Der zweite Anlauf war nun erfolgreich: Einstimmig votierte der Baunacher Stadtrat in einer Sondersitzung für den Abschluss einer Vereinbarung hinsichtlich der Betriebsträgerschaft mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Bamberg Stadt und Land für den Betrieb der Kindertagesstätte St. Magdalena. Wie groß das Interesse in der Bevölkerung an diesem Wechsel der Betriebsträgerschaft ist, zeigten 30 Bürger in der Sitzung, die den Worten von Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) lauschten. Er erläuterte die neue Konzeption ausführlich.

Zu Beginn bedauerte Hojer die "teils missverständlichen Aussagen" in der Öffentlichkeit im Vorfeld, die zu Irritationen bei Kindergartenpersonal und Eltern geführt hatten. Er stellte klar, dass der Kindergarten St. Magdalena keineswegs "ein lästiger Klotz" sei und die Stadt den Kindergarten verkaufen müsste, weil sie Geld brauche. "Die Kindertagesstätte ist und bleibt der städtische Kindergarten - übertragen wird lediglich die Betriebsträgerschaft", betonte der Bürgermeister.

Dies geschehe hauptsächlich zu Wohle der Einrichtung und der Kinder, da die Stadt auf Dauer nicht mehr in der Lage sei, die Herausforderungen - sei es in pädagogischer Hinsicht oder die vielen rechtlichen Vorschriften - richtig zu meistern. Die Stadt könne es sich auf Dauer auch nicht leisten, einen Hygienebeauftragten, Datenschutzbeauftragten oder einen Gleichstellungsbeauftragten zu beschäftigen oder diese Aufgaben, wie bislang gehandhabt, auf die Kindergartenleitung zu übertragen.

Schließlich übertrage man die Betriebsträgerschaft nicht an irgendjemanden, sondern an den zweitgrößten Wohlfahrtsverband im Raum Bamberg. Die Stadt Baunach sei dankbar, die Awo als Partner zu gewinnen. Für Eltern und Kinder ändere sich durch die Übergabe der Betriebsträgerschaft fast nichts. Alles sei mit dem Elternbeirat besprochen worden und dieser habe es nach Meinung von Hojer auch positiv gesehen. Es werden weiterhin zwei Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen in der Kindertagesstätte betrieben, die Elternbeiträge bleiben gleich, Ansprechpartner sind weiter die gleichen Kindergärtnerinnen. Auch längere Ausfälle von Personal könnten in einem großen Verband leichter ausgeglichen werden als in der Kommune, sagte Ekkehard Hojer. Die Eltern könnten immer sicher sein, dass die Qualität auf einem hohen Niveau weitergeführt werde.

Vertragslaufzeit: 25 Jahre


Mittlerweile seien Einzelgespräche mit den Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte seitens der Stadt als altem Arbeitgeber und der Awo als neuem Dienstherr getrennt voneinander geführt worden. Alle Fragen der Mitarbeiterinnen bezüglich ihrer Eingruppierung, ihrer Bezahlung und Beschäftigung und Dienstzeiten hätten dabei zufriedenstellend geklärt werden können, betonte der Bürgermeister. Alle zwölf Mitarbeiterinnen hätten mittlerweile Einverständniserklärungen für einen Übergang des Arbeitsverhältnisses von der Stadt an die Awo unterschrieben.

Als Geschäftsführer und Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Bamberg informierte Werner Dippold Rat und Bürger über das große soziale Spektrum, das die Awo im Landkreis abdeckt. 1500 Kinder würden täglich in den verschiedensten Einrichtungen betreut, erläuterte er. Insgesamt gebe es davon 56 im Landkreis und in der Stadt. Migrationssozialarbeit, das Kreisbildungswerk oder Pflegeeinrichtungen gehörten ebenfalls zum Aufgabenbereich der Arbeiterwohlfahrt.

Bürgermeister Ekkehard Hojer stellte abschließend das Vertragswerk vor. Die Stadt Baunach stellt weiter die Räumlichkeiten und ist auch für den Bauunterhalt verantwortlich. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 25 Jahre und verlängert sich dann jeweils um zehn Jahre. Rudi Wacker (SPD) regte an, festzuhalten, dass der derzeitige Vergütungsstand der Kindergarten-Mitarbeiterinnen von der Arbeiterwohlfahrt garantiert wird.