Bamberg
Friedhof

Bamberger Stadtdenkmal und Erholungsort

Am Feiertag Allerheiligen bietet die Stadt Bamberg erstmals eine Führung durch den Hauptfriedhof an. Dabei werden auch die Gräber berühmter Bamberger Bürger besucht.
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Der Im 19. Jahrhundert errichtete Portikus beherbergt die Grüfte prominenter Bamberger dieser Zeit. Foto: Stadt Bamberg
Der Im 19. Jahrhundert errichtete Portikus beherbergt die Grüfte prominenter Bamberger dieser Zeit. Foto: Stadt Bamberg
Erstmals bietet die Stadt Bamberg eine Führung durch den Hauptfriedhof an. Das Garten- und Friedhofsamt lädt dazu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Treffpunkt ist am Samstag, 1. November, um 9.50 Uhr am Haupteingang vor dem Verwaltungsgebäude des Friedhofsamtes in der Hallstadter Straße 28. Die Führung dauert eineinhalb Stunden und ist kostenlos.

"Der Bamberger Hauptfriedhof hat nicht nur eine enorme Bedeutung als zentrale Gedenkstätte der Stadt, er ist auch zugleich ein Symbol für religiöse Toleranz, da er den verschiedensten Glaubensrichtungen offensteht. Darüber hinaus ist er auch ein bedeutendes Stadtdenkmal", betont Bürgermeister Christian Lange (CSU), auf dessen Initiative die Führung angeboten wird, laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.
"Wir wollen damit den Hauptfriedhof als wichtigen religiösen und kunsthistorischen Ort ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken."

Bei dem Rundgang werden unter anderem die Gräber und Gruften von berühmten Bambergern wie Johann Lukas Schönlein, Emil Marschalk von Ostheim und Willy Messerschmitt besucht.

Der Bamberger Hauptfriedhof ist mit seinen aufwendig gestalteten Grünflächen und den friedlichen Ruhezonen zum Sitzen nicht nur ein Ort der Trauer und Besinnung, sondern auch ein Erholungsort - eine grüne Insel mitten in der Stadt. Besonders in den historischen Abteilungen gibt es alte Grabdenkmäler zu entdecken, die einen Rundgang zu einer interessanten Zeitreise durch die Kunstgeschichte machen. Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (und bis zur Gebietsreform 1972, als die Friedhöfe in Gaustadt, Wildensorg und Bug zum Stadtgebiet hinzukamen) war der Hauptfriedhof der einzige Bestattungsort Bambergs.

Denn zu Beginn des Jahrhunderts hatte man aus hygienischen Gründen entschieden, die innerstädtischen Friedhöfe aufzulassen und einen neuen Friedhof am Stadtrand einzurichten. Als Ort dafür wählte man schließlich den alten Friedhof an der Gönningerkapelle, wo bisher die Pfarrangehörigen von St. Martin und St. Gangolf bestattet wurden. Dieser Bereich hat sich als ältester Teil des Hauptfriedhofs bis heute erhalten. An dessen Ende erstreckt sich ein sehenswerter halbrunder Portikus aus den 1820er-Jahren, der die herrschaftlichen Grüfte der Bamberger Prominenz des 19. Jhdt. beherbergt und in dessen Mitte heute die Urnenaussegnungen stattfinden.

Muslimisches Grabfeld

Über die Stadtgrenzen hinaus erwarb sich der Bamberger Hauptfriedhof Bekanntheit und Achtung für seine Offenheit gegenüber anderen Glaubensrichtungen und seinen Pioniergeist. So wurde auf Wunsch der Bamberger Muslime ein separates muslimisches Grabfeld eingerichtet, das den Ansprüchen muslimischer Bestattungen gerecht wird.

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts war ein Israelitischer Friedhof für Angehörige jüdischen Glaubens entstanden. Im Jahr 2003 wurde eines der bayern- und deutschlandweit ersten Fötengrabfelder eingeweiht. red
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