Das Reiterstandbild am Bamberger Schönleinsplatz bekommt Gesellschaft auf Zeit. Ein paar Schritte südlich davon, mitten in der Grünanlage, lässt eine eingezäunte Grube erkennen, wo ab Ende August einer von Jaume Plensas "8 Poets for Bamberg" stehen wird.
Weitere Standorte in der Innen- und Altstadt sind Domplatz, Obere Karolinenstraße (vor dem Bischofshaus), Obere Brücke, Innenhof von St. Martin, die kleine Grünanlage "An der Unversität", Obere Mühlbrücke und die Aussichtsterrasse am Michaelsberg.

Der spanische Künstler (56) ist international bekannt für seine überdimensionalen und oft von innen heraus leuchtenden Figuren. Seine eigens für die Bamberger Schau geschaffenen Schriftsteller werden in der Welterbestadt über den Dingen stehen oder sinnieren: Jede Plastik ist 2,60 Meter hoch und thront auf sechs Meter hohen Stelen aus Edelstahl. Tagsüber nehmen Betrachter die Figuren aus Fiberglas in weißer Farbe wahr, nachts leuchten sie.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Kunstspektakel unter freiem Himmel gibt die aktuelle Ausstellung "gegenüber" im Bamberger Dom. Unter den Werken zeitgenössischer Künstler, die im spannenden Kontrast zur alten Kunst in der Bischofskirche stehen, sind zwei Arbeiten von Plensa: Neben einem überdimensionalen Kopf als Pendant zum Bamberger Reiter ist er mit einer kauernden Männergestalt auf einer Stele vertreten.

So ähnlich müsse man sich Plensas "8 Poets for Bamberg" vorstellen, sagt Professor Bernd Goldmann. Er hat an der Ausstellung zum 1000.Domweihe-Jubiläum mitgewirkt und er organisiert die Bamberger Plensa-Schau im Auftrag der Stadt. Dem ehemaligen Direktor des Künstlerhauses Villa Concordia ist der Hinweis wichtig, dass der Bildhauer seine Skulpturen extra für die Bamberger Ausstellung geschaffen hat und nicht auf Bestehendes zurück greift. Aufgestellt werden die Plastiken voraussichtlich nach der Sandkirchweih, ab 28. August. Eröffnet wird die Ausstellung offiziell am 19. September; sie dauert bis Ende November.

In die Kosten von 80 000 Euro teilen sich die Stadt Bamberg (50 000 Euro), die Oberfrankenstiftung (20 000 Euro) und ein privater Kunstfreund.

Mehr lesen Sie im Fränkischen Tag.