Bad Kissingen
Altenpflege

Wichtige Themen der Altenpflege in Bad Kissingen: Sterbebegleitung und Palliative Care

Rita Hillenbrand, Krankenschwester und Koordinatorin beim Hospizvereins Bad Kissingen, sprach mit Altenpflege-Schülern über Sterbebegleitung.
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Altenpflegeschülerinnen und Schüler des bfz Bad Kissingen setzten sich mit Tod und Sterbebegleitung auseinander.  Horst Conze
Altenpflegeschülerinnen und Schüler des bfz Bad Kissingen setzten sich mit Tod und Sterbebegleitung auseinander. Horst Conze

In einer dreijährigen Ausbildung bereiten sich Altenpflegeschülerinnen und -schüler im Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH auf ihre Arbeit im Seniorenheimen, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten vor. Die Auseinandersetzung mit Tod und Sterben ist eine wichtige Voraussetzung, um später als Pflegefachkraft sterbende Bewohner angemessen zu pflegen und begleiten zu können.

So tauschten sich im Rahmen des Fachunterrichtes 16 Schülerinnen und Schüler über ihre persönlichen Erfahrungen mit Tod und Sterben aus, lernten wichtige pflegerische Grundlagen in der Palliative Care und setzten sich mit den sogenannten Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross auseinander.

Dazu gehörte auch die Betriebsbesichtigung beim Bestattungsinstitut Apfelbacher und Fehr in Bad Kissingen. Geschäftsführer Rüdiger Fehr erläuterte mit seinem Sohn Felix die vielfältigen organisatorischen, pflegerischen und seelsorglichen Aufgaben eines Bestatters für den Verstorbenen und dessen Angehörigen.

Bei dem Thema "Sterbebegleitung" und "Palliative Care" gab Rita Hillenbrand, Krankenschwester und Koordinatorin beim Hospizvereins Bad Kissingen, Impulse. Sie stellte Cicely Saunders als Begründerin der modernen Hospizbewegung vor, die das Hospiz als Ort sieht, wo sich Ärzte, Therapeuten und Seelsorger zusammen mit Ehrenamtlichen um die Bedürfnisse von Menschen am Ende ihres Lebens sorgen. Es gehe im Hospiz nicht um Lebensverlängerung, betonte Rita Hillenbrand, sondern Ziel sei ein menschenwürdiges Leben ohne Schmerzen, Angst und körperliche Not. Oder wie Cicely Saunders es ausdrückte: "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben."

Allerdings stünden derzeit nur wenige stationäre Hospize in der Region zur Verfügung. Rita Hillenbrand verwies deshalb auf die allgemeine ambulante palliative Versorgung (AAPV), die eine Basisversorgung für schwerkranke und sterbende Patienten zu Hause organisiert. Daneben gebe es gerade bei Schmerzpatienten und Patienten mit besonderen körperlichen Beschwerden die spezialisierte ambulante palliative Versorgung (SAPV), die als multiprofessionelles Team, bestehend aus Palliativmedizinern und ambulanten speziell geschulten Pflegekräften, rund um die Uhr erreichbar ist. . Beide ambulanten Modelle werden in der Regel vom Hausarzt initiiert und von der Krankenkasse finanziert.

Die eigentliche Aufgabe des Hospizvereins Bad Kissingen sei aber die Begleitung Sterbender und deren Angehöriger im häuslichen Umfeld. Dabei werde der Dienst an den Sterbenden hauptsächlich von engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet, die speziell für ihre Aufgabe als Hospizhelfer ausgebildet wurden. Der Schwerpunkt der Arbeit seien Gespräche mit todkranken und sterbenden Menschen und die Begleitung der Angehörigen in ihrer Trauer.

Unter dem Leitsatz "Wie gut, wenn einer mit mir geht" sehen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizvereins Bad Kissingen als Wegbegleiter auf dem letzten Lebensabschnitt. Eine wichtige Aufgabe - so war die Rückmeldung der angehenden Altenpflegerinnen und Altenpfleger - gerade in einer Zeit, wo Tod und Sterben für viele meist unsichtbar in Krankenhäusern und Pflegeheimen stattfindet. Gerade deshalb sei es wichtig, so Rita Hillenbrand, dass sich angehende Pflegekräfte immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen.

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