Bad Bocklet
Investition

Wellness-Hotel Kunzmann: Mehr Platz für die Hotel-Gäste

Familie Kunzmann reißt das ehemalige Sanatorium Trümbach ab, um die Zufahrt zu verbreitern und neue Parkplätze zu schaffen. Auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück wäre auch Platz für Erweiterungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Junior-Chef Gregor Kunzmann auf dem Balkon des Abbruch-Hauses, im Hintergrund das Hauptgebäude des Familienbetriebs mit 114 Betten.Ralf Ruppert
Junior-Chef Gregor Kunzmann auf dem Balkon des Abbruch-Hauses, im Hintergrund das Hauptgebäude des Familienbetriebs mit 114 Betten.Ralf Ruppert
+6 Bilder

Das ehemalige Sanatorium Trümbach ist endgültig Geschichte: Bereits im Oktober 2015 verabschiedete die damalige Eigentümerin Annette Limpert die letzten Gäste, nun reißt ein großer Bagger die Gebäude ab. "Eine Sanierung hat bei der vorhandenen Bausubstanz leider keinen Sinn gemacht", betont Gregor Kunzmann. Stattdessen investieren die Betreiber des Wellness-Hotels "Kunzmann's" rund 1,2 Millionen Euro in die Neu-Gestaltung der Zufahrt und des Eingangsbereichs sowie den Bau neuer Parkplätze.

In vierter Generation

Gregor Kunzmann führt nach Stationen im Ausland seit neun Jahren die Familien-Tradition weiter: Seine Ur-Großeltern Margarete und Gregor Kunzmann eröffneten 1926 eine kleine Pension. "Es gab früher zwei Villen im Schweizer Stil in Bad Bocklet: Kunzmann und Trümbach", erzählt er. Die Kunzmanns entschieden sich bereits in den 1970er Jahren für einen Neubau. In den vergangenen Jahren investierten sie rund fünf Millionen Euro in das Hotel, renovierten die 65 Zimmer mit 114 Betten und bauten einen Wellness-Bereich an. Seit fünf Jahren macht sich das Haus mit Ayurveda-Kuren unter Leitung von Ebba-Karina Sander einen Namen. Rund 55 Mitarbeiter beschäftigt das Hotel heute.

Für die steigende Zahl der Gäste ist allerdings die enge Zufahrt am Ende der Straße "An der Promenade" ein Problem: "Wir müssen dringend unseren Eingangsbereich umbauen", sagt Gregor Kunzmann. Verbessert werden soll damit auch die Sicherheit, denn: Parkende Autos blockieren oft auch Rettungswege. Da kam das frühere Trümbach-Anwesen auf der gegenüberliegenden Straßenseite gerade richtig.

Im unteren Bereich des 4500 Quadratmeter großen Areals entstehen eine Wende-Möglichkeit - auch für Liefer-Fahrzeuge - und neue Parkplätze. Für Mitarbeiter soll auf einer zweiten Ebene ein Parkplatz dazu kommen, der direkt von der Kissinger Straße aus erreichbar ist. "Dann wird das alles entspannter hier", hofft Kunzmann. Außerdem bleibe Platz für mögliche Erweiterungen, das sei allerdings noch Zukunftsmusik.

Das Sanatorium Trümbach war einer der großen Verlierer der Gesundheitsreform in den 1990er Jahren: 1996 verzeichnete das Haus noch rund 10 000 Übernachtungen, kurz danach war es nur noch die Hälfte. Ludwig Trümbach hatte das Sanatorium vor rund 100 Jahren gekauft und ein halbes Jahrhundert lang geleitet. In den 1970er Jahren erweiterten die Trümbachs um das benachbarte "Haus Christa". Zuletzt hatte die Kurpension 48 Betten. Enkelin Annette Limpert gab 2015 die Familien-Tradition auf, das sechs auf 13 Meter große Schwimmbecken hatte sie bereits Jahre vorher geschlossen.

Teile des Mobiliars gerettet

"Es sieht von außen schön aus, aber die Substanz ist zu schlecht", fasst Gregor Kunzmann die Überlegungen der vergangenen Jahre zusammen, und: "Was zu retten war, haben wir gerettet." Vor allem Mobiliar, darunter ein Gästezimmer, das angeblich aus Schloss Aschach stammt. Beim Abriss sollen vielleicht Sandstein-Platten oder Balken gesichert werden. Im März wurde das Gebäude entkernt, jetzt rückt ein Bagger den Gebäuden zu Leibe.

Ein halbes Jahr habe er auf die Abriss-Genehmigung gewartet, berichtet Kunzmann, vor allem die wasserrechtliche Genehmigung wegen des Quellenschutzes habe lange gebraucht, und: "Wir müssen die Quelle während der Bauarbeiten überwachen lassen." Umso dankbarer war er für Hilfe vor Ort: "Der Bürgermeister und der Kurdirektor haben uns immer unterstützt", betont der Unternehmer.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren