Bad Kissingen
Studie

Zweite Doktor-Arbeit im Wildpark

Doktorandin Sonja Fiedler schreibt im Rahmen einer Studie ihre Promotionsarbeit. Dabei kommt auch die Digitalisierung bei der Interaktiven Pflanzenbestimmung zum Einsatz: Dabei spielen wiederum Gymnasialschüler eine wichtige Rolle.
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Stolz auf die seit über zehn Jahren erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Umweltbildung sind (von links) Wildpark-Leiter Axel Maunz, Dr. Thomas Heyne, Akademischer Direktor der Professional School of Education (PSE) der Universität Würzburg, Doktorandin Sonja Fiedler und Oberbürgermeister Kay Blankenburg.  Foto: S. von Dobschütz
Stolz auf die seit über zehn Jahren erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Umweltbildung sind (von links) Wildpark-Leiter Axel Maunz, Dr. Thomas Heyne, Akademischer Direktor der Professional School of Education (PSE) der Universität Würzburg, Doktorandin Sonja Fiedler und Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Foto: S. von Dobschütz

"Nachhaltiges Handeln im Ökosystem Grünland" ist das Thema einer wissenschaftlichen Studie, in deren Zusammenhang die Würzburger Doktorandin Sonja Fiedler (27) als Studienkoordinatorin ihre Promotionsarbeit schreibt. Es ist dies schon die zweite Doktor-Arbeit der fachdidaktischen Fakultät Biologie der Universität Würzburg in über zehnjähriger Zusammenarbeit mit dem Bad Kissinger Wildpark Klaushof.

Die von der Universität Würzburg gemeinsam mit der Universität Bayreuth durchgeführte Studie "Grünland - ein Einstieg in nachhaltiges Handeln" verbindet Forschungsfragen zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Es werden digitale Elemente eingesetzt, um zu erkennen, inwiefern sich deren Einsatz auf das kognitive Lernverhalten von Schülern der fünften Jahrgangsstufe an Gymnasien auswirkt. Dies wird mit der analogen Methodik verglichen.

Pflanzquadrate

Zur Durchführung der Studie wurden im Wildpark Klaushof mehrere Pflanzquadrate mit Blütenpflanzen angelegt, um Schülern die Unterschiedlichkeit zwischen intensiver und extensiver Bodenbearbeitung zu zeigen. Wächst bei extensiver, also nachhaltiger Bodenbearbeitung vielleicht das für diesen mageren Boden typische Labkraut, lassen sich bei intensiver, mit Dünger verbessertem Boden alle Arten von Futterpflanzen anbauen, erläuterte Doktorandin und Biologie-Lehrerin Fiedler beim Ortstermin das Vorgehen. "Wir wollen nicht nur unsere Haus- und Nutztierrassen, sondern die Natur in ihrem ganzen Umfang im Klaushof zeigen", ergänzte Stadtförster und Wildpark-Leiter Axel Maunz die Bedeutung dieses Projekts für den Klaushof.

Die Digitalisierung kommt bei der interaktiven Pflanzenbestimmung zum Einsatz: Mittels eines digitalen Fragebogens müssen die Gymnasialschüler sich über einen längeren Zeitraum von Frage zu Frage intensiv mit nur einer Pflanze bis zu deren Erkennen befassen. Fiedler: "Schüler erwerben dadurch die Grundkompetenz zur Pflanzenbestimmung." Im Rahmen dieser Studie, in die insgesamt 400 Schüler eingebunden sind, arbeiten jeweils zwei Klassen zeitlich parallel. Während die eine mit theoretischem Unterricht im Grünen Klassenzimmer des Wildparks beginnt und erst anschließend zur Praxis ins Grünland wechselt, verfährt die andere Klasse in umgekehrter Reihenfolge. Festgestellt werden soll nun, ob jene Schüler, die mit der Praxis begonnen haben, mehr Freude am nachfolgenden theoretischen Teil zeigen und sich die Einstellung des Einzelnen zu Natur und Umwelt zielführend verändert.

Drei Abfragen

Schon vor dem Unterrichtstag im Klaushof werden deshalb die Schüler mittels eines Bewertungsbogens abgefragt, ein weiteres Mal nach ihrem Einsatz im Klaushof und ein drittes Mal nach Ablauf von sechs Wochen. "Trotz dieser nur eintägigen Übung im Klaushof hat sich bei den Schülern deren Verhalten und deren Einstellung zur Natur positiv verändert", fasste Studienleiter Thomas Heyne, Akademischer Direktor der Professional School of Education(PSE) an der Universität Würzburg, die gewonnenen Ergebnisse in einem Satz zusammen.

Aus den Erkenntnissen solcher Studien entwickelt die Fakultät anschließend Unterrichtsprogramme für den schulischen Biologie-Unterricht. Deshalb sei es ihm wichtig, die Zusammenarbeit mit dem Wildpark Klaushof und der Stadt fortzusetzen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hier sind", dankte Heyne Wildpark-Leiter Axel Maunz und dessen Team sowie Oberbürgermeister Kay Blankenburg für die langjährige Unterstützung.

"Für uns ist es eine Win-Win-Situation zum weiteren Ausbau des Wildparks als Umweltbildungseinrichtung", sagt Maunz Oberbürgermeister Kay Blankenburg: "Die Kooperation mit der Universität Würzburg ist für uns ein weiterer Schritt auf dem Weg zu dem hier von der Staatsregierung geplanten populärwissenschaftlichen Naturerlebniszentrum."

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