Burgebrach
Jubiläum

150 Jahre FFW Burgebrach

Die Freiwillige Feuerwehr Burgebrach feierte groß ihr 150-jähriges Bestehen mit vielen Freunden und Ehrengästen.
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Groß und Klein zeigten Flagge beim Festzug. Fotos: Joseph Beck
Groß und Klein zeigten Flagge beim Festzug. Fotos: Joseph Beck
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Der Sonntag war sicherlich der Höhepunkt der Feierlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Burgebrach, die schon die ganze Woche ihr 150- jähriges Bestehen feierte. Schon früh holten die Feuerwehrler ihren Patenverein, die FF-Höchstadt, am Ortseingang ab, zogen dann zum Haus des Schirmherrn, des Ersten Bürgermeisters Johannes Macienjonczyk (CSU), und schließlich zum Festzelt an der Ampferbacherstraße. Den ökumenischen Gottesdienst hielten der katholische Pfarrer Bernhard Friedmann und der evangelische Walsdorfer Pfarrer Ulrich Rauh.

Friedmann erinnerte daran, dass die Männer und Frauen der Feuerwehr rund um die Uhr im Einsatz seien. Weiter sagte er: "Wo andere flüchten, müsst ihr hinein. Deshalb gilt euch der besondere Dank und Gottes Segen." Rauh ging in seiner Predigt besonders auf das Wasser ein, das nicht nur für Natur, Mensch und Tier lebensnotwendig sei, sondern besonders auch für die Feuerwehr bei ihren Einsätzen. "Jesus aber hat ein anderes Wasser für uns", fuhr der Pfarrer fort, "er ist der Feuerwehrmann für die Menschen." Er brauche keine Notrufnummer 112, er verändere die Menschen, führte er weiter aus und ermunterte die Wehrler ihre Einsätze mit Gottvertrauen anzugehen. Er schloss: "Dieser Geist Gottes ruft alle, also: Wasser marsch, Amen!"

Den Festgottesdienst umrahmten musikalisch die Ebrachtaler Musikanten unter ihrem Dirigenten Florian Unkauf. In einem Lied wurde dabei besonders der Heilige Florian, der Schutzpatron der Feuerwehr angerufen: "Hilf uns im Einsatz, bei Gefahr´n, das bitten wir dich, Florian!"

Für den großen Festtag der Burgebracher Wehr hatte er ein hochsommerliches Wetter mit 30 Grad geschickt. Das tat aber der guten Stimmung und den 120 Vereinen des fulminanten Festzuges durch den alten Ortskern von Burgebrach keinen Abbruch. Sie marschierten frohgemut am Schreibwarengeschäft Liebert vorbei, das ein ganzes Schaufenster für die Feuerwehr mit Fotos von 1894 und anderen Feuerwehrgegenständen dekoriert hatte. Der Zug steuerte dann zum Seniorenheim St. Vitus, machte dort kehrt und im Gegenzug ging es dann zur Mariensäule. Dabei wurden viele Bekannte auf der anderen Straßenseite begrüßt und auch die Zuschauer auf den Gehsteigen, die sich aber alle auf der Schattenseite aufhielten. Am Alten Feuerwehrhaus vorbei führte der Zug schließlich vorbei am Dorfkreuz wieder Richtung Festzelt, was die Geschwindigkeit doch merklich beflügelte angesichts der trockenen Zunge.

Angeführt wurde der lange Zug natürlich von dem alten TLF, das den liebevollen Namen Emma trägt und das von Altmitgliedern begleitet wurde. Zahlreiche Ehrengäste folgten dem Oldtimer, angeführt von den Ehrendamen Sina Döllein, Julia Bäuerlein, Bernadette Metzner, Jana Pflaum, Leonie Kramer und Annika Kramer in ihren schicken, langen weinroten Kleidern.

