Rattelsdorf

"100 Prozent Zwergenpower" in "Abich"

Euro-Rettungsschirm und lokale Themen wurden beim Faschingsumzug in Ebing humoristisch aufs Korn genommen. Gut organisiert vom Ortskulturring, startete das närrische Treiben in der Oberen Straße.
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Fotos: Renate Neubecker
Fotos: Renate Neubecker
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Angeführt von der Mädchengarde aus Zapfendorf zog der Gaudiwurm durch die Straßen. Mit dem Schlachtruf "Abich Helau" wurde jeder Faschingswagen und jede Fußgruppe von sehr vielen Zuschauern in Faschingslaune begrüßt.

Ganz ungewöhnliche Töne kamen dazu von der bunt verkleideten Ebinger Blaskapelle. Danach folgten gleich die Jüngsten aus dem Maria Ward Kindergarten in bunten Faschingskostümen. Der Pfeifenclub Ebing reagierte wieder einmal sehr schnell: Wurde am Samstag in Rattelsdorf Annette Schavan noch ein Platz unter dem Rettungsschirm geboten, durfte sie jetzt ohne Amt für den Rettungsschirm strampeln.

Der neu gegründete Verein "Die Maafregger" lief als Fußgruppe mit. Die Vereinsmitglieder beklagten, dass im vorigen Jahr die böse Hexe Schniedelwutz den schwarzen Amtsritter entsandte, dadurch sei das Johannisfeuer fast gescheitert. Voller Hoffnung kündigten sie für heuer ein neues Johannisfeuer an.

Sehr aktiv sind beim Abicher Faschingsumzug die Stammtische. Aus Afrika war der Stammtisch "Faxen" angereist. Schwarz angemalt, transportierte die Fußgruppe im Handwagen ihren schwarzen König mit. Mit lauter Musik und vielen kostümierten Mitgliedern kündigte der Stammtisch "Spaßvögel" ein Oktoberfest auf dem Marktplatz an. Während der Stammtisch "Sternla" fragte "Seefest ade, scheiden tut weh". Auf dem Wagen jagte Bruno der Bär den Breitmaulfrosch. Süffisant wurde dazu gesagt: "Egal was es kost und der Bürger zahlt und hält die Gosch".

Die Kirche blieb auch nicht verschont. Mit viel Humor wurde auf dem Stammtischwagen ausgesagt, dass früher ein Pfarrer reichte, heute würden vier gebraucht. Dagegen ließ der gemeindliche Faschingswagen wieder die Puppen tanzen und wies auf die schnellen Verbindungen bei der Breitbandversorgung und der "Autobahn" zwischen Höfen und Freudeneck hin. Ebenfalls aus Rattelsdorf kam der Faschingswagen des 1860-er Fanclubs. Bei ihnen gab es spezielle Bauernregeln für Anhänger dieses Vereins.

Sehr stolz auf ihren Faschingswagen und zum ersten Mal dabei waren die "Gartenzwerge", die Jugendgruppe des Obst- und Gartenbauvereins. Sie propagierten "100 Prozent Zwergenpower". Unterstützung bekamen die Ebinger Narren von der Gymnastikgruppe Lauf und vom Tennisclub Zapfendorf. Der Tennisclub beschäftigte sich mit der Zapfendorfer Orgel und brachte gleich Vorschläge für die Finanzierung mit.

Das Publikum war begeistert und bejubelte jede humorvolle Aussage. Bonbons und Popcorn flogen in Massen. Für die Erwachsenen gab es Krapfen und alkoholische Getränke zum Aufwärmen. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als zum Abschluss des Faschingszuges am Marktplatz die Ebinger Hymne "Lustig ist das Zigeunerleben" gespielt wurde. Zum Ausklang des närrischen Treibens gab es noch einen Kinderfasching im Sportheim der Spielvereinigung Germania.

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