Bamberg
Kunst- und Antquitätenwochen

"Bamberg ist Zentrum der Kunstszene"

Die 19. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen wurden vor einem illustren Publikum im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia eröffnet.
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Beim Rundgang zur Eröffnung der Kunst- und Antiquitätenwochen begrüßt Kunsthändler Christian Eduard Franke (links) die Gäste in seinem Geschäft. Foto: Ronald Rinklef
Beim Rundgang zur Eröffnung der Kunst- und Antiquitätenwochen begrüßt Kunsthändler Christian Eduard Franke (links) die Gäste in seinem Geschäft. Foto: Ronald Rinklef
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Der Ruf der Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen ist offensichtlich bis in den Himmel gedrungen. Jedenfalls durfte Justus zu Eckstein noch einmal auf irdische Gefilde herab, um die Besucher des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia durch die offizielle Eröffnung dieses deutschlandweit einmaligen Ereignisses zu führen.

Jost Lohmann verkörperte diese Fantasiefigur Justus zu Eckstein im historischen Gewand des barocken 18. Jahrhunderts: mit wohlfeilen Artigkeiten und feinen Spitzen gegen die städtischen Obrigkeiten in Gestalt von Schirmherrn Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), der "heute sicher gerne so viel Macht hätte wie einst die Oberhäupter Bambergs".

Begeisterung und Geld

Das illustre Publikum aus Politprominenz, gesellschaftlichen Köpfen und versammelter Schar Antiquitätenhändler feierte denn auch den Start der 19.
Kunst- und Antiquitätenwochen mit guter Laune und starkem Beifall. Schließlich "führt Kunst zusammen und verbindet das Kunstsammeln", erklärte Fiona Freifrau Loeffelholz von Colberg, die Sprecherin der Wochen, in ihrer Begrüßungsrede. Sie sprach von der "verzaubernden Schönheit einer Antiquität", von dem "dauerhaften Wert einer Antiquität" und davon, dass der Liebhaber von Antiquitäten "Begeisterung, Kompetenz und Geld mitbringen muss".

Dass ein bestens gefüllter Geldbeutel für die Erfüllung der Wünsche nach erlesenem Mobiliar und Kunsthandwerk vonnöten ist, verdeutlichte die Freifrau mit ihrer verbalen Shoppingtour durch die Antiquitätengeschäfte im Altstadtviertel: Bei ihrer Suche nach schönen Dingen für eine imaginäre Eigentumswohnung konnte von Colberg die Namen aller zwölf Händler erwähnen.

OB Starke nannte in seinem Grußwort die Kunst- und Antiquitätenwochen einen "wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Stadt". Bamberg sei in diesen Wochen "Zentrum der nationalen und internationalen Kunstszene". Starke erinnerte an den inzwischen verstorbenen Kunsthändler Istvan Csonth, der diese Wochen einst ins Leben gerufen hatte. Besonders auch das Datum des jährlichen Sommerevents sei bedeutsam, denn parallel fänden in Bayreuth die Wagner-Festspiele statt. Etliche Festspiel-Besucher würden auch nach Bamberg kommen. "Inzwischen ist das wohl umgekehrt", meinte der OB launig. "Wenn es die Antiquitätenwochen nicht gebe, müsste man sich Sorgen um die Festspiele machen!"

Starke lobte das "Bamberger Modell", die "Einheit in der Vielfalt", die die Kooperation der Händler bei allem Wettbewerb um Kunden auszeichne. Auch Petra Platzgummer-Martin, Regierungsvizepräsidentin von Oberfranken, würdigte das "Brillieren Bambergs nicht nur mit dem Dom und der Altstadt, sondern auch mit dem klassischen Kunsthandel, der wie in keiner anderen Stadt hier vertreten ist". Antiquitäten seien "Geschichte, die man anfassen kann", eine "Kinderfreude im Erwachsenenalter" und ein "Kontrast in der modernen, kühlen Welt", so Platzgummer-Martin.

Künstlerhaus-Direktorin Nora Gomringer dankte den Antiquitätenhändlern dafür, dass ehemalige und aktuelle Stipendiaten der Villa Concordia wieder ihre Arbeiten in den Galerien ausstellen dürfen. Kunst der Gegenwart finde so eine Entsprechung in den Kleinodien der verschiedenen Läden.

Und noch einmal brauste Beifall auf: "Man hat nur applaudiert, damit die Gänsehaut weicht!", meinte Justus zu Eckstein alias Jost Lohmann nach dem herausragenden Violinenspiel der jungen Veronika Böhm (Jahrgang 1997). Gemeinsam mit ihrem Vater Karl-Heinz Böhm am Flügel, Kirchenmusiker der Dompfarrei, brachte die vielfach preisgekrönte Nachwuchsmusikerin Werke von Frantisék Drdla, Antonio Vivaldi und Bela Bartók zu Gehör.
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