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Klettern

Auf Felsbrocken und richtigen Bergen: Bouldern, Klettern und Bergsteigen

Ob an der Wand in der Halle oder am Felsen: Sich irgendwo hinaufzuhangeln ist immer ein effektives Training - und ein großer Spaß.
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Bouldern gibt's auch in der Fränkischen Schweiz: Sieht spektakulär aus, aber der Felsbrocken ist niedrig und nach wenigen kräftigen Zügen erklommen. Fällt der Boulderer, landet er auf dem "Crashpad", einer Schutzmatte unterm Felsen.  Foto: Barbara Herbst / Archiv
Bouldern gibt's auch in der Fränkischen Schweiz: Sieht spektakulär aus, aber der Felsbrocken ist niedrig und nach wenigen kräftigen Zügen erklommen. Fällt der Boulderer, landet er auf dem "Crashpad", einer Schutzmatte unterm Felsen. Foto: Barbara Herbst / Archiv
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich an einer steilen Felswand, befestigt nur mit einem Seil, und unter Ihnen geht es 100 Meter senkrecht in den Abgrund. Ein wahr gewordener Albtraum? Keineswegs! Für erfahrene Kletterer bedeutet ein solches Abenteuer echten Nervenkitzel und jede Menge Spaß. Zum Glück gibt es aber auch für alle anderen Neugierigen tolle Möglichkeiten, sich an den Trendsport Klettern langsam heranzutasten - Muskelkater im gesamten Körper inklusive.


Klettern für Anfänger

Kinder machen es, erfahrene Sportler und auch immer mehr Senioren - die Rede ist vom Fitnesstrend Bouldern. Das aus dem Englischen stammende Wort bedeutet eigentlich so viel wie Felsbrocken. Gerade bei Anfängern geht es jedoch darum, an einer wenige Meter hohen Indoor-Wand ohne viel Ausrüstung und große Einweisung erste Kletterversuche zu unternehmen - ideal also, um den Sport kennenzulernen. In praktisch jeder Kletterhalle können zudem Boulder-Schuhe und Magnesia-Pulver ausgeliehen werden, eine dicke Matte schützt bei Stürzen. Das erste "Problem", wie die Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen genannt werden, kann jetzt gelöst werden. "Es kommt nicht immer der Stärkste am weitesten, auf dem Weg nach oben ist jede Menge Kreativität gefragt", erzählt Thomas Bucher, Kletterexperte und Fachübungsleiter beim Deutschen Alpenverein. Nicht ohne Grund locken auch immer mehr Kindergärten und Schulen mit einer eigenen Boulderwand: "Wir haben hier einen niederschwelligen und spielerischen Einstieg in den Klettersport. Bouldern ist wirklich für jeden geeignet", erklärt Thomas Bucher.


Mit Seil und Karabiner

Wer beim Bouldern gemerkt hast, dass es noch höher hinausgehen soll, der ist reif für "echtes" Kraxeln mit Seil und Karabinern. Auch hier ist es jedoch ratsam, sich zunächst an den bis zu 15 Meter hohen Kletterwänden auszuprobieren. Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein empfiehlt jedoch dringend, als Erstes einen Einführungskurs zu belegen. "Bei diesen Höhen ist es bereits wichtig, Sicherungs- und Seiltechniken zu erlernen." Erst wer sich mit Seil und Karabiner wirklich sicher fühlt und ein Gefühl für den eigenen Krafthaushalt bekommen hat, kann nach circa einem halben Jahr den Schritt nach draußen wagen. Wie in der Halle verweist auch in den Bergen ein Farbsystem auf den Schwierigkeitsgrad der Route. Leidenschaftliche Kletterfans, die irgendwann an eine eigene Ausrüstung denken, bekommen das Komplettpaket inklusive Schuhen, Klettergurt, Seil und Sicherungsgerät für circa 500 Euro. Wer ins Gebirge will, sollte noch einmal mit dem gleichen Betrag für zusätzliche Ausrüstung rechnen.


Ganzkörpertraining

Klettern macht Spaß und ist ein ideales Hobby für alle Zielgruppen. Und mindestens genauso wichtig: Der Trainingseffekt ist von Beginn an enorm: "Anfänger werden den Muskelkater ihres Lebens haben", prophezeit Thomas Bucher schmunzelnd. Grund für die Schmerzen ist, dass beim Klettern der komplette Körper einbezogen wird und auch die Tiefenmuskulatur beansprucht wird. Ob also "nur" bouldern oder echte Bergtour - Ihr gesamter Körper wird es Ihnen danken!
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