Bad Kissingen
Toiletten

Wohin, wenn's pressiert: Ein Toiletten-Guide für Bad Kissingen

Wenn es sich nicht mehr "zamzwicken" lässt: Ein Überblick über öffentliche WCs, die für Erleichterung sorgen und jene, auf denen man keine Geschäfte macht.
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Im Bad Kissinger Rosengarten sind die öffentlichen WCs gut ausgeschildert. Foto: Teresa Hirschberg
Im Bad Kissinger Rosengarten sind die öffentlichen WCs gut ausgeschildert. Foto: Teresa Hirschberg
Einsam und allein sitzt die Klopapierrolle im schummrigen Licht auf dem tropfenden Klobürstenhalter, während sich die Papierfasern gemächlich von unten vollsaugen. Nein, im öffentlichen WC des Parkhauses Zentrum nimmt man nur ungern Platz. Die Nummer zwei in der Kapellenstraße lädt mit beißendem Geruch und kalten Metallbrillen ebenso wenig zum Geschäftemachen ein. In der mittleren Kabine am Berliner Platz liegt eine Maxi-Damenbinde deplatziert in einem Salsasoßen-Plastikeimer, der wohl als Abfallalternative dienen soll. Bis man auf das nicht ausgeschriebene Klo im Luitpoldpark stößt, könnte es bei manchem schon in die Hose gegangen sein. Die Toiletten im Rathaus sind dagegen topgepflegt. Der rege Betrieb am Feuerturm und im Kurgarten spricht ebenfalls für die dortigen WCs. Trotz einiger Lichtblicke und strahlend weißen Porzellans, gehen die Meinungen über Anzahl und Zustand der öffentlichen Toiletten in der Stadt auseinander.

"Das ist nicht unbedingt ein Aushängeschild für den bekanntesten Kurort Deutschlands", meint Helmut Beck, Vorsitzender des Bad Kissinger Seniorenbeirates. Die beiden größten Sorgenkinder sind für ihn die fehlende Toilette am Salinenparkplatz sowie das bereits vorhandene, aber wenig einladende Exemplar am Berliner Platz. Bei diesem "schmuddeligen Loch" hinter den beiden gelben Türen sei laut Beck nicht auf Barrierefreiheit geachtet worden.


Wunschstandort Salinenparkplatz

Mehrere Anträge habe der Seniorenbeirat bereits an Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Kay Blankenburg gestellt, den ersten im Februar 2012, zwei weitere im Jahr 2014. Denn: "Woher weiß denn ein Fremder, der für ein paar Stunden in der Stadt ist, wo man mal schnell hin kann? Bis man zum Feuerturm kommt, kann es schon langsam brenzlig werden." Von Seiten der Stadt wurde zunächst auf die Umsetzung im Rahmen des geplanten Umbaus des Berliner Platzes verwiesen, später auf das Projekt Bayern Barrierefrei 2023. Helmut Beck plädiert weiterhin für eine öffentliche Toilette am Salinenparkplatz, in der Nähe des Kissinger Tafel. Die entsprechende Fläche sei im Besitz der Stadt, Strom- und Abwasseranschlüsse bereits vorhanden. "In Bad Kissingen kann man fast alles, nur nicht seine Notdurft verrichten."

Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt, verweist beim Thema Salinenparkplatz auf die hohen Kosten einer Baumaßnahme, die als extra Haushaltsthema aufgenommen werden müsste. Er glaubt außerdem an eine ausreichende Toilettendichte in der Innenstadt: "Es gibt keinen Notstand." Die Reinigungsgänge in den städtisch betreuten WCs seien regelmäßig und akribisch, versichert er. Hinweise bezüglich mangelnder Sauberkeit oder fehlender Wickeltische seien bisher nicht bei der Stadt eingegangen. "Wir planen aber auch keine Toiletten-Taskforce", meint Hack scherzhaft. Die Initiative "Die nette Toilette", die der ehemalige Wirtschaftsförderer Malte Tiedemann vor einigen Jahren angestoßen hatte, sei mittlerweile kein Thema mehr. Sie sei zum damaligen Zeitpunkt zwar bereits relativ weit fortgeschritten gewesen, schlussendlich wurde die Anzahl der notwendigen Betriebe aber nicht erreicht.


Trinkgeld fürs Wasserlassen

So unappetitlich es auch klingen mag, auch in der Gastronomie sind die öffentlichen WCs der Stadt ein Thema. Viele Restaurants hätten mittlerweile ein Körbchen für "Töpfchenkleingeld" im Laden stehen, erzählt Klaus Bollwein, Geschäftsführer von Pro Bad Kissingen. "Was aber nicht in Ordnung geht, ist, wenn Bustouristen in die Stadt strömen und dann zehn Leute auf einmal durch die Gastwirtschaft marschieren." Er sieht den Salinenparkplatz als größtes Problem. "Wenn Touristen ankommen und es keine WCs gibt: Das gibt es nur in Bad Kissingen." Mit der Ausschilderung der vorhandenen Toiletten sei er zufrieden. Schade sei nur, dass noch zu wenigen Leuten bekannt sei, dass auch die Toiletten im Rathaus, im Landratsamt sowie in der KissVino als öffentliche Toiletten gelten. Bollweins Fazit fällt klar aus: "Es gibt definitiv zu wenig WCs."



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