Debring
Kritik

B22-Ausbau in Debring: Räte lehnen Planung ab

Das Staatliche Bauamt beginnt am Montag mit der Sanierung der Straße durch Debring. Doch der Stegauracher Gemeinderat fühlt sich übergangen.
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Bei der Straßenerneuerung in Debring wollte das Staatliche Bauamt auch die Bushaltestelle vor dem Gasthaus Blaue Grotte barrierefrei umbauen. Dadurch wäre die Bushaltestelle verschwunden, der Bus hätte auf der Straße gehalten. Anwohner fürchten dadurch aber mehr Lärm und Abgase durch Rückstaus.  Foto: Ronald Rinklef
Bei der Straßenerneuerung in Debring wollte das Staatliche Bauamt auch die Bushaltestelle vor dem Gasthaus Blaue Grotte barrierefrei umbauen. Dadurch wäre die Bushaltestelle verschwunden, der Bus hätte auf der Straße gehalten. Anwohner fürchten dadurch aber mehr Lärm und Abgase durch Rückstaus. Foto: Ronald Rinklef
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Der Stegauracher Gemeinderat hat das Staatliche Bauamt Bamberg zurückgepfiffen: Kurz vor dem Start der Sanierungsarbeiten an der viel befahrenen B 22 durch Debring legte das Gremium ein Veto gegen die Pläne der Behörde ein. Die Entscheidung fiel am Dienstagabend und wurde von harscher Kritik am Vorgehen des Bauamts begleitet. Denn Räte wie Rathausverwaltung fühlen sich nicht ausreichend in die Planung einbezogen.

Hintergrund: Das Bauamt will die Straße mit Flüsterasphalt versehen und die Bushaltestellen auf beiden Seiten barrierefrei ausbauen. Die Busse würden dann nicht mehr in Buchten, sondern aufgrund des fehlenden Platzes auf der Straße parallel zum Gehsteig halten. Anwohner hatten nach Bekanntwerden gegen die Pläne protestiert. Sie fürchten - wie die Räte - mehr Lärm und Abgase durch Rückstaus.

Auch eine Nachbesserung der Pläne, die Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) nach der ersten "Wut" mit Ingenieur Harald Thiele vom Staatlichen Bauamt besprochen hatte, konnte die Räte nicht umstimmen. Die neue Planung hatte vorgesehen, dass zumindest der Bus in Richtung Bamberg durch eine Verbreiterung der Fahrbahn kein Hindernis mehr darstellt. Doch überzeugte die Räte auch die Nachbesserung nicht.


Keine Chance für Kreisverkehr

Im Zuge der Diskussion im Gemeinderat kam die Forderung nach einer sogenannten Pförtnerampel oder einem Kreisverkehr an der Debringer Kreuzung auf. An der Stelle kreuzt die B 22 mit der Kreisstraße Richtung Waizendorf beziehungsweise Stegaurach. Ein weiterer Beschluss, der auf Antrag von Zweitem Bürgermeister Bernd Fricke (Grüne) zustande kam, lautete, dass eine solche Lösung vom Bauamt geprüft werden soll.

Planer Harald Thiele macht wenig Hoffnung: "Wir lehnen eine Pförtnerampel ab." Diese würde verkehrsabhängig die Fahrzeuge auf der B 22 stoppen, damit aus den Seitenstraßen der Verkehr abfließen kann. Doch sind dadurch aus Sicht des Bauamts Staus erst recht programmiert. Einem Kreisverkehr erteilt die Behörde ebenso eine Absage: Dieser sei baulich nicht möglich. Vielmehr setzte das Bauamt auf die Busse, die als kurzfristiges Hindernis den Verkehr auf der B 22 abbremsen würden, sodass Autofahrer aus den Seitenstraßen nach links abbiegen könnten.

Für die Räte keine Lösung: "Zur Stoßzeit im Abendverkehr wird es Staus geben, wenn man nicht versucht, den Bus von der Straße wegzubekommen", sagte Manfred Amon (CSU-BB). Ähnlich argumentierten Uwe Mummer (Grüne) und Heinrich Schubert (BNL). Und noch eins störte die Räte: Die Verwaltung sei zu spät informiert worden. "Sonst hätte man noch reagieren können", fand Amon.


15 Räte stimmen dagegen

War das Rathaus wirklich zu spät informiert worden? Zweifel hatten Joseph Höpfner (SPD) und Wolfgang Krapp (BNL). Denn Bürgermeister Wagner räumte ein, dass eine Mail mit Infos über den Ausbau bereits im Juni bei der Gemeinde eingegangen war, doch habe der zuständige Mitarbeiter den Anhang der Nachricht nicht öffnen können - die Mail geriet daraufhin wohl bis September in Vergessenheit.

Dennoch fand Zweiter Bürgermeister Fricke, dass das Bauamt die Gemeinde früher hätte informieren können. Er munkelte, dass die Pläne dort schon länger in der Schublade schlummerten. Bei der Behörde weist man das zurück: Erst im Juni sei der barrierefreie Ausbau geplant worden.

Bürgermeister Wagner warb trotz Kritik für die nachgebesserte Version: "Ich denke, es ist eine Lösung, zwar nicht die 100-Prozent-Lösung für Debring, aber eine bessere als bisher." Auch Dritter Bürgermeister Werner Waßmann (FW-FL) sprach sich dafür aus.

Am Ende stimmten 15 Räte dagegen. Das Bauamt wird lediglich den Straßenbelag erneuern und zwei Verkehrsinseln bauen. An den Seiten bleibt alles beim Alten.
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