"Vergessen Sie die Benzinpreise an der Tankstelle und vergessen Sie, dass Ex-Bundespräsident Wulff 200 000 Euro Rente bekommt - genießen Sie lieber den heutigen Abend!" Mit einer klaren Ansage begrüßten die Amigos-Brüder ihr Publikum in der Stechert-Arena im Rahmen ihrer "Mein Himmel auf Erden"-Tour. Und rund 1600 Fans folgten bereitwillig ihrem Aufruf: Es wurde mitgeklatscht, mitgewippt, mitgesungen, und ein paar ganz Mutige schwangen sogar das Tanzbein.

Für die gute Stimmung brauchte es keinen Schnickschnack. Die Gebrüder Ullrich hatten weder ein Piratenschiff im Gepäck, noch eine spektakuläre Lichtshow. Zwei Mikrofone, eine Gitarre und eine Leinwand, auf der sie bunte Hintergrundbilder und kleine Videosequenzen einspielten, reichten den Amigos völlig aus, um ihre Fans zu begeistern. Denn einmal mehr stand bei den Beiden ganz ihre Musik im Vordergrund. Über zwei Dutzend Lieder präsentierten sie am Samstagabend und bereiteten für viele Besucher tatsächlich zweieinhalb Stunden lang den "Himmel auf Erden".

Heiteres und Nachdenkliches


Freilich sangen die Amigos nicht nur heitere Stimmungslieder, ihr Repertoire beinhaltete auch melancholische Stücke wie "Opa", sentimentale wie "Mein Elternhaus" oder todtraurige wie "So jung darfst du nicht gehen". Nach jeder "kalten Dusche" aber kehrten sie zu ihrem Tour-Motto zurück und so überwogen letztlich doch die "himmlischen" Momente. Selbst nach einem leidenschaftlichen Plädoyer von Bernd Ullrich für die Nicht-Verjährung bei Kindesmissbrauch und dem anschließenden Lied "Denn es tut so weh", bei dem es ganz still in der Arena wurde, schaltete das Duo rasch wieder um und entriss das Publikum wieder aus der Nachdenklichkeit.
Am Ende verabschiedeten sich die Amigos mit einem zehnminütigen Hit-Medley als Zugabe von ihren Fans - und der Versicherung: "Es war wieder schön, so unsagbar schön dieser Abend..."