Litzendorf
Vergleich

AfD schwingt Nazikeule gegen SPD und Grüne

Die AfD Bamberg hat SPD und Grüne im Ellertal als "Massenmörder im Wartestand" bezeichnet und sich selbst mit den Opfern des Nazi-Regimes verglichen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Ellertaler SPD-Mitglieder Susanne Bonora, Klemens Wölfel und Anni Fleischmann (von links)m bei der Mahnwache in Pödeldorf. Foto: privat
Die Ellertaler SPD-Mitglieder Susanne Bonora, Klemens Wölfel und Anni Fleischmann (von links)m bei der Mahnwache in Pödeldorf. Foto: privat
Der Nazivergleich findet sich so zumindest in einem mit dem Kürzel "fk" gekennzeichneten Beitrag auf der Facebook-Seite des Bamberger Ablegers der Partei. Anlass war offenbar eine Mahnwache des Bündnisses "Buntes Ellertal" bei einer AfD-Veranstaltung im November in einer Pödeldorfer Gaststätte.


Friedliche Meinungsäußerung

"Die Mahnwache war ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt. Es war vollkommen friedlich und niemand wurde am Betreten der Gaststätte oder an der Teilnahme an der Veranstaltung gehindert", beschreibt Thomas Pregl, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Ellertal, die Situation. Etwa 35 Personen des Bündnisses, dem neben den örtlichen Grünen und der SPD weitere Vereine und Verbände sowie die Gemeinde Litzendorf angehörten, hätten still und mit Kerzen ihrer politischen Meinung Ausdruck verliehen. Man habe die gleiche grundgesetzlich garantierte Versammlungsfreiheit wahrgenommen wie die AfD.

Erschreckend findet Pregl nun die Geschichtsklitterung, die in dem Facebook-Kommentar betrieben werde: "Es ist unerhört, geschmacklos und eine Verhöhnung der sechs Millionen ermordeten Juden, dass sich die AfD in dem Pamphlet in einer Opferrolle gefällt und sich mit den Juden im Nazi-Regime vergleicht."

Tatsächlich heißt es in dem Beitrag, der dem Kürzel nach wohl dem zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des AfD-Kreisverbands Bamberg, Florian Köhler, zuzuordnen ist, "für diese Bestrebungen, eine ganze Bevölkerungsgruppe buchstäblich aus der Gesellschaft auszuschließen, gibt es in der deutschen Geschichte nur eine Parallele, nämlich die Behandlung von Juden in den dreißiger Jahren." Und gezielt an SPD und Grüne im Ellertal richtet der Kommentator die Worte: "Ihr seid widerwärtig!"


Täter und Opfer

"Hier werden rote Linien bewusst übertreten, um den politischen Gegner auf das Übelste zu diffamieren!", entgegnet Pregl auf die Anfeindungen. Und als SPD-Mitglied trifft es ihn besonders, dass "die älteste deutsche demokratische Partei, die als einzige Partei gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz gestimmt hat und von der viele Mitglieder in die Konzentrationslager kamen und ermordet worden, nun mit den Schergen eines organisierten und industrialisierten Genozids gleichgesetzt wird". Das könne und dürfe nicht toleriert werden.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren