Der zehnjährige Aron strahlt übers ganze Gesicht. Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen, als er beim Hafenfest auf einer echten Rangierlokomotive im Fahrerstand mitfahren darf. "Ich habe selbst eine große Modelleisenbahn zu Hause und wenn ich groß bin, möchte ich einmal Lokführer werden", erzählt er bei der Mitfahrt. Am Ende wird er den "Lok-Führerschein" ausgehändigt bekommen.

Die Mitfahrten in einer der beiden Dieselloks war nur eine von vielen Attraktionen, die es anlässlich des 50. Jubiläums des Bamberger Hafens gab. Große Anziehungskraft nicht nur auf Kinder, sondern auch auf viele erwachsene "Hobbyeisenbahner" ging auch vom historischen Dampfzug aus. Hier konnten die Besucher entlang des Kais mitten durch den Hafen in Richtung Rheinstraße in nostalgischen Waggons eine Rundfahrt genießen.
Spektakulär war auch die Rettungsaktion von DLRG und Wasserwacht. Von einem Arbeitsschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes aus wurde hier ein ausgeschlachtetes Auto mit einer Dummy-Puppe in das Hafenbecken versenkt. Taucher bargen zunächst die Puppe und anschließend wurde das versenkte Auto wieder aus dem Wasser gehoben.

Im Rahmen des eintägigen Hafenfestes standen auch ganz viele Türen offen, die sonst verschlossen sind. Sowohl bei den im Hafen ansässigen Firmen und Unternehmen als auch an Bord der vielen Schiffe. So konnten Besucher eines der Hotelschiffe in Augenschein nehmen, den Maschinenraum eines Frachtschiffes begutachten oder den Führerstand eines Personenschiffes inspizieren. Wer etwas Geduld mitbrachte, konnte sogar an Bord des Wasserschutzpolizeischiffes gehen. Und die ganz Mutigen wurden mit einem schönen Rundumblick auf das Hafengelände in einem an einem Autokran gehängten "Ballon" belohnt.

Am Ende, so schätzte der Veranstalter, die Bayernhafengruppe, dürften sich zum Jubiläumsfest weit über 20 000 Besucher in den Hafen begeben haben. "Unsere Erwartungen wurden positiv übertroffen. Auch freuen wir uns, dass es uns mit dem bunten Hafenfest gelungen ist, den Menschen einen Blick hinter die Kulissen werfen zu lassen und ihnen ein Gefühl für das Arbeiten im Hafen zu vermitteln", bilanzierte Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafengruppe.

1960 hatte man mit dem Bau des Main-Donau-Kanals begonnen. Bereits zwei Jahre später, am 25. September 1962, wurde der Hafen in Bamberg eröffnet. Mit einem Warenumschlag von 2,8 Millionen Tonnen im Jahr gilt er heute als eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben in Oberfranken. Der Bayernhafen Bamberg ist aber auch ein bedeutender Arbeitgeber. Rund 75 Unternehmen sind hier ansässig. Sie beschäftigen 1700 Mitarbeiter.