortstermin mit der Lokalredaktion im fast fertig sanierten Anwesen hatten Stiftungsreferent Bertram Felix und zwei städtische Architekten die radikalen Eingriffe in der Vegetation und bei baulichen Elementen wie Treppen und Mauern einerseits als fachlich erforderlich begründet, andererseits mit der Not, Platz für eine Baustelleneinrichtung schaffen zu müssen.

Die Argumente stärken beim Ersten Vorsitzenden von "Alt Bamberg", Jörg Händler, erst recht den "Verdacht des fahrlässigen Umgangs mit denkmalgeschützter Gartensubstanz". Am Ende möge alles "schön" sein, aber eben nicht mehr originär, heißt es in seiner Stellungnahme: "Das ist nicht im Sinn des Denkmalschutzgesetzes, egal ob mit oder ohne Einverständnis der Behörden geschehen."

Eine abschließende Beurteilung der Gartensanierung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege steht noch aus. Es signalisiert bislang sein Einverständnis mit der Vorgehensweise der Stiftung beziehungsweise Stadt Bamberg.

Aus Sicht von "Alt Bamberg" lässt der "Fall" der Villa Schröppel dagegen Schlimmes für die Zukunft des Weltkulturerbes erwarten.

Im Hinblick auf anstehende Sanierungsprojekte wie die ehemalige Klosterkirche St. Michael und das Geyerswörthschloss hält Händler es für notwendig, "rechtzeitig ein Augenmerk auf die Verantwortlichen zu haben, damit unseren Denkmälern ein Umgang zu teil wird, den sie verdienen: einzig pro Denkmal, ohne Selbstherrlichkeit und Gutdünken ..."
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