Bamberg

Akrobatik beim Zirkus-Varieté des Jugendwerks Don Bosco

"Zirkus hilft Zirkus" steht als Idee hinter der Gala: Rund 7000 Euro Reinerlös haben zwei ausverkaufte Vorstellungen im Don Bosco-Zelt in Bamberg eingebracht. Das Geld kommt dem Zirkus-Projekt "Giovanni" des Jugendwerks zu Gute.
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Zum 4. Mal faszinierte die Zirkus-Gala im Zelt des Zirkus Giovanni das Publikum in zwei ausverkauften Vorstellungen. Alle Fotos: Katja Wagner
Zum 4. Mal faszinierte die Zirkus-Gala im Zelt des Zirkus Giovanni das Publikum in zwei ausverkauften Vorstellungen. Alle Fotos: Katja Wagner
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Da rauchte der Colt! Das 4. Zirkus-Varieté im Giovanni Zirkus-Zelt des Jugendwerks Don Bosco entführte seine kleinen und großen Zuschauer am Wochenende in den "Wilden Westen" und faszinierte mit einer unglaublichen Bandbreite an Bewegungs- und Schauspielkünsten vor stilechter "Saloon"-Kulisse von der ersten bis zur letzten Minute.

Für einen ersten Begeisterungssturm sorgten die vier "Daltons", die als Diabolo-Virtuosen die Zuschauer förmlich "um den Finger wickelten" und einen bunten Reigen aus Jonglage, Akrobatik, Tanz und Gesang eröffneten.

Schorsch Bross - "die Gruppe war großartig, die einzelnen Übergänge perfekt!" - , bewährter Regisseur der Gala, überzeugte nicht nur durch vielfältige Körperbeherrschung, sondern zeigte auch sein komödiantisches Talent.

Lieber nicht zur heimischen Nachahmung empfohlen: eine Tischdecke von der voll gedeckten Tafel ziehen, ohne dass auch nur ein Glas umfällt. Auch seine überdimensionalen Seifenblasen waren echte "Hingucker".

Mund und Nase standen den Zuschauern bei den spektakulären Akrobatik-Nummern von Dominik Münch (Bross: "neben Kraft geht es vor allem um Balance") offen: ob bei Partnerakrobatik mit Dominik Oesterreicher oder solo in der waghalsigen Stuhl-Nummer - auch im "Wilden Westen" ist eben alles eine Frage des Gleichgewichts. Da kann man schon mal einen Tequila im Handstand trinken!

Viele Engagierte

Hinter der Erfolgsgeschichte der Zirkus-Varietés stehen rund zwei Dutzend Engagierte: im Kern Aktive und "Ehemalige" der Mittwochs-Gruppe, die sich wöchentlich im Zirkuszelt zum Üben treffen.

Zum zweiten Mal bei der Gala dabei war Andrea Spenninger, die in Bamberg studiert und über Mund-zu-Mund-Propaganda zur Mittwochs-Gruppe gestoßen ist. Sie überzeugte unter anderem als "Frau ohne Wirbelsäule" beim Handfeuertanz, für den sie in ihrer Freizeit ein Vierteljahr lang geübt hat. Sie wurde über das Wahlfach "Bewegungskünste" in der Schule für die Manege "infiziert".

Klaus Mayr eroberte den Luftraum mit einem großen Würfel aus 1,20 Meter langen Alu-Kanten, den er scheinbar schwerelos durch die Luft wirbeln ließ. Hinterher verriet er: "Ich bin immer auf der Suche nach etwas Besonderem. Diesen Würfel habe ich in Kanada entdeckt. Es war gar nicht so leicht, ihn durch den Zoll zu bekommen und zu erklären, wofür er gut sein soll."

Teilweise sind die Darsteller aus ganz Deutschland angereist, zumeist aus alter Verbundenheit mit dem Projekt.
So trafen sich auch heuer wieder die mit nationalen und internationalen Preisen dekorierten Bender-Schwestern Doris, Antje und Marion sowie Andrea Kreppel, um mit ihren Einrädern spektakulär die Manege zu erobern.

"Das Schwierige an der Nummer sind nicht die einzelnen Figuren", so Doris Bender bescheiden, "die kann jede für sich üben. Kompliziert ist für uns die Koordination, weil wir uns durchs Studium nicht mehr so oft sehen. Aber in den Weihnachtsferien haben wir jeden Tag geübt, sogar an Heiligabend."

Bei so viel Engagement auf allen Seiten wundert es nicht, dass der Funke von Anfang an aufs Publikum übersprang und die rund zwei Stunden Vorstellung viel zu schnell zu Ende gingen!

Die 19 Darbietungen lebten neben dem künstlerischen Wirken von der Kurzweil und Präzision. Neben dem "Macher" Schorsch Bross gibt es viele Eckpfeiler dieser Erfolgsgeschichte; Fabian Rieger, Bene S. Schmidt und Sara Wunderer stehen exemplarisch für das stabile Fundament dieser Benefiz-Veranstaltung.

Die unterschiedlichsten Talente, die verschiedensten Temperamente - doch bei allen spürt man das Herzblut, mit dem sie dabei sind. Oder, wie Ehrengast Melanie Huml, Bayerische Gesundheitsministerin und Stiftungsratsvorsitzende des Zirkus-Projektes Giovanni, es ausdrückt: "Diese Kreativität und Körperbeherrschung - einfach toll, was die hier für den guten Zweck auf die Beine stellen!" Von Bewegungskünsten war sie selbst schon in ihrer Schulzeit fasziniert, vor allem aber ist sie überzeugt vom Zirkus-Projekt des Jugendwerks Don-Bosco: "Hier dürfen junge Menschen im Wortsinn Zirkus machen.

Das Projekt kommt gerade auch benachteiligten Jugendlichen und Kindern mit Migrationshintergrund zu Gute." Auch Emil Hartmann, Leiter des Don Bosco-Jugendwerks, freut sich: "Hier spürt man Energie ohne Ende - und die überträgt sich auch auf die Jugendlichen. Deswegen organisieren wir 25.000 erlebte Zirkusstunden pro Jahr!"

Geboren wurde die Idee für das Thema "Western" übrigens bei der Abschlussfeier des letztjährigen Varietés, inspiriert durch den Kinofilm "Django".

Man darf schon gespannt aufs nächste Jahr sein. . .
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