Ehrenplatz für Patenvereine

Ihnen folgten Bürgermeister und Schirmherr Johannes Macienjonczyk, die Geistlichen Albert Müller, Bernhard Friedmann und Ulrich Rauh, die Politiker des Bundes-, Land- und Kreistags, sehr viele Bürgermeister, Kreis- und Gemeinderäte und die Führungskräfte der Feuerwehr. Die Ebrachtaler unterhielten mit flotter Musik den ersten Teil des Zuges. Einen Ehrenplatz nahmen die Patenvereine aus Höchstadt und dem pfälzischen Kapsweyer ein, das seit den Kriegsjahren eine Freundschaft mit Burgebrach verbindet, da damals Ausgesiedelte hier untergebracht waren.

Neben den vielen Feuerwehren marschierten Obst- und Gartenbauvereine, der Gesangverein Steigerwald, die Ebrachtaler Spätzünder, die Rot-Kreuz-Bereitschaft, Krieger- und Soldatenkameradschaften, Sportvereine, Schützen-, Heimat- und Verschönerungsvereine und viele andere Gruppen. Für jeden war es Pflicht und Ehre, dabei zu sein. Für gute Stimmung und den nötigen Gleichschritt sorgten außerdem der Spielmannszug der FF Höchstadt a.d. Aisch, der Musikverein Mühlendorf, die Blaskapellen Zentbechhofen, die Maintaler aus Trosdorf, die Mönchhernsdorfer, die Ebrachtaler Heimatklänge Ampferbach und die Jugendblaskapelle Burgwindheim. Zwei bekannte Burgebracher Urgesteine, Renate und Christl, meinten am Ende: "Der Umzug war sehr schön und gut geregelt." Für Fränkinnen kurz und treffend ausgedrückt!

Groß war der Jubel des proppenvollen Festzeltes, als die Fahnenträger schenkend und ob des Gleichgewichts manchmal auch schwankend in das Festzelt einzogen. Da hielt es niemand mehr auf den Bänken, alle standen und klatschen kräftig Beifall.

FFW-Vorsitzender Florian Thienel begrüßte alle Ehrengäste, Feuerwehrkameraden und Gäste im Namen der gesamten Jubelwehr. Bürgermeister Macienjonczyk sprach auch im Namen seiner Politikerkollegen Staatsministerin Melanie Huml (CSU), MdB Thomas Silberhorn (CSU), Andreas Schwarz (SPD), MdL Holger Dremel (CSU), MdL Jan Schiffers (AfD) und der Bürgermeister und sagte: "Die Leistung dieser Feuerwehr ist beispielhaft und lobenswert und macht mich als Bürgermeister stolz."

Landrat gratuliert

Dem schloss sich auch Landrat Johann Kalb (CSU) an und gratulierte allen zu ihrem Jubiläum. Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann überbrachte die Glückwünsche auch seiner Kollegen der Kreisbrandinspektoren Björn Herrmann, Thomas Renner, Friedrich Riemer und neun weiterer Kreisbrandmeister. Sein Dank galt im besonderen dem Vorsitzenden Florian Thienel und ddem Ersten Kommandanten Matthias Titz mit ihren Mannschaften. "Ich bin stolz auf diese Stützpunktfeuerwehr hier in Burgebrach, denn ihr habt die Zeichen der Zeit erkannt und danach gehandelt."

Thienel dankte den Geistlichen für den Festgottesdienst, allen Grußredner für ihre kurzen, aber prägnanten Reden, dem Festausschuss und den vielen Helfern und Sponsoren. Er erwähnte, dass es keine Gastgeschenke gäbe, der Betrag von 1500 Euro aber an das Hilfswerk "Hilfe für Helfer" des Landesfeuerwehrverbandes Bayern überwiesen wurde. Diese Tat wurde mit Wohlwollen aller aufgenommen, denn der Platz für Teller und Krüge sei doch sehr eng geworden und so könne man Kameraden in Not wirklich helfen. Unter der Regie von Altbürgermeister Georg Bogensberger wurde ein mit vielen Bildern und Beiträgen ausgestattete Festschrift erstellt.

Nach den wirklich sehr kurzen Reden stieg die Stimmung trotz der Wärme im Festzelt ständig an, da es die Ebrachtaler prächtig verstanden, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern mitzureißen. Genossen haben es aber auch die vielen Gäste vor und neben dem Zelt. Besonders den Kindern aber gefiel es bei dem heißen Sommeranfang barfuß in der nahen Ebrach zu plantschen.

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