Steppach
Kirchweih

Abgebrochene Fichte hält Steppacher Kärwasburschen in Atem

Mit schnell herbeigeschafften Holzschienen und etlichen Nägeln war das Malheur im Nu behoben. Nun hat der Baum eine Halskrause.
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Mit einem selbstgebauten Windradflügel spielten die Kärwasburschen auf einen Schwertransport ins benachbarte Mühlhausen an, der die Steppacher Nachtruhe gestört hatte. Foto: Sonja Werner
Mit einem selbstgebauten Windradflügel spielten die Kärwasburschen auf einen Schwertransport ins benachbarte Mühlhausen an, der die Steppacher Nachtruhe gestört hatte. Foto: Sonja Werner
Energiewende - diesem wichtigen Thema widmete sich der Kärwaumzug in Steppach heuer besonders. Allerdings natürlich in einer eigenen Weise und auf Steppacher Art. Nicht jedes einzelne spottwürdige Ereignis hatte seinen eigenen Wagen. Die waren wie dort üblich lediglich auf Pappschildern schriftlich vermerkt.

Darüber jedoch thronte ein lebensgroßer Windmühlenflügel, Marke Eigenbau, und mit einer besonderen Bewandnis: Anlässlich der Energietage in Mühlhausen war der Transport der benötigten Einzelteile für die dort neu aufgestellten Windräder auch durch Steppach gegangen - nachts nach Mitternacht, womöglich, um wenig Aufsehen zu erregen.

Das funktionierte dank der aufmerksamen Kärwasburschen jedoch nicht.
Auf wundersame Weise war plötzlich mitten auf der Innenfläche des Kreisverkehrs eine Grillparty im Gange und der Transport fand unter strenger Aufsicht der Burschen statt - zumindest im Bereich Steppach.

Das schrie natürlich geradezu nach einem Kärwaswagen. "Auf Wunsch steigen wir gerne ins Geschäft und fertigen auf Bestellung weitere solche Flügel", sagte Oberkärwasbursch "Leo" Manfred Schleicher schmunzelnd. "Anfragen von interessierten Firmen bitte direkt an uns."

Auch wenn mögliche Interessenten bislang noch ausblieben - der Wagen fand allemal Anklang bei den zahlreichen Zuschauern am Straßenrand, die natürlich auch die anderen aufgeschriebenen örtlichen Ereignisse zu kommentieren wussten.

Ein Baum mit Halskrause

Den Spaß an der Kärwa ließen sich Gäste und Kärwasverein - zu dem übrigens auch jede Menge Damen gehören - auch durch ein oder besser gesagt zwei Missgeschicke beim Baumaufstellen am Samstag nicht nehmen. Die Fichte war nämlich kaum zur Hälfte in die Höhe gehievt, da brach der Kopf ab. "Wetterbedingt", erklären die Vereinsmitglieder einstimmig. "Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat auch den Bäumen nicht gut getan."

Doch man wusste sich zu helfen. Wieder runter mit der Fichte, und mit schnell herbeigeschafften Holzschienen und etlichen Nägeln war das Malheur im Nu behoben. Nun hat die Steppacher Kärwasfichtn halt eine Halskrause - was soll's. Immerhin, standhaft ist sie trotzdem. Den starken Windangriffen Samstagnacht durch die Mittelfranken passierende Gewitterfront hielt sie stand.

Dass die ganze Fichte am Sonntag ein wenig auf halb acht hing, dafür war wirklich nur der nächtliche Wind verantwortlich. "Wird so schnell wie möglich wieder in Ordnung gebracht", versprach der "Leo": "Der Baum will nicht, aber er muss!"

Das war es dann aber auch mit den Missgeschicken. Der Bieranstich durch Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) und Vereinsvorsitzenden Schleicher hatte tadellos geklappt und die hochsommerliche Hitze hielt keinen Besucher davon ab, die Kärwa zu feiern. Auch wenn alle Mitglieder des Kärwavereins alle Hände voll zu tun hatten mit Umzug, Baumaufstellen, Zeltbewirtung und vielem anderem - so ist das nun mal bei der Kirchweih.

Und um Nachwuchs braucht er sich keine Sorgen zu machen. Erst im vergangenen Oktober kam ein neues Mitglied hinzu: Jakob, Sohn des zweiten Vorstands Sebastian Derrer, wurde kurz nach seiner Geburt angemeldet - der Apfel fällt schließlich nicht weit vom Stamm.

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