Bamberg

Am Bistumshaus in Bamberg wird "Schul-Village" gebaut

Im Haingebiet entsteht ein Ausweichquartier für die Sanierungsphase der Mariahilf- und Maria-Ward-Schule.
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Schon stehen die Wände: Auf der Baustelle am Bistumshaus Sankt Otto geht es zügig voran. Jeden Tag macht der Schul-Ausweichbau Fortschritte. Foto: Ronald Rinklef
Schon stehen die Wände: Auf der Baustelle am Bistumshaus Sankt Otto geht es zügig voran. Jeden Tag macht der Schul-Ausweichbau Fortschritte. Foto: Ronald Rinklef
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Die Baustelle wächst rasant: War vergangene Woche erst das Fundament zu sehen, stehen aktuell bereits erste Gebäudeteile. Was schießt da so schnell aus dem Boden im Garten des Bistumshauses Sankt Otto?

Ein sogenanntes Schul-Village, sprich "Schul-Dorf", klärt Hans-Dieter Franke auf. Der Ordinariatsrat ist Leiter der Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht beim Erzbistum Bamberg und erläutert, warum das "Dorf" überhaupt gebaut wird: Es handelt sich um ein Ausweichquartier für Schüler und Lehrer zweier kirchlicher Schulen, die saniert werden müssen. "In Moment entsteht jener Teil der Behelfsunterkunft, der während der Sanierung der Berufsfachschulen Mariahilf genutzt werden wird."

Das Ziel: Die Schüler und Lehrer, zusammen etwa 150 Menschen, sollen noch vor den Sommerferien umziehen können. "Damit unten am Heinrichsdamm Unterricht stattfinden kann und oben am Stephansberg die Bauarbeiten", sagt Franke. Er spricht von einer "Ideallösung", weil man die komplette Schule auslagern könne.

Ähnlich soll es rund zwei Jahre später laufen: Dann sind Schülerinnen und Lehrer der Maria-Ward-Schule an der Reihe, deren Schulhaus in der Innenstadt generalsaniert wird. Geplant ist, dass damit im Jahr 2018 begonnen wird, wie Peter Baran aus der Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats mitteilt.


Fläche auf das Doppelte erweitert

Da aber deutlich mehr Schülerinnen und Lehrer die Behelfsunterkunft bevölkern werden, soll diese vorher noch erweitert werden: Dann stehen insgesamt drei Häuser, von denen eines zweigeschossig ist. Die Grundfläche wird doppelt so groß sein wie aktuell.

Wer momentan an der Baustelle auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Grundstück vorbeiläuft, kann zunächst dem ersten Bauabschnitt beim Entstehen zusehen - den beiden erdgeschossigen Gebäuden. Deren Grundfläche beträgt rund 1250 Quadratmeter. Und die sind nach einem ganz bestimmten Konzept aufgeteilt: Jedes Haus bekommt einen Gang in der Mitte, von dem aus man in die einzelnen Klassenzimmer gelangt. Überspannt wird alles von einem gemeinsamen Dach. Auf die "geschlossene Gebäudestruktur" legt Hans-Dieter Franke Wert, er spricht von einer "Form von Beheimatung auch in Übergangszeiten". "Es ist bei uns auch ein pädagogischer Aspekt, dass sich die Schüler zu Hause fühlen sollen."

Ein Übergangs-Zuhause, das sich das Erzbistum Bamberg laut Peter Baran rund 1,6 Millionen Euro kosten lässt - und das mit ordentlich organisatorischem Aufwand verbunden ist. Wenn nach dem Auszug der Mariahilf-Schüler zum Beispiel für die Maria-Ward-Schülerinnen von zwei auf drei Übergangs-Schulhäuser erweitert wird. Aber: nicht alle der über 1300 Schüler und Lehrer werden im "Schul-Village" untergebracht.
Bei voller Auslastung rechnet Hans-Dieter Franke mit etwa 800 Menschen, die das Bistumshaus als Nachbarn auf Zeit bekommt. Der andere Teil der Maria-Ward-Schülerinnen zieht in den Neubau.

Bis es soweit ist, soll auch in der Interims-Lösung ein "zeitgenössischer Unterricht" möglich sein, wie Hans-Dieter Franke sagt. Die Häuser werden derzeit in sogenannter Holzständerbauweise hochgezogen, "wie ein Skelett aus Holz", beschreibt es der Ordinariatsrat.

Doch was passiert mit dem "Schul-Dorf", wenn die Schüler in ihre frisch sanierten Lehrstätten umgezogen sind? "Dann wird das ,Schul-Village‘ zurückgebaut", antwortet Franke. Die Häuser könne man gewissermaßen einlagern und wiederverwenden. Vorher werden sie aber erst einmal mit Leben erfüllt. Franke bedankt sich bei allen Beteiligten und merkt an: "Das bringt ein Bistumshaus natürlich in Bewegung, wenn nebenan täglich plötzlich Hunderte Schüler sind."

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