Bamberg
Infrastruktur

8700 Menschen unterschreiben für den "Radentscheid Bamberg"

Zur Förderung des Radverkehrs hat die Initiative "Radentscheid Bamberg" Unterschriften gesammelt. Ergebnis: Sie würden für einen Bürgerentscheid reichen.
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Grafik: Carolin Höfer; Quelle: Radentscheid Bamberg
Grafik: Carolin Höfer; Quelle: Radentscheid Bamberg
Es war der 20. Januar, als der erste große Bericht in der Zeitung stand - über eine Initiative, formiert aus Radfahrern. Zehn Ziele wollten sie durchsetzen, um das Leben für die Nutzer des Drahtesels nicht nur sicherer, sondern auch angenehmer zu machen. Diesem Stück ist der "Radentscheid Bamberg" seit Freitag ein Stück näher bekommen.

Wie der Name sagt, war und ist das Ziel ein Bürgerentscheid. Voraus ging ein Bürgerbegehren, für dessen Erfolg sechs Prozent der wahlberechtigten Bamberger Bevölkerung unterschreiben mussten, in Zahlen 3300. Tatsächlich setzen beinahe 8700 Unterzeichner ihren Namen auf die Listen.

Initiator Christian Hader ist begeistert: Nie zuvor sei ein Bürgerbegehren in Bamberg erfolgreicher gewesen. Die Anzahl der Unterschriften übertreffe nicht nur das für ein Bürgerbegehren benötigte Quorum von 3300 Unterschriften. Es zeige sich nun auch, dass das Quorum für einen Bürgerentscheid keine Hürde sei. Nötig wären für diesen die Unterschriften von 15 Prozent der Wahlberechtigten, sprich 8300 Namen.


Votum an den Stadtrat

Dass im ersten Anlauf bereits rund 8700 Bamberger unterschrieben haben, wertet Hader als "ein eindeutiges Votum an Stadt und Stadtrat. Die Zeit für einen massiven Ausbau der Radinfrastruktur ist jetzt", sagte er Freitagabend bei der Bekanntgabe der Zahlen. Auch Co-Initiator Andreas Irmisch glaubt: "Der Rückhalt in der Bevölkerung wird die Umsetzung wesentlich näher bringen."

Dieser Rückhalt entkräfte auch das ein oder andere Vorurteil, sagt Christian Hader. "Es heißt ja häufig, die Sieben-Hügel-Stadt Bamberg könne wegen der anspruchsvollen Topographie keine echte Fahrradstadt sein und man dürfe die älteren Menschen nicht vergessen. Jeder fünfte Unterzeichner des Radentscheids ist älter als 60 Jahre und mit fast 30 Prozent am Gesamtanteil haben im Berggebiet die meisten Menschen überhaupt unterschrieben." Den Verweis auf den Verkehrsentwicklungsplan 2030 oder auf den Radwegeausbau an der Nordtangente wollen die Initiatoren dabei nicht als Argument gegen die Ziele des Radentscheids gelten lassen.


Maßnahmen zeitnah gefordert

"Die Unfallzahlen und der mit 30 Prozent erfreulich hohe Radverkehrsanteil erfordern konkrete Maßnahmen im Sinne einer hochwertigen und flächendeckenden Fahrrad-Infrastruktur, die zeitnah eingerichtet wird", heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

Maßnahmen wie etwa Fahrradstraßen können aus Sicht des "Radentscheid Bamberg" relativ kostengünstig umgesetzt werden. Gleichwohl weiß man: Es sind auch Investitionen nötig. Dabei verweist Christian Hader auf die höheren Ebenen: "Der Ausbau der Radinfrastruktur wird von Bund und Freistaat Bayern gefördert, so dass die Stadt nicht alle Kosten selbst tragen muss."
Doch wie sieht die Stadt all das? Wie werten die Entscheidungsträger im Rathaus die Ergebnisse der Unterschriftensammlung für einen Radentscheid?
Da die Zahlen Freitagabend um 19.30 Uhr veröffentlicht wurden, ist erst ab Montag mit einer Stellungnahme aus der Stadtverwaltung zu rechnen.

Die Initiatoren wollen auf Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und den Bamberger Stadtrat zukommen. Christian Hader: "Alles weitere ist dann ein Prozess, auf den ich gespannt bin." Hader selbst weiß auch, dass die Stadt die formellen Kriterien des Bürgerbegehrens noch prüfen wird und ob dann der Weg frei ist zum Bürgerentscheid.
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