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Bad Kissingen
Corona-Krise

Weitere Ergebnisse aus Seniorenheim

20 Bewohner der Einrichtung "Kramerswiesen" in Oerlenbach sind nach aktuellem Sachstand positiv auf das Corona-Virus getestet, außerdem elf Mitarbeiter.
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Weitere Testergebnisse liegen aus dem Seniorenheim Kramerswiesen in Oerlenbach vor: Von den insgesamt 38 Bewohnern sind demnach aktuell 20 positiv getestet und 18 negativ. Daneben wurden elf Mitarbeiter positiv und 14 negativ getestet.  Foto: Peter Rauch
Weitere Testergebnisse liegen aus dem Seniorenheim Kramerswiesen in Oerlenbach vor: Von den insgesamt 38 Bewohnern sind demnach aktuell 20 positiv getestet und 18 negativ. Daneben wurden elf Mitarbeiter positiv und 14 negativ getestet. Foto: Peter Rauch

ANnett LüdekeNachdem sich am vergangenen Wochenende erste Coronafälle im Seniorenheim Kramerswiesen in Oerlenbach bestätigt hatten, waren alle Bewohner getestet worden. "Inzwischen liegen hierzu weitere Testergebnisse vor. Somit sind von den insgesamt 38 Bewohnern bis dato 20 positiv getestet und 18 negativ", teilte Lena Pfister vom Landratsamt Bad Kissingen mit. Daneben seien elf Mitarbeiter positiv und 14 negativ getestet worden. "Tests mit weiteren, derzeit nicht aktiven Mitarbeitern, werden veranlasst, um kommende Schichtwechsel organisatorisch vorzubereiten", heißt es aus dem Landratsamt weiter. Direkt nach Auftreten der ersten Fälle waren entsprechende Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bewohner und der Beschäftigten ergriffen worden. Die Senioren wurden in ihren Zimmern isoliert. Das Gesundheitsamt und die Heimaufsicht stehen im engen Kontakt mit der Einrichtung.

Das bestätigt auch die Diakonie Schweinfurt, die für das Seniorenheim in Oerlenbach verantwortlich ist. Außerdem angesprochen auf die Möglichkeit einer Evakuierung der Einrichtung, erklärt Volker Göbel, zuständig für die stationäre Altenhilfe bei der Diakonie: "Über eine Evakuierung ist derzeit nicht nachgedacht. Wir müssen schauen wie die Lage ist, wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen", sagt er. Die Evakuierung des Seniorenheims sei das letztmögliche Mittel.

Auch die übrigen Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis sind in die Planungen einbezogen: Die dortigen Verantwortlichen seien darauf hingewiesen worden, das Pflegepersonal mit geeigneter Schutzausrüstung, insbesondere Mundschutz, auszustatten. "Mitarbeiter, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben oder bei denen Symptome darauf hinweisen, sind umgehend aus dem Dienstbetrieb zu nehmen", heißt es im Pressebericht des Landratsamtes weiter.

Nachdem eine Bewohnerin des Seniorenhauses Kramerswiesen am Samstag als Notfallpatientin in das Helios-St.-Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen eingeliefert worden und am Montag gestorben war, galt es auch, einen weiteren Fall nachzuverfolgen: In Oerlenbach war bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Heimbewohnerin gestorben. Nachdem parallel dazu die Infektionsfälle bekannt wurden, hatte man nach ihrem Tod einen Abstrich genommen. Das Testergebnis steht in diesem Fall noch aus. Aufgrund der Gesamtumstände, insbesondere des hohen Alters und diverser Vorerkrankungen, hatte bis dato nichts auf einen Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hingedeutet.

Viele Anfragen ans Bürgertelefon

Noch immer kontaktieren viele Landkreis-Einwohner das Bürgertelefon des Landkreises. Pro Tag gehen mehr als 300 Anrufe ein. Landratsamt und Gesundheitsamt weisen jedoch darauf hin, dass die Abfrage von Testergebnissen über das Bürgertelefon nicht möglich ist. Den dortigen Mitarbeitern liegen keine Informationen darüber vor.

Allgemein gilt: "Positive Ergebnisse werden unverzüglich nach Vorliegen mitgeteilt, bei negativen Ergebnissen kann es aufgrund der großen Menge zu zeitlichen Verzögerungen kommen", schreibt Lena Pfister. In allen Fällen gilt: Die jeweilige Stelle komme ohne Nachfrage auf die Betroffenen zu und teilt das Ergebnis mit. "Vorzeitige, unaufgeforderte Nachfragen bitten wir zu unterlassen, da in diesem Fall die Telefonleitungen für andere blockiert werden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden die Betroffenen informiert - vorher kann man keine Aussagen treffen", erklärt Gesundheitsamtsleiter Dr. Ingo Baumgart.

Je nachdem, wer den Test veranlasst oder vorgenommen hat (Hausarzt, kassenärztliche Vereinigung in Bayern KVB, zentrale Teststrecke des Landkreises), erhalten die Betroffenen das Ergebnis von der zuständigen Stelle. Das bedeutet im Detail: Wurde der Test beim Hausarzt oder der Hausärztin absolviert, informiert dieser über das Ergebnis. Wurde der Test von der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern (KVB) durchgeführt, werden die Ergebnisse ausschließlich durch die KVB mitgeteilt. "Abfragen über die Telefonnummer 116 117 sind zwecklos und blockieren nur die Kapazitäten", so Lena Pfister weiter. Die KVB informiert bei diesem Testweg die Gesundheitsämter nur bei positiven Testergebnissen. Infos dazu gibt es unter www.kvb.de/service/patienten/coronavirus-infektion/.

Wurde der Abstrich bei der zentralen Teststrecke des Landkreises veranlasst, gibt das Gesundheitsamt das Testergebnis weiter. Diese Testmöglichkeit besteht seit dem 26. März. Die Teststrecke ist ausschließlich für Personen geöffnet, die vom Gesundheitsamt an die Teststelle verwiesen wurden und vorher von den Hausärzten mit entsprechender Indikation angemeldet wurden.

Die positiven Ergebnisse dieser Tests werden nach Vorliegen durch das Gesundheitsamt Bad Kissingen mitgeteilt. Die negativen Testergebnