Bamberg
Workshop

Bamberger Schüler auf Beacon-Jagd

Zum ersten Mal fand an der Bamberger Uni zusammen mit dem Schülerforschungszentrum ein Workshop für Schüler statt. Die Teilnehmer sogar eine eigene App.
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Die Schüler testeten an ihren Geräten, wie die App reagiert. Foto: RiegerPress
Die Schüler testeten an ihren Geräten, wie die App reagiert. Foto: RiegerPress
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Im Schulunterricht ist die Benutzung eines Handys oder Smartphones strikt untersagt und kann bis zu dessen Konfiszierung führen. Im Schüler-MobiSensor-Camp der Universität Bamberg hingegen waren Mobiltelefone nicht nur erlaubt, sondern sie standen sogar im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung.

Sechs Schüler, darunter auch zwei Mädels, opferten einen Großteil ihrer Schulferien und folgten der Einladung des Schülerforschungszentrums der Technologie Allianz Oberfrankens (TAO). Bei diesem im laufenden Schuljahr ins Leben gerufenen Schülerforschungszentrum sollen in Kooperation mit den vier oberfränkischen Hochschulen in MINT-Fächern (also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) interessierte Schüler gefördert werden.


Dreitägige Veranstaltung

Der Auftakt des Schülerforschungszentrum fand an der Bamberger Universität statt und zwar im Rahmen eines dreitägigen Workshops, dem sogenannten "MobiSensor-Camp". Hier setzten sich Schüler, die aus verschiedenen Bamberger Gymnasien kommen und sich alle für das Camp beworben hatten, am Lehrstuhl für Informatik auf der Erba-Insel mit Sensoren auseinander. Denn Sensoren sind heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. "Viele Computer-Anwendungen basieren auf Sensordaten: Navis zeigen den Weg und Wissen genau, wo gerade Stau ist und Kameras beobachten Besucher in Ausstellungen und Einkaufszentren und ein Computer wertet aus, welche Bereiche am beliebtesten sind", schilderte Daniela Nicklas vom Lehrstuhl für Informatik. Eine Art von Sensoren sind Beacons. Diese kleinen "Leuchtfeuer" sind winzige Bluetooth-Sender, deren Signale von modernen Smartphones im Umkreis von zu 100 Metern empfangen werden. Entsprechend programmierte Apps entschlüsseln diesen einzigartigen Code und zeigen dem Nutzer auf seinem Smartphone zum Beispiel in einem Kaufhaus aktuelle Sonderangebote.


Spielerische Pizza-App

Und genau diese Beacons standen im Mittelpunkt des Workshops. Nach einer theoretischen Einführungsrunde in die Funktionsweise von Beacon-Netzwerke und in die des Betriebssystems Android, entwickelten die Schüler eine eigene spielerische App. "Wir nennen diese App Pizza-Wars und es ist eigentlich eine kleine Schnitzeljagd", erläuterte Vincent Niemetz vom E.T.A. Hoffmann -Gymnasium. Ziel des Spieles ist es, am Ende die richtigen Zutaten einer Pizza zu finden. Dazu hatten die Schüler im Vorfeld die im ganzen Unigelände verteilten Beacons so programmiert, dass sie auf die App reagieren und jeweils eine Zutat für eine Pizza anzeigen. "Spannend wird das Spiel, indem man vorher festlegen muss, welche Art von Pizza man kreieren will und man Strafpunkte bekommt, wenn man eine falsche Zutat aufspürt", ergänzte Jan Heider vom Dientzenhofer Gymnasium.

Bei der Entwicklung der App, die leider nicht ganz fertig geworden ist, aber im Laufe der nächsten Wochen außerhalb des Workshops noch vollendet werden soll, haben sich die Schüler in drei Teams aufgeteilt. Ein Team entwickelte das Design, eines hatte sich die Zutaten und die Spielregeln überlegt und das dritte war für die Programmierung zuständig.

Am Ende des Workshops, der auch zwei Exkurse zu den beiden Bamberger IT-Firmen "bluecell networks" und "Favendo GmbH/fewClicks GmbH" beinhaltete, waren die Schüler allesamt begeistert und hatten viel Spaß. Von cool bis sehr interessant reichte ihr Resümee.
Harald Rieger


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