Die eine - kleinere - Hälfte des regionalen Wertholzverkaufes ist "gelaufen", die andere steht am Mittwoch bevor. Gestern wurden rund 400 Festmeter Laubholz-Stämme, gesammelt am Holzlagerplatz Strullendorf, im traditionellen Submissionsverfahren veräußert. Etwa 1000 Festmeter Nadelhölzer werden - wie schon in den letzten Jahren wieder in Litzendorf - meistbietend versteigert. Die Laubholz-Ergebnisse gehen bei den einzelnen Baumarten kräftig auseinander, vor allem die Einbrüche bei der Eiche schmälern das Gesamtergebnis. Mit 161 von insgesamt 531 Festmetern war sie am stärksten vertreten.

Vor allem dem geringeren Interesse an dieser Baumart ist es zu danken, so Johannes Hölzel, Holzvermarkter bei der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO), dass die Durchschnittserlöse beim Laubholz weiter auf 270 Euro pro Festmeter gesunken sind. 2010 lagen sie bei 292 Euro, 2011 bei 288 Euro. "Wir werden daraus die Konsequenzen ziehen und nächstes Jahr weniger Eiche anbieten." Von den 44 Festmetern, die liegen blieben und jetzt im Nachverkauf angeboten werden sollen, ist der Großteil Eiche. Insgesamt sind die Preise für fünf Laubholz-Arten rückläufig, darunter auch die Erle (177 auf 129 Euro pro Festmeter). Im Preis gestiegen sind dafür andere Baumarten, die mengenmäßig nicht so opulent sind. Für Birken zum Beispiel von 100 auf 160 Euro, für die Kirsche von 107 auf 222 Euro und auch für die Walnuss (633 Euro) hält der Aufwärtstrend an.

Mehr Kunden


Besonders erfreulich ist aber die Zunahme bei der Zahl der Kunden: 33 waren es in diesem Jahr, etwa 20 Prozent mehr als 2011. Sogar ein Instrumentenbauer war erstmals darunter und sieben Furnierfirmen (Vorjahr fünf). Sie nahmen auch die teuersten Stämme mit: einen Bergahorn aus dem Revier der Forstbetriebsgemeinschaft Heideck-Schwabach für 2850 Euro und einen Nußbaum für 2333 Euro aus der Fränkischen Schweiz. Den sicherte sich übrigens ein Betrieb im Oldenburgischen. Ein "Exot" durfte übrigens auch in diesem Jahr nicht fehlen. Aus einem Schlosspark in der Nähe von Höchstadt kamen zwei Tulpenbaum-Stämme, die altersbedingt veräußert wurden. Für 134 respektive 126 Euro pro Stamm gingen die insgesamt 2,8 Festmeter weg.

Gut zwei Drittel des Angebots am Holzlagerplatz Strullendorf kommen auch in diesem Jahr aus den Bayerischen Staatsforsten, erläutert Platzwart Hubert Barth. Etwa 1000 Festmeter Nadelhölzer werden es sein, schätzt er, und gut 500 Festmeter Laubholz. Im Großen und Ganzen die gleiche Menge, die auch in den vergangenen Jahren zur Disposition gestanden hat. "Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, die Holzmenge nicht zu verändern", sieht Barth die Sache. "Das Angebot muss groß genug sein, um die Interessenten anzulocken, die wir haben wollen. Es darf aber auch nicht so groß sein, dass es auf den Preis drückt."

Heuer keine Schnee-Probleme


Seit 19. Dezember sind die Stämme am Holzlagerplatz komplett und werden von Barth und seinen Mitarbeitern schneefrei gehalten. Vermehrt nach den Weihnachtstagen kommen auch die Interessenten, um ihre Wahl zu treffen. Die Probleme mit dem Schnee wie im vergangenen Jahr gab es heuer nicht - damals hatte sogar der Verkauf verschoben werden müssen, weil die Stämme und ihre Qualitäten unter den Schneemassen selbst für die Experten kaum zu erkennen waren. "Liegen geblieben ist aber auch im vergangenen Jahr nichts", sagt Barth. Eine ähnlich glatte Räumung erwartet er auch heuer. Das Holz bleibt liegen bis zur Bezahlung.

Bei den Laubhölzern fällt Barth im Vergleich der letzten Jahre auf, dass Edellaubhölzer wie Esche und Bergahorn "sehr stark vertreten" sind. Der Rest verteilt sich bis zum genannten "Exoten" aus dem Schlosspark. Laubholz wird stammweise veräußert, während die Nadelbäume zu Losen von etwa zehn bis 15 Stämmen zusammengefasst sind. Sie kommen am morgigen Mittwoch in Litzendorf unter den "Hammer".