Reiterswiesen

Wo liegt die Grenze von Reiterswiesen?

Die Reiterswiesener steckten ihr Territorium gegen Bad Kissingen und Winkels ab.
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Viele Informationen bot eine Flurkarte der Jagdgenossen Reiterswiesen, die Feldgeschworenen-Ortsobmann Dominik Kiesel (4. v. r.) erläuterte. Unterstützt wurde er dabei von den Feldgeschworenen Konrad Kiesel (5. v. l.), Winfried Krebs (2. v. l.) und Siegfried Kiesel (3. v. l.). Foto: Peter Klopf
Viele Informationen bot eine Flurkarte der Jagdgenossen Reiterswiesen, die Feldgeschworenen-Ortsobmann Dominik Kiesel (4. v. r.) erläuterte. Unterstützt wurde er dabei von den Feldgeschworenen Konrad Kiesel (5. v. l.), Winfried Krebs (2. v. l.) und Siegfried Kiesel (3. v. l.). Foto: Peter Klopf
Wo liegt eigentlich die Grenze von Reiterswiesen zu Winkels und Bad Kissingen? Eine Frage, auf die viele der Bewohner des Bad Kissinger Stadtteils keine Antwort haben. Eine gute Gelegenheit, einiges über die Gemarkung und die Grenzen von Reiterswiesen zu erfahren, bot ein Grenzgang, zu dem die Reiterswiesener Jagdgenossenschaft eingeladen hatte. Unter der Führung des Reiterswiesener Feldgeschworenen-Ortsobmannes Dominik Kiesel, den Feldgeschworenen Konrad Röder und Robert Kiesel vom Bad Kissinger Vermessungsamt, sowie den Winkelser Feldgeschworenen Siegfried Kiesel und Winfried Krebs, marschierten eine Gruppe interessierter Bürger entlang der Grenzen zu Bad Kissingen und Winkels.

Los ging es von der Gemarkung "Hintere Breitenloh" nahe dem Offroad-Gelände auf dem früheren Wehrmachts- und US-Armee-Übungsgelände, entlang der ehemaligen Panzerstraße am Wendelinus über den Deegenberg zum Steig oberhalb des Ostringes und weiter bis zur Ruine Bodenlaube. "Sinn und Zweck der Begehung ist es, dass sich Reiterswiesener Bürger informieren können, wo der Ort eigentlich beginnt und wo er endet", sagte Feldgeschworenen-Ortsobmann Dominik Kiesel. "Viele kennen zwar das US-Übungsgelände, wissen aber nicht, dass große Teile noch zu Reiterswiesen gehören. Es ist schwer zu erkennen, wo Bad Kissingen aufhört und Reiterswiesen beginnt".


Fehlende Grenzsteine wieder aufgestellt


Natürlich hat die Grenzbegehung einen praktischen Nährwert. So hat man bei der letztjährigen Grenzbegehung entlang der Rottershäuser Gemarkung festgestellt, dass einige Grenzsteine fehlten. Diese seien dann heuer gemeinsam mit den Rottershäuser Kollegen wieder aufgestellt worden, so Kiesel weiter.

Rund fünf Kilometer führte der Weg entlang der Gemarkungsgrenzen. Neben herrlichen Ausblicken über die herbstlich sonnendurchflutete Flur erhielten die Grenzgänger interessante Informationen über die Gegend, Land und Leute. So berichtete der Winkelser Feldgeschworene Winfried Krebs, dass die jetzt bewaldete Gemarkung "Schafäcker" im Übungsgelände bis zur Besitznahme durch die Wehrmacht im Jahre 1939 prachtvolle Getreideäcker barg. "Wir mussten als Kinder mit unseren Eltern - wenn wir am Sonntag von Winkels zur Schwarzen Pfütze sind - immer durch die Getreidefelder gehen", erzählte er. Besondere Anziehung hatte auch ein Grenzstein am Deegenberg, der bereits 1595 gesetzt wurde und die Grenze zu Bad Kissingen markiert. Neben vielen nützlichen Auskünften gewährten die Feldgeschworenen auch Einblicke in ihre Arbeit. Feldgeschworene, im Volksmund auch Siebener genannt, wirken nur in Bayern und in Rheinland-Pfalz bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit.

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