Bamberg

Bamberger Uni bekommt eine neue Mensa

Die Innenstadtmensa wird abgerissen und neu gebaut. Aus dem Architektenwettbewerb ist das Münchner Büro Peck.Daam als Sieger hervorgegangen.
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Architekt Bernhard Peck beim Erläutern der Pläne  Foto: Matthias Hoch
Architekt Bernhard Peck beim Erläutern der Pläne Foto: Matthias Hoch
Sie ist mit 31 nicht nur in die Jahre gekommen, sie wird auch den Anforderungen einer stetig wachsenden Universität mit 13 500 Studierenden - davon rund 2000 an den Standorten in der Innenstadt - nicht mehr gerecht: die Mensa in der Austraße.

Für 8 Millionen Euro wird sie in naher Zukunft abgerissen und am alten Standort neu aufgebaut werden. Mit den Planungen wollen die Architekten aus dem Münchner Büro Peck.Daam und die Otto-Friedrich-Universität als Bauherrin im Herbst 2016 fertig sein. Frühestens in einem Jahr kann mit dem Bau begonnen werden. Als Bauzeit werden zwei Jahre veranschlagt.

Um während dieser Zeit die Versorgung der Studierenden zu gewährleisten denkt man nach Auskunft von Uni-Kanzlerin Dagmar Steuer-Flieser daran, neben der Caféteria auf dem Markusgelände ein Zelt aufzustellen.
Genaue Details zum Ablauf und zur Organisation sind aber noch nicht bekannt, denn in den vergangenen Wochen ging es erst einmal darum, sich über den Baukörper im Klaren zu werden. Um die bestmögliche Lösung zu finden, "die sich gestalterisch reflektiert in das denkmalgeschützte Altstadtensemble der Stadt Bamberg einfügt" und eine "auf hohem gastronomischen Niveau wirtschaftlich und nachhaltig betreibbare Mensa" ermöglicht - so die Aussage von Jürgen König, Leiter des Staatlichen Bauamts -, hat der Freistaat einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Das Preisgeld von 70 000 Euro ist laut König gut investiert.

Aus fast 100 Bewerbern seien zwölf Teilnehmer ausgewählt und eingeladen worden, die Aufgabe innerhalb von zehn Wochen zu bearbeiteten. Die elfköpfige Jury, bestehend aus Vertretern der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, des Wissenschafts- und Finanzministeriums, des Studentenwerks und der Stadt Bamberg, tagte am Dienstag dieser Woche und kürte die Arbeit von Peck.Daam aus München zum Preisträger.

Diese Pläne werden laut Steuer-Flieser dem schwierigen Aufgabenfeld am besten gerecht: Auf einem extrem beengten Baufeld und in einer sensiblen Umgebung mit historischen Häusern wie dem Schwanenhaus an der Austraße und modernen Gebäuden wie der gläsernen Teilbibliothek hinter der Kapuzinerstraße müsse ein architektonisch hochwertiges und gleichzeitig zweckmäßiges Gebäude entstehen - mit Küche und großem Speisesaal auf einer Hauptnutzfläche von 1300 Quadratmetern. 300 Menschen sollen in der neuen Mensa gleichzeitig das Mittagessen einnehmen können. Insgesamt ist die Kapazität auf vier Schichten mit 1200 Essen ausgelegt. Bisher werden täglich 700 Mahlzeiten ausgegeben.


Sonnenterrasse mit 60 Plätzen

Nach Auffassung der Jury haben die Architekten aus München nicht nur nach den strengen funktionalen Kriterien ("Die Anlieferung war der Knackpunkt.") perfekt geplant, sondern auch die Bedürfnisse der dort arbeitenden und der ihre Pause genießenden Menschen berücksichtigt. So sehen die Pläne eine geschützte, nach Süden ausgerichtete Sonnenterrasse mit 60 Plätzen im Freien vor sowie im Norden einen weiteren, etwas kleineren Freisitz. Im Erdgeschoss werden sich die Küche und die großzügig dimensionierte Essensausgabe befinden, im Stockwerk darüber der große Speisesaal, der bei Bedarf für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Der Mehrbedarf an Fläche lässt sich gewinnen, weil der künftige Baukörper keine steilen Dächer mehr haben wird wie der alte, sondern flach und gestaffelt sein soll. Die Wände werden laut Bernhard Peck voraussichtlich als Sichtmauerwerk mit sandfarbenen Ziegeln aufgeführt werden. Im historischen Schwanenhaus soll die neue Caféteria entstehen, die von der Austraße aus zugänglich sein wird.

Peck ist übrigens Spezialist für kniffelige Baustellen in engen Altstädten: In Bamberg ist er gerade mit der Sanierung der Maria-Ward-Schulen beschäftigt.

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