Breitengüßbach

Baggern, bohren, rütteln an der ICE-Trasse

Seit Ostern ist es für manche Anwohner an der Bahnbaustelle in Breitengüßbach deutlich lauter geworden.
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Fotos: Hans Kurz
Fotos: Hans Kurz
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Der Graben durch Breitengüßbach ist breiter geworden und auch etwas tiefer. Zwischen den abgerissenen Brücken der Zückshuter Straße und der Staatsstraße nach Unteroberndorf haben sich die Baumaschinen im Auftrag der Bahn in die Erde eingefressen. Und laufend wird weitergebaut, an der einen Stelle wird gegraben und gebohrt, an anderer bereits aufgeschüttet und festgerüttelt. All das ist mit ordentlich Baulärm verbunden.

Die von der Bahn versprochene kleine Verschnaufpause über die Osterfeiertage haben die Anwohner genossen, denn es war tatsächlich vier Tage lang still. "So ruhig war es hier noch nie", haben Lucia und Michael Huth festgestellt, die seit mehr als drei Jahrzehnten in Breitengüßbach an der Bahnlinie leben. Denn früher fuhren ja an Sonn- und Feiertagen noch die Züge. Sonntags ist es weiter relativ ruhig im Ort, außerorts schaut es teils anders aus, denn der vorgegebene Takt für die Baufirma ist eng.


Das Rütteln ist spürbar

An den Werktagen ist es darum für viele Anwohner noch deutlich heftiger geworden. Das Quietschen der rund 20 Meter hohen mobilen Bohrtürme sei schon "eklig laut", sagt Lucia Huth, das Rütteln sei deutlich spürbar, nachts zudem ein leises Brummen zu hören. "Man mag gar nicht mehr raus auf die Terrasse oder in den Garten." Allerdings wandern die Baumaschinen. Wohl auch, um den Grenzwert der mittleren Lärmbelastung einzuhalten.

Inzwischen läuft in Breitengüßbach die Befragung der Bürger zur Farbauswahl der künftigen Schallschutzwände. Drei Farbmuster stehen zur Auswahl: Grautöne, Grüntöne und Blautöne. Noch bis zum 22. April können alle Gemeindebürger per Post, Fax oder E-Mail kundtun, was sie für die innerörtlichen Wände und die am Überwerfungsbauwerk bei Unteroberndorf bevorzugen würden. Für die Mittelschutzwände, die nur direkt vom Bahnsteig, aus dem Zug heraus oder von der Brücke in der Zückshuter Straße zu sehen sein werden, hat der Gemeinderat bereits ein zweistufiges Grau beschlossen.

Auch anderorts sind bereits große Baufortschritte zu sehen. So sind für den künftigen Haltepunkt Ebing die Fundamente für den Bahnsteig bereits gesetzt. An der Unterführung mit Rampen und Treppenzugang zu den Regionalbahngleisen wird noch gebaut. Allerdings wird sie so schnell wohl auch nicht benötigt, denn wenn Anfang September wieder Züge verkehren und in Ebing halten, wird die Mainbrücke abgerissen sein und erst bis Mitte 2017 neu errichtet. Die Frage einer Behelfsbrücke ist noch nicht geklärt.

Auch in Breitengüßbach werden die Brücken in der Zückshuter Straße und nach Unteroberndorf erst im Laufe des kommenden Jahres fertiggebaut. Erst dann können die Zufahrten zu den Ersatzbrücken im Süden und Norden von Breitengüßbach wieder abgetragen werden. Baustellen- und Umleitungsverkehr werden die Anwohner also noch ertragen müssen, wenn die Züge längst wieder rollen.

Bautagebuch

Folge 1 - Die Ruhe vor dem Sturm
Folge 2 - Der letzte Baum ist gefällt
Folge 3 - Kehraus in Breitengüßbach
Folge 4 - Nach dem Matsch nun der Staub

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