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Bad Kissingen
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Wenn's auf der Straße brennt

Bei der regionalen Verkehrstagung des ADAC Nordbayern in Bad Kissingen ging es um Verkehrssicherheit und Unfallstatistik sowie Feuerwehreinsätze in besonderen Einsatzlagen.
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Höhepunkt des Fachvortrages von Stadtbrandinspektor Harald Albert war die praktische Vorführung eines Löscheinsatzes bei einem angenommenen Autobrand vor dem Tagungshotel. Foto: Peter Rauch
Höhepunkt des Fachvortrages von Stadtbrandinspektor Harald Albert war die praktische Vorführung eines Löscheinsatzes bei einem angenommenen Autobrand vor dem Tagungshotel. Foto: Peter Rauch
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Bereits seit Mitte der 1970er Jahre veranstaltet der ADAC Nordbayern e.V. seine regionalen Verkehrstagungen in den einzelnen Regierungsbezirken. Für die rund 30 Verkehrsreferenten bzw. Ortsvorsitzenden war diesmal der Kaiserhof Victoria in Bad Kissingen der Tagungsort. Für die beiden Fachvorträge "Verkehrssicherheit und Unfallstatistik" sowie "Feuerwehreinsätze in besonderen Einsatzlagen" hatte Gerhard Kallert, Polizeipräsident am Polizeipräsidium Unterfranken, und Bad Kissingens Stadt- und Kreisbrandinspektor Harald Albert ihr Kommen zugesagt.

"Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht", zitierte Thomas Dill, Vorstandsmitglied des ADAC Nordbayern, den ersten Paragrafen der Straßenverkehrsordnung (StVO). Er wolle damit darauf hinweisen, dass viele Unfälle vermeidbar wären, wenn man im Straßenverkehr mehr aufeinander achten würde.Passend dazu gab Polizeipräsident Gerhard Kallert einen ersten Einblick in die Entwicklung des vergangenen Jahres, die offiziell erst Ende dieses Monats veröffentlicht wird.

Zu wenig Abstand bei zu hoher Geschwindigkeit

So berichtete der Polizeipräsident, dass es alleine in Unterfranken in den 1970er Jahren jährlich rund 500 Todesopfer durch Verkehrsunfälle gab. Rund zehn Prozent davon seien auf Alkoholgenuss zurückzuführen gewesen. In der gesamten Bundesrepublik gab es zu Beginn der 1970er Jahre jährlich rund 20.000 Verkehrstote. 20 Jahre später, als die Bundesrepublik durch die Wiedervereinigung stark gewachsen war, waren es "nur noch" rund 10.000 Tote, die durch Verkehrsunfälle zu beklagen waren - aktuell verloren rund 3000 Menschen in Deutschland jährlich ihr Leben durch Verkehrsunfälle, wobei der Auslöser Alkohol marginal sei. Hauptursache sei zu wenig Abstand bei zu hoher Geschwindigkeit, oder wenn man es anders lesen möchte, zu hohe Geschwindigkeit bei zu wenig Abstand zum Vordermann. Zahlen, die auch auf Unterfranken voll umfänglich zutreffen, denn auch hier seien die Zahlen weiterhin rückläufig. Wurden im Jahr 2000 in Unterfranken noch 139 Verkehrstote gezählt, hat sich dies derzeit auf 56 verringert, wobei nur in vier bis fünf Fällen Alkohol im Spiel war. Auffällig sei aber eine andere Tatsache: Die meisten der schweren Verkehrsunfälle passieren im Juli und September, während im Januar und Februar anscheinend weit vorsichtiger/langsamer gefahren wird.

Pferderetter und Schweinefänger

Dass die Feuerwehren nicht nur löschen und die Straßen nach Sturmböen wieder von umgestürzten Bäumen befreien, dürfte inzwischen allen klar sein. Dass die (Kissinger) Wehr, neben ihrer Hauptaufgabe aber auch als Pferderetter und sogar schon als Schweinefänger auf der Straße eingesetzt wurde, durfte zumindest einigen der Verkehrsreferenten neu gewesen sein. Stadtbrandinspektor Harald Albert berichtete aber auch davon, dass durch Brand- und Rauchmeldeanlagen die Feuerwehreinsätze nicht weniger geworden seien. Immer mehr kamen zu den "Standardleistungen" der Feuerwehren heute "Türöffnungen bei Gefahr" hinzu - nach technischen Hilfeleistungen und Bränden sei dies nun der dritte Schwerpunkt fast aller Wehren. Wie ein in Brand stehender Pkw gelöscht wird, konnten die Tagungsteilnehmer unter dem Regenschirm dann am Samstagnachmittag live im Freien vor dem Tagungshotel miterleben.

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