Bamberg
Straßenverkehr

2015 starben sechs Menschen auf Bambergs Straßen

2015 sind in Bamberg so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. Einfache Erklärungen dafür scheint es nicht zu geben.
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Grablichter stehen Anfang Januar 2015 an der Stelle des Berliner Rings in Bamberg, an der eine junge Radfahrerin tödlich verunglückt ist. Archivfoto: Barbara Herbst
Grablichter stehen Anfang Januar 2015 an der Stelle des Berliner Rings in Bamberg, an der eine junge Radfahrerin tödlich verunglückt ist. Archivfoto: Barbara Herbst
Berliner Ring/Zollnerstraße, Gaustadter Hauptstraße, Pödeldorfer Straße, Hallstadter Straße/Kronacher Straße: Jeder der genannten Orte steht für einen Verkehrsunfall, bei dem 2015 in Bamberg ein Mensch ums Leben gekommen ist. Vier Verkehrstote weist die Statistik der Polizei auf, so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Genau genommen starben sogar sechs Menschen in Bamberg an den Folgen eines Unfalls im Straßenverkehr. Allerdings tauchen Opfer, die erst nach mehr als 30 Tagen ihren erlittenen Verletzungen erlegen sind, nicht in der offiziellen Verkehrstoten-Statistik der Polizei auf.

Für die Beteiligten und Hinterbliebenen spielt es freilich keine Rolle, ob jemand unmittelbar an den Folgen stirbt oder Monate später. Jedes dieser Unglücke ist eine Tragödie und eines zu viel.

Warum es 2015 diese bedauerliche Steigerung gab? Polizei-Sprecherin Silke Gahn kann es nicht erklären. Zu unterschiedlich seien die Unfälle gewesen, als dass man eine Ursache ausmachen könnte. Es lasse sich auch räumlich kein Brennpunkt erkennen, aus dem die für die Verkehrssicherheit zuständigen Stellen bei Stadt und Polizei Lehren für die Zukunft ziehen könnten. Nach den Worten der Polizeioberkommissarin ist wohl vorwiegend von menschlichem Versagen auszugehen.


Gleich zwei Todesopfer im Januar

Ein Blick zurück: Das Jahr war erst sechs Tage alt, da verlor eine 24-jährige Radfahrerin am Berliner Ring ihr Leben. Sie war von einem Sattelzugfahrer übersehen und erfasst worden. Am 31. Januar passierte schon der nächste tödliche Unfall, als ein 81 Jahre alter Fußgänger auf der Gaustadter Hauptstraße überfahren wurde.

Nur drei Monate später verunglückte ein 19-Jähriger mit seinem Auto in einer Baustelle in der Pödeldorfer Straße tödlich. Am 18. September schließlich bezahlte ein 73 Jahre alter Radfahrer in der Hallstadter Straße mit seinem Leben, als er beim Überqueren der Kronacher Straße offensichtlich eine rote Ampel ignorierte und mit einem Lastwagen zusammen stieß.

Soweit die vier offiziellen Unfälle mit Todesfolge. Die beiden anderen Verkehrsopfer sind ein 90-jähriger Passant, der am 29. Mai beim Überqueren der Luitpoldstraße von einem in die Heiliggrabstraße abbiegenden Lastwagen überfahren worden ist, und eine 83 Jahre alte Frau, die in einem fahrenden Stadtbus aufgestanden und unglücklich auf den Hinterkopf gestürzt war. Beide erlagen Wochen später ihren schweren Verletzungen.

Zum Glück erlebt Bamberg nicht nur Jahre wie diese. Beim Blick in die Statistik der Inspektion Bamberg-Stadt macht Silke Gahn für 2014 gar keinen tödlichen Unfall aus. In den Jahren 2013 und 2011 war jeweils ein Verkehrsopfer zu beklagen, 2012 waren es drei. 2010 ließen ebenfalls vier Menschen auf Bambergs Straßen. Blättert man weitere fünf Jahre zurück, war das Jahr 2005 wiederum ein trauriger Ausreißer nach oben mit vier Verkehrstoten.
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