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1, 4 Millionen fürs EG - doch einige Wünsche bleiben offen

In Brandschutz und weitere Maßnahmen werden am Eichendorff-Gymnasium knapp 1,4 Millionen Euro investiert. Die Schulfamilie freut sich auf einen Fassadenanstrich, klagt aber weiter über stinkende Toiletten und veraltete Technik.
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Stille Demonstration im Eichendorff-Gymnasium: Landrat Johann Kalb (Bildmitte) und Markus Knebel (Schulleiter E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium) werden vor der Sitzung des Zweckverbands Gymnasien von demonstrierenden Schülerinnen begrüßt. Fotos: Ronald Rinklef
Stille Demonstration im Eichendorff-Gymnasium: Landrat Johann Kalb (Bildmitte) und Markus Knebel (Schulleiter E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium) werden vor der Sitzung des Zweckverbands Gymnasien von demonstrierenden Schülerinnen begrüßt. Fotos: Ronald Rinklef
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Es war eine so stille wie eindrucksvolle Demonstration, die die Sitzung des Zweckverbands Gymnasien begleitete. Hunderte Schüler bildeten ein Spalier vom Haupteingang des Eichendorff-Gymnasiums (EG) bis zum Tagungsraum und reckten den Teilnehmern Protestplakate entgegen.

Sie beklagten unter anderem Risse in den Wänden, veraltete Laptops, energiefressende Beleuchtung, stinkende Turnhallen-Toiletten - und immer wieder auch das Fehlen einer Aula an ihrer Schule. Selbst das Bamberger Christkind, die EG-Schülerin Anna-Carina Stolze, überreichte den Räten nicht nur einen vorweihnachtlichen Gruß, sondern auch einen langen Zettel mit den Wünschen der Schulfamilie. Die soll sich aber zunächst einmal über Investitionen in Sicherheit und Ästhetik freuen. Vorgesehen sind unter anderem eine rauchsichere Abtrennung der Treppenräume, eine Sicherung der Rettungswege und die Erneuerung der beschädigten Profilglasfassade an der Turnhalle.

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Diese Vorhaben würden alle noch 2020 umgesetzt - vorausgesetzt, die Haushaltsmittel werden zur Verfügung gestellt, die Regierung bewilligt die Förderung rechtzeitig - und die jeweiligen Firmen sind verfügbar. Die Kosten würden sich aktuell auf 1,377 Millionen belaufen, die Mittel stehen teilweise bereits im laufenden Haushalt zur Verfügung, der Rest wird im Haushaltsplan 2020 beantragt. Der Zweckverband erklärte sich einstimmig mit dem Entwurf einverstanden. "Kein Gymnasium wird aus dem Fokus entlassen", machte Kämmerer Bertram Felix in seinem Vortrag vor dem Zweckverband deutlich.

"Diese Maßnahmen schätzen wir sehr und sind dankbar für dieses Geld", erklärte Schulleiter Ansgar Lennartz. "Aber wir wünschen uns weitere Unterstützung." Weil die Schule eben keine Aula hat, finden alle größeren Veranstaltungen in der Turnhalle statt. Für Aufführungen, Auf- und Abbau fallen immer wieder Sportstunden aus. Da wäre eine mobile Bühne für Theateraufführungen hilfreich. Und schlechten Eindruck bei den Besuchern der Schuldarbietungen dürften wohl die Turnhallen-Toiletten hinterlassen. "Wir bräuchten mehr Unterstützung im pädagogischen Bereich, denn wir wollen was bewegen. Mit 100 000 Euro könnte man bei uns eine ganze Menge ausrichten", sagt Lennartz. Neben zeitgemäßer Technik brauche das EG auch einen externen Digitalbeauftragten, der das Ganze betreut. Hilfe von außen möchte man sich auch für den weiteren Schulentwicklungsprozess ins Haus holen.

"Viele kleine Schönheitsfehler" macht Lennartz zudem aus, einige größere Sachen könnten im Rahmen von Brandschutz und Sicherheit miterledigt werden. Zumindest solle nun auch der ersehnte Anstrich der Außenfassade erfolgen. Er vermisst aber noch eine Aussage für die Zukunft: "Alle anderen Gymnasien haben eine Sanierungs- oder Neubauzusage." Der Brandschutz koste zwar auch viel Geld, sei aber ohnehin schon länger fällig gewesen.

"Wir sind mit unserer Schule sehr zufrieden, die Schülerinnen gehen gern hierhin", sagt auch Monika Fehn für den Elternbeirat. Allerdings gäben abgeblätterte Fassadenfarbe und Turnhallen-Toiletten nach außen ein schlechtes Bild ab. Das sei wohl einer der Gründe, weshalb sich in diesem Jahr so wenige Schülerinnen fürs Eichendorff-Gymnasium angemeldet haben: 37 - im Vorjahr waren es noch 20 mehr. An der Schulatmosphäre könne das sicher nicht liegen, sagt Schülersprecherin Alina Utzmann. "Ich kann nur jedem Mädchen in Bamberg empfehlen, ans EG zu gehen, wir haben hier ein tolles Miteinander", sagt Utzmann. Sie hat auch schon an Wochenenden mitgeholfen, die Schule zu verschönern - und ihr Klassenzimmer mitgestrichen. Utzmann würde sich unter anderem bessere technische Ausstattung wünschen: "Bei den Beamern erkennt man das Bild nicht mehr und wir haben nur zwei Dokucams für alle Klassenzimmer." Im Vorfeld der "stillen Demo" hatten die Schüler mit ihrer Kunstlehrerin Transparente gestaltet und in Sprechblasen Forderungen formuliert. "Wir wollten zeigen, dass wir alle zusammenhalten", sagt auch Fehn."Das war jetzt noch nicht das, was wir uns erhoffen", erklärte Schulleiter Lennartz nach dem Vortrag des Kämmerers. Felix machte deutlich, dass der Zweckverband Gymnasien im Haushalt 2020 schon "extrem gut" wegkäme. Er verstehe die Ungeduld, aber zunächst einmal müssten eben die sicherheitsrelevanten Punkte umgesetzt werden. "Wir sind am Anfang eines noch langen Weges, an dessen Ende es für jedes Gymnasium ein gutes Ergebnis geben soll", sagte Schulreferent Christian Lange (CSU). Auch Landrat Johann Kalb (CSU) betonte, dass "keiner im Regen stehen bleiben muss".

Diese Worte konnten Schülersprecherin Alina Utzmann freilich nicht ganz überzeugen. Auch sie hatte sich mehr für ihr Gymnasium erhofft.

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