Bischberg
Sexualdelikte

19-Jähriger vor Gericht: Er soll neun Kita-Mädchen sexuell missbraucht haben

Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis: Ein 19-Jähriger soll neun Mädchen in der Bischberger Kita sexuell missbraucht haben.
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Die neun  Missbrauchsfälle sollen vergangenen Herbst in der Bischberger Awo-Kita geschehen sein. Archivbild: Matthias Hoch
Die neun Missbrauchsfälle sollen vergangenen Herbst in der Bischberger Awo-Kita geschehen sein. Archivbild: Matthias Hoch
Vor dem Jugendschutzgericht des Landgerichts Bamberg muss sich ab Freitag nächster Woche ein 19-Jähriger aus dem Landkreis wegen sexuellen Missbrauchs von neun Mädchen verantworten. Nachdem er zuvor ein Jahr als Praktikant in der Bischberger Awo-Kita gearbeitet hatte, begann er dort im September letzten Jahres eine Ausbildung zum Erzieher. Noch im gleichen Monat wurde er vom Betriebsträger, der Awo zunächst frei gestellt und dann sofort gekündigt: Wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauchs. Dann kamen die Dinge ins Rollen. Im November gab es die erste Anzeige bei der Polizei, nach und nach folgten weitere.

Kritik musste sich die Awo dann in diesem Jahr und insbesondere nach der Verhaftung des jungen Mannes im Februar wegen schlechter Informationspolitik und anfangs mangelnden Krisenmanagements gefallen lassen.

In dem am Freitag nächster Woche am Landgericht beginnenden Prozess werden dem Angeklagten acht Fälle von sexuellem Missbrauch Minderjähriger sowie zwei Fälle schweren sexuellen Missbrauchs zur Last gelegt. Hinzu kommt in allen Fällen der Tatvorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Betroffen waren offenbar insgesamt neun Mädchen im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Außerdem soll sich der Angeklagte im Besitz von kinderpornografischen Schriften befunden haben. Wegen der besonderen Schutzwürdigkeit der Opfer, also wegen deren sehr jungem Alter, findet der Prozess vor dem Jugendschutzgericht statt.

Beim Angeklagten selbst wird zu entscheiden sein, ob er nach Jugendstrafrecht oder nach dem Erwachsenenstrafrecht zu behandeln ist. Als Jugendlichem könnten ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen. Nach Erwachsenenstrafrecht wären es maximal 15 Jahre.

Der Prozess beginnt am Freitag, 15. Juni, um 9 Uhr. Als weitere Prozesstage sind der 25. und der 26. Juni vorgesehen. Die Hauptverhandlung wird der Vorsitzende Richter am Landgericht, Markus Reznik leiten. Es ist durchaus möglich, dass es bei der Verhandlung zu einem Ausschluss der Öffentlichkeit kommen könnte.

Wie der kommissarische Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Klaus Stieringer, anmerkt, habe man den Eltern in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Hilfsangeboten unterbreitet, ebenso hat es Angebote in Sachen Aufarbeitung beziehungsweise Prävention für die Awo-Mitarbeiter gegeben.

In der Bischberger Kita soll inzwischen wieder eine gewisse Ruhe eingekehrt sein, erbringt die FT-Nachfrage bei betroffenen Eltern. Der Prozess werde nun freilich Dinge wieder aufwühlen.
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