Bamberg
Erweiterung

8,5 Millionen für Neubau am Bamberger Staatsarchiv

Das Staatsarchiv Bamberg platzt aus allen Nähten. Weil stetig Akten staatlicher Behörden dazukommen, bekommt das bestehende Gebäude im Haingebiet einen Anbau.
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Auf der Skizze ist zu sehen, wo sich der Neubau befinden wird. Fotos: Ronald Rinklef
Auf der Skizze ist zu sehen, wo sich der Neubau befinden wird. Fotos: Ronald Rinklef
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Kilometer und Meter, das sind die Maßeinheiten, in denen im Staatsarchiv Bamberg gerechnet wird. Ausgelegt ist es auf eine Lagerkapazität von 16 laufenden Kilometern an Akten, das heißt: Würde man die Dokumente aneinanderreihen, käme man auf 16 Kilometer. Aktuell liegt der Bestand aber bei 22. Wohin also mit sechs Kilometern Unterlagen zu viel?

"Wir mussten zahlreiche Akten auslagern", erklärt Stefan Nöth, Direktor des Staatsarchivs Bamberg. Einen Teil habe das Staatsarchiv Coburg aufgenommen, ein anderer sei in Debring in angemieteten Räumen untergebracht, wie Staatssekretärin Melanie Huml (CSU) bei der Besichtigung des Neubau-Grundstücks im Hain ausführte.

Hinzu kommt, dass das Staatsarchiv jedes Jahr etwa 300 bis 500 Meter neue Akten von staatlichen Behörden der unteren Ebene - wie Landratsämtern oder Gerichten - und der Regierung übernimmt.
"Der Neubau ist nötig, weil wir in drei Jahren auch in Debring voll sind", gibt Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektion der Staatlichen Archive in Bayern, zu bedenken.

8,5 Millionen für die Akten

Geschätzte 8,5 Millionen Euro lässt sich der Freistaat das neue Gebäude kosten. Es wird auf einem Nachbargrundstück des Staatsarchivs entstehen und direkt an den bestehenden Magazinbau anschließen.
In den ersten Planungen aus dem Jahr 2005 war noch von sechs Millionen Euro die Rede. "Aber seit 2005 hat sich vieles verändert", sagte MdL Heinrich Rudrof (CSU). Sieben Jahre lang war das Bauvorhaben nicht im Haushalt hinterlegt, im Doppelhaushalt 2013/2014 ist das Geld nun eingeplant.

Wann kann es los gehen mit dem Bau? "Wir gehen davon aus, dass wir in den Planungsauftrag im Laufe des Jahres 2013 erhalten", sagt Fritz Angerer, Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg. Er ist schon gespannt auf den Architektenwettbewerb, der sich an die Ausschreibung anschließen wird: "Es handelt sich hier um einen hochsensiblen Bereich wegen der Bebauung im Umfeld."

Aus den Wettbewerbern werden 15 bis 20 Architekten ausgewählt, die dann gegeneinander antreten. Sobald die Bauunterlagen fertig sind, werden sie dem Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags zur Abstimmung vorgelegt.

Angerer rechnet für den Wettbewerb etwa ein halbes Jahr plus rund drei Jahre Bauzeit, bis das neue Magazingebäude zwischen Hainstraße und Schützenstraße seine Einweihung feiern kann.

Auf 3860 Quadratmetern Nutzfläche ist dann Platz für 19 Kilometer "laufendes Archivgut". Damit wird die Bautätigkeit am Staatsarchiv aber wohl noch nicht beendet sein: "Wenn der Anbau fertig ist, könnten wir die Bestände aus dem Altbau übersiedeln und diesen sanieren", wagt Margit Ksoll-Marcon einen Ausblick.

Auf die Frage, warum in der der Zeit der Digitalisierung überhaupt über Neubauten und Sanierungen nachgedacht wird, sagt sie klar: "Digitalisieren ist nicht unbedingt billiger." Es müssten etwa geeignete Datenträger mit einer möglichst langen Haltbarkeit gefunden werden. Zudem bräuchte man viel Platz für Server, auf denen die Daten gespeichert werden könnten. Und die Kosten für das Digitalisieren der einzelnen Blätter seien nicht zu unterschätzen. "Wir sprechen hier von vielen Kilometern."

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