Die Zahlen sind alarmierend: Seit Jahren verunglücken in Bamberg immer mehr Fahrradfahrer. Waren es vor drei Jahren noch 130 Unfälle, an denen Radler beteiligt waren, so sind es 2011 bereits 182 Unfälle gewesen. Und heuer wird es wohl eine weitere deutliche Steigerung geben.

"Allein im ersten Halbjahr haben wir bereits 170 Fahrradunfälle registriert", berichtet Klaus Linsner, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bamberg-Stadt. Das Schlimme daran sei, dass bei jedem dieser Unfälle die beteiligten Fahrradfahrer immer Verletzungen davongetragen haben. Diese reichten von Schürf- und Platzwunden bis hin zu einem Todesfall.

Eine Unsitte von Autofahrern macht den Beamten besonders zu schaffen: "Wir hatten dieses Jahr bereits zahlreiche Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer verletzt wurden, weil Autofahrer unachtsam ihre Fahrzeugtüren aufgerissen haben", schildert Linsner. Sieben derartige Unfälle gab es heuer bereits. Meist sind die Radfahrer mit kleineren Blessuren davongekommen, in zwei Fällen aber erlitten sie schwerste Verletzungen. "Eine Frau erlag dabei ihren lebensgefährlichen Verletzungen. Eine weitere befindet sich noch schwer verletzt im Krankenhaus", berichtet Linsner.

Blick in den Rückspiegel


Dabei könnten derartige Unfälle leicht verhindert werden, wenn die Autofahrer beim Aussteigen einfach achtsamer wären. Der vorgeschriebene Blick in den Rückspiegel und über die Schulter nach hinten könnte derartige Unfälle verhindern. "Daher wollen wir in den nächsten Wochen die Autofahrer für diese Gefahr besonders sensibilisieren", erläutert Klaus Linsner.

Die Polizei wird verstärkt Kontrollen durchführen und sowohl Autofahrer als auch Fahrradfahrer auf die Gefahr aufmerksam machen. Die Betroffenen wolle man zu mehr gegenseitigem Verständnis und mehr Rücksichtnahme ermuntern - gerade jetzt, wenn die Schule wieder anfängt.

Fahrradhelm tragen


Die Polizei rät in diesem Zusammenhang allen Fahrradfahrern, einen Helm zu tragen. Dieser sei zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, könne aber im Falle eines Sturzes schwerwiegende Kopfverletzungen verhindern. "Viele unterschätzen die Gefahren, die im Straßenverehr auch schon bei geringen Geschwindigkeiten lauern. Ein Helm sollte daher bei Fahrradfahrern nie fehlen", unterstreicht Linsner.

Ebenso können vorausschauendes Fahren, das genaue Beobachten geparkter Fahrzeuge am Straßenrand und ein genügender Seitenabstand dazu beitragen, Unfallrisiken für Radfahrer zu vermindern.

Aber auch die Autofahrer sind in der Pflicht. So sieht die Straßenverkehrsordnung im Paragraph 14 vor, dass sich der Fahrzeugführer beim Ein- und Aussteigen so verhalten muss, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Fahrlässige Tötung


Der Fahrzeugführer, der in Bamberg unachtsam seine Autotür öffnete und den Tod einer 59-jährigen Radfahrerin verursachte, muss sich übrigens wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.