Münnerstadt
Einzelhandel

Zieht ein neuer Drogeriemarkt in den alten Schlecker?

Nancy Stahl möchte im ehemaligen Schlecker in Münnerstadt einen neuen Drogeriemarkt eröffnen. Dem entgegen steht aber das geplante neue Fachmarktzentrum. Jetzt warten alle auf eine Entscheidung.
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Im ehemaligen Schlecker (links) will Nancy Stahl einen Drogeriemarkt eröffnen.  Foto: Thomas Malz
Im ehemaligen Schlecker (links) will Nancy Stahl einen Drogeriemarkt eröffnen. Foto: Thomas Malz
Die einen hoffen darauf, dass am nördlichen Ende Münnerstadts die Voraussetzungen für die Errichtung eines Fachmarktzentrums geschaffen werden. Die anderen wünschen sich, dass dies nicht passiert, damit die Altstadt als Geschäftsstandort nicht weiter geschwächt wird. Allen gemeinsam aber ist der Wunsch auf eine schnelle Lösung. Denn die Frage, ob es nun für das Gewerbegebiet nördlich der Meininger Straße einen Bebauungsplan geben wird oder nicht, ist schon seit Monaten in der Schwebe.

Die Unsicherheit nagt vor allem bei den Geschäftsleuten in der Innenstadt an den Nerven. Und der Investor für das Gewerbegebiet wartet ebenfalls nur noch auf ein Signal. Wann mit konkreten Ergebnissen zu rechnen ist, bleibt offen.

"Wenn die Genehmigung morgen kommt, könnten wir übermorgen beginnen". Diese Aussage stammt von Norbert Kittler, Chef der KIZ-Unternehmensgruppe, die ein Fachmarktzentrum im geplanten Gewerbegebiet nördlich der Meininger Straße errichten will.

Fast alle Voraussetzungen erfüllt

Kittler meint mit dieser Aussage, dass der Unternehmensgruppe zur Verwirklichung ihres Projektes nur noch ein gültiger Bebauungsplan und die baurechtliche Genehmigung des Fachmarktzentrums fehlen. Alle anderen Voraussetzungen sind seiner Auskunft nach bereits erfüllt.

Abgeschlossen seien bereits die Verträge mit den Firmen, so Kittler. Er bestätigt im Gespräch Lidl und die Drogeriemarktkette Dm. Abgeschlossen sei auch der Grundstückserwerb, erklärt Norbert Kittler weiter. Die KIZ-Gruppe habe die nötigen Käufe getätigt. "Wir wollen das Ding umsetzen", sagt er. Deshalb seien alle Vorarbeiten soweit gediehen, dass es nur noch eine Baustelle gibt: die des Genehmigungsverfahrens.

Alle Verträge, sowohl die mit den Märkten, als auch jene mit den Grundstückseigentümern werden allerdings hinfällig, sollte das Gewerbegebiet wider Erwarten doch nicht genehmigt werden. Marktketten wie Lidl und Dm haben außerdem genaue Fristen gesetzt, bis wann das Fachmarktzentrum errichtet werden muss. Der Zeitraum sei allerdings so weit gefasst, dass man nicht in Zeitnöte kommt, glaubt Kittler. Bei solchen Genehmigungsverfahren geht er von einer Dauer zwischen fünf Monaten und eineinhalb Jahren aus.

Das Zentrum auf der grünen Wiese kommt

Norbert Kittler auf jeden Fall zeigt sich optimistisch, dass das Fachmarktzentrum auf der "grünen Wiese" in Münnerstadt kommen wird. Sonst hätte man es ja nicht geplant, sagt er.

Während Norbert Kittler fest damit rechnet, dass die Regierung von Unterfranken dieses Projekt absegnen wird, hofft Nancy Stahl aus Bad Kissingen, dass nichts darauf wird. Denn Nancy Stahl möchte gerne in der Münnerstädter Innenstadt, in den früheren Schleckerräumen, zusammen mit einer ehemaligen Kollegin einen Drogeriemarkt eröffnen. Nancy Stahl kennt Münnerstadt, sie war hier Angestellte im Schleckermarkt und möchte eine Geschäftsidee aus Baden-Württemberg umsetzen. Unter dem Namen Drehpunkt wurde dort, unterstützt von der Gewerkschaft verdi, eine Bürgerdrogerie von ehemaligen Schleckermitarbeiterinnen eröffnet. Dieses Beispiel macht mittlerweile Schule.

Hohe Investition

Für Nancy Stahl macht dieser Schritt aber nur dann Sinn, wenn kein Fachmarktzentrum mit Dm-Drogerie nach Münnerstadt kommt. Denn die Investitionen in einen innerstädtischen Drogeriemarkt wären nicht gering. Die Kissingerin rechnet mit einer Summe zwischen 100.000 und 120.000 Euro. Deshalb braucht sie ebenso wie ihre Kollegin die Sicherheit, dass sie mit keiner Konkurrenz einer großen Drogeriemarktkette rechnen muss. "Denn als Mini-Gmbh kann ich natürlich nicht mit den Dm-Preisen konkurrieren", sagt die dreifache Mutter.

Bedarf für einen Drogeriemarkt sieht sie in der Innenstadt auf jeden Fall. Der Laden am Anger wäre auch schon eröffnet, wenn es nicht die ungewisse Situation um das geplante Gewerbegebiet gibt, erklärt sie. Noch hat Nancy Stahl die Ladeneröffnung in Münnerstadt nicht abgeschrieben. "Doch ich kann nicht ewig warten", erklärt sie.Nancy Stahl möchte sich mit dem eigenen Drogeriemarkt eine berufliche Zukunft aufbauen. Eine goldene Nase will sie sich damit gar nicht verdienen. Sie will nur ein angemessenes Gehalt und halbwegs familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Sie glaubt, dass sich dies in Münnerstadt realisieren ließe. Sie hält den Drogeriemarkt für sehr wichtig, damit die Innenstadt lebendig bleibt. Nancy Stahl fragt sich, was beispielsweise aus den verkaufsoffenen Sonntagen und Markttagen wird, wenn noch mehr Geschäfte aus der Altstadt verschwinden.

Warten auf Konzept

Der Sprecher von Kaufhaus Mürscht, Arno Reuscher, würde einen Drogeriemarkt in der Innenstadt auf jeden Fall begrüßen. Dies wäre ein Fingerzeig, dass sich etwas tut, meinte er. Reuscher drängt zudem darauf, dass zeitnah eine Entscheidung bezüglich des Gewerbegebietes fällt und wartet deshalb schon täglich auf das angekündigte Konzept zu den wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb Münnerstadts.

Dieses sei im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gefordert worden und stehe noch aus. Viel zu lange dauert dem Münnerstädter Geschäftsmann das ganze Verfahren. Das Hinhalten sorge für Stagnation in der ganzen Stadt. Spätestens bis zum Sommer sollte eine Entscheidung getroffen sein - egal in welche Richtung, meint Reuscher. Denn dann wüssten die Geschäftsleute, was sie erwartet und wie sie sich künftig zu positionieren haben.

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