Es ist ein kleines Wort, aber es hat eine große Bedeutung. Es heißt: noch. Zwei Mal hat sich Kämmerer Bertram Felix ertappen lassen, wie er es sagte. Zweimal sprach er von der noch guten Kassenlage der Stadt, was ihm prompt einen ironischen Kommentar von Dieter Weinsheimer (Freie Wähler) einbrachte. Doch vermutlich hat Felix nichts anderes gemeint als das, was er sagte: Die Kassenlage ist gut, aber sie ist es vielleicht nicht mehr lange.

Schon im nächsten Jahr könnte sich die finanzielle Großwetterlage für Bamberg deutlich geändert haben. Wenn wahr wird, was der Herr der Bamberger Zahlen vor den Mitgliedern des Finanzsenats ausführte, droht Bamberg ein Einbruch bei den Gewerbesteuern. Die wichtigste Einnahmequelle sinkt der städtischen Prognose zufolge auf nur noch 31 Millionen Euro. 2011 waren es noch 40 Millionen Euro, die von der Bamberger Wirtschaft auf das Konto der Stadt überwiesen worden waren. Bertram Felix sprach von einem Sockel der Gewerbesteuer, der sich mittlerweile auf erstaunlich niedrigem Niveau bewege.

Dunkle Wolken ballen sich über dem zuletzt reich bestückten Füllhorn der Stadt Bamberg auch aus anderen Gründen zusammen: Die Schlüsselzuweisungen, die zuletzt bei 17 Millionen Euro lagen, dürften wegen der zyklischen Kettung an die Steuerkraft 2013 in den Keller rauschen. Hier beziffert sich das Minus gegenüber dem Vorjahr auf fünf Millionen.

Was die Situation nicht gerade entspannt: Bamberg befindet sich wegen der bevorstehenden Ausgaben für die Konversion und des Maßnahmenpakets für die Brose-Ansiedlung vor gewaltigen Kosten: 11,6 Millionen verschlingt allein das Aufpolieren der Infrastruktur für das Coburger Unternehmen. 2013 wird es im Vermögenshaushalt der Stadt erstmals durchschlagen, kündigte der Kämmerer an. Schon 2014 sollen an der Breitenau die ersten Brosianer arbeiten.

Von einer Rosskur beim Personal ist man in Bamberg noch weit entfernt, auch wenn der Sprecher der grünen Fraktion, Peter Gack, Einsparungen forderte. Die Kosten für die Mitarbeiter klettern mit den Tarifsteigerungen 2013 auf voraussichtlich 64 Millionen Euro.

Gut für die, die drin sind. Schlecht für die, die rein wollen wie die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten des US-Standorts. Sie dürfen sich wohl keine überzogenen Hoffnungen machen, wurde in der Debatte deutlich. Es fehlen nicht nur die Ressourcen, um zusätzliche Kräfte zu übernehmen. Laut Felix widerspricht eine Bevorzugung der US-Mitarbeiter dem Grundsatz der Gleichbehandlung und dem Grundsatz, bei Einstellungen nach Qualität zu entscheiden.

Vor diesem Hintergrund scheint sich nicht nur die Macht einer tariflichen Sozialregelung aus dem Jahr 1976 in Luft aufzulösen. Auch die Versprechungen des OB, die Stadt Bamberg fühle sich verantwortlich für die Ersatzbeschaffung der Arbeitsplätze, werden nicht leicht umzusetzen sein. Dieter Weinsheimer übersetzte die Ausführungen des Kämmerers schon mal ins Praktische: "Die können sich bewerben."