Die Schätze aus der Vergangenheit des Bamberger Landes sollen der Nachwelt erhalten werden. Deshalb beschloss der Kultur- und Sportausschuss des Kreistages unter Leitung von Landrat Günther Denzler, CSU, 25 000 Euro zur Restaurierung und Ínventarisierung der umfangreichen Sammlungen des Historischen Vereins Bamberg beizusteuern. Die Förderung verteilt sich auf fünf Jahre und wird nur gewährt, wenn sich auch die Stadt Bamberg in gleicher Höhe an dem Vorhaben beteiligt.

Kreiskämmerer Klaus Motschenbacher erläuterte dazu, dass die kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung und die Archivalien aufgrund von Alte rungsschäden dringend restauriert werden müssten. Eine umfangreiche vor- und frühgeschichtliche Sammlung des Vereins befindet sich in einem eigenen Depot des Vereins, der seit 1830 besteht. Seit der Auflösung des Fürstbistums Bamberg hätten sich sehr große Bestände aufgebaut. Teile davon seien an den Landkreis ausgeliehen, zum Beispiel auf die Giechburg, nach Schloss Seehof und ins Museum nach Ebrach. Die Gemeinde Gundelsheim zeigt im Rathaus derzeit ein bronzezeitliches Schwert, das in der Gundelsheimer Flur ausgegraben wurde.

Zwar seien in den vergangenen Jahren schon kleinere Schritte zum Erhalt der Sammlungen getan worden, eine umfassende Restaurierung sei jedoch nicht zu umgehen. Damit würden die Bestände für die nächsten 20 bis 30 Jahre gesichert. Die Kosten für das immer dringlicher werdende Vorhaben seien mit 235 000 bis 255 000 Euro beziffert. Fördermittel kämen unter anderem von der Oberfrankenstiftung, dem Bayerischen Kulturfonds und der Messerschmitt-Stiftung.

Gegen die Bezuschussung stimmte Kreisrat Matthäus Metzner (ÜWG). Kritisiert worden war zuvor, dass ein großer Teil der Sammlungen der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Stärker war die ablehnende Haltung, als es um ein Beschilderungskonzept für Schloss Weissenstein in Pommersfelden ging. Die Gemeinnützige Stiftung Schloss Weissenstein hatte dafür einen Finanzierungsplan vorgelegt, der Kosten von 80 000 Euro vorsah - ein Betrag, der nicht nur von Kreisrat Liebhard Löffler (FDP) als "unverhältnismäßig" angesehen wurde.

"Dafür kriegt man ein Einfamilienhaus", meinte Matthäus Metzner und warnte ebenso wie Barbara Müllich (Grüne) vor der Schaffung eines Präzedenzfalls: "Seehof, Lisberg, die Giechburg - wir machen da ein Fass auf und sitzen am Ende in der Zwickmühl'", meinte Metzner. Auch für Rüdiger Gerst (CSU) war "die Problematik nicht von der Hand zu weisen", allerdings wollte er sich "nicht verschließen" und "das Vorhaben nicht an einem überschaubaren Betrag scheitern lassen".

Sein Parteifreund Fritz Stütz schlug schließlich die Halbierung des Förderbetrages von beantragten 5000 auf 2500 Euro vor, was Ekkehard Hoyer (BBL) nicht zu viel war, "wenn die Stiftung unbedingt 80 000 Euro ausgeben will". Vier Kreisräte (Müllich, Löffler, Metzner und Markus Mehlhorn/CSU) stimmten dennoch dagegen.