Bamberg

Bamberger Michelskirche bekommt ein "Korsett"

Die Arbeiten am Langhaus künden den Sanierungsstart an. Weil an dem Bamberger Gotteshaus nichts mehr im Lot ist, müssen als erstes die tragenden Mauern stabilisiert werden.
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Das Stahlband an der Fassade (unser Bild zeigt die weszliche Front des Langhauses) ist Teil der Ankerkonstruktion, mit der die tragenden Mauern der Kirche stabilisiert werden. Foto: Matthias Hoch
Das Stahlband an der Fassade (unser Bild zeigt die weszliche Front des Langhauses) ist Teil der Ankerkonstruktion, mit der die tragenden Mauern der Kirche stabilisiert werden. Foto: Matthias Hoch
Vom Torschuster aus sind die Arbeiten am Besten zu sehen, die seit einigen Wochen an der Kirche St. Michael laufen: Spezialfirmen passen dem Gotteshaus gerade ein stählernes Korsett an.

Der Stahlträger, den Arbeiter entlang der Westfassade angebracht haben, ist so groß, dass man ihn von Weitem wahrnehmen kann.

Die Maßnahme markiert den Einstieg in die Generalsanierung des seit bald drei Jahren geschlossenen Gotteshauses auf dem Michelsberg.

Im November 2012 war ein Stück Putz aus dem Deckengewölbe herunter gefallen. Bei näherem Hinsehen stellten die Verantwortlichen massive Bauschäden und akuten Handlungsbedarf fest. Aus Sicherheitsgründen ist die Kirche, die seit der Säkularisation der Bürgerspitalstiftung Bamberg gehört, für Besucher nicht mehr zugänglich.


Was jetzt geschieht, ist nach Auskunft von Bertram Felix, dem städtischen Stiftungsreferenten, Voraussetzung für die eigentliche Sanierung. Bisher wurde umfangreich geplant, nun beginnt die Umsetzung.

Der erste Schritt dient der Stabilisierung tragender Wände. Nur wenn sie wieder sicher stehen, könne mit den Arbeiten am Dach und Dachstuhl begonnen werden. Sonst drohe nicht nur das Deckengewölbe mit seiner berühmten "Himmelsgarten"-Darstellung einzustürzen.

Die von außen sichtbaren Stahlträger bilden das Gegenstück zu den Stahlankern, die in den nächsten Wochen quer über das Kirchenschiff gespannt werden. Sie werden durch die Fenster nach außen geführt und dort an den Stahlträgern befestigt. Mit Hilfe der Ankertechnik könnten die Seitenwände dann wieder ins Lot gebracht werden, "auf den Millimeter genau", wie Felix betont. Die einzelnen Fensterscheiben, die für die Maßnahme entfernt werden müssen, baut man später wieder ein.

Die aktuellen Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Oktober.

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