Winkels
Tradition

"...wie Ihr es gelobet in Eurem Schwur"

Bei der Jahrestagung der Feldgeschworenengruppe Bad Kissingen West wurden acht neue Siebener in einem feierlichen Gottesdienst in Winkels vereidigt.
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Die neuen Feldgeschworenen werden von Landrat Thomas Bold vereidigt. Foto: Werner Vogel
Die neuen Feldgeschworenen werden von Landrat Thomas Bold vereidigt. Foto: Werner Vogel
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Christliche Traditionen gelten noch etwas bei den Feldgeschworenen: Stets leisten die neuen Siebener ihren Eid im Rahmen eines Gottesdienstes. So hatte auch die Winkelser Ortsgruppe um Obmann Ernst Bünner und Ernst Zwirlein die St.-Bonifatius-Kirche festlich geschmückt, der Gesangverein "Edelweiß" umrahmte die Feier und der Kreisobmann der Feldgeschworenen trug die beiden Lesungen vor.
Von Grenzen und Gemeinschaft sprach Kaplan Paul Reder in seiner Predigt: "Wie die Urchristen sich als Gemeinschaft verstanden, ist der Dienst als Feldgeschworener nur in der Gemeinschaft möglich."

Landrat Thomas Bold bezeichnete die Feldgeschworenen als das älteste Ehrenamt in Bayern: "Das Amt fordert Verschwiegenheit, Gerechtigkeitssinn und tolerantes Urteilsvermögen." Auch in hochtechnisierter Zeit bleibt das "Siebener-Geheimnis" Indiz für die unversehrte Lage der Grenzsteine. Auf dieses Geheimnis wurden die neuen Feldgeschworenen verpflichtet, legten ihren Eid getreu dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern ab und gelobten ihre Pflichten unparteiisch zu erfüllen. Nach dem Gottesdienst gedachte Kreisobmann Otto Funck der verstorbenen Mitglieder. Anja Hillenbrand trug am Bänderbaum für die Siebener den Prolog der Ehrendamen vor, in dem es heißt " ...wie Ihr es gelobet in Eurem Schwur". Mit Bayernhymne und Deutschlandlied endete die Feier, und die Blaskapelle Hausen führte den Festzug in die Jahnhalle zur Tagung.

Ehrenamt auf Lebenszeit

Otto Funck bekannte sich zur Tradition, wie beispielsweise das Sträußchen Maiglöckchen am Revers und das gemeinsame "Siebenermahl" zum Fest, wies aber ausdrücklich darauf hin: "dass die Feldgeschworenen in ihrer Mittlerrolle zwischen Behörden und Eigentümern nicht nur gesundes Urteilsvermögen mitbringen, sondern sich fachliche Grundlagen des Abmarkungsgesetzes aneignen müssen". Für die Gemeinden Bad Kissingen, Burkardroth und Bad Bocklet dankte 2. Bürgermeister Toni Schick (Bad Kissingen) den Ehrenamtlichen für ihren verantwortungsvollen Einsatz für die Gemeinden: "Viele Feldgeschworene haben sich in Vereinen und Verbänden bewährt, dazu bedarf es einer gewissen Überlegtheit. Die wünsche ich auch den neuen Mitgliedern."

MdL Sandro Kirchner wies auf die lange Tradition der Feldgeschworenen hin, die bis ins 13.Jahrhundert zurückreiche. "Nicht zum einzigen Mal in der Geschichte Bayerns waren es die Franken, die Wegweisendes wie das Feldgeschworenenwesen erfunden und Bayern so vorangebracht haben." Viel Beifall bekam Anton Müller aus Poppenroth, dem Landrat Bold die Urkunde für 25-jährigen Dienst als Feldgeschworener überreichte: "Sie bewahren geschriebene und ungeschriebene Gesetze, sie halten draußen dem Wetter stand und haben sich so großes Ansehen erworben."

Effektiv und kostengünstig

Wie eng die Feldgeschworenen mit anderen Organisationen des öffentlichen Lebens verzahnt sind, zeigten weitere Grußworte von Stefan Fella vom Amt für ländliche Entwicklung und des Kreisvorsitzenden des Bauernverbands Karl-Heinz Vogler. Otto Waldmann dankte für die Baudirektion des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten den Feldgeschworenen. Amtsvorstand Konrad Unsleber vom Vermessungsamt bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Obmännern im Kreis: "Die Siebener und das Vermessungsamt sind Garant für effektive und kostengünstige Abwicklung von Grundstücksangelegenheiten."

Neu verpflichtete Feldgeschworene Norbert Krug, Roland Kirchner (Burkardroth), Günter Markert, Roland Markert, Joachim Metz (Oehrberg), Heinrich Schmück, (Stralsbach), Robert Schmitt, Heinz Rüttiger, Willibald Wehner, Josef May (alle Zahlbach)
Ehrung für 25 Jahre Bernhard Beck und Anton Müller (beide Poppenroth)
Ehrung für 40 Jahre Johann Schlereth (Großenbrach)




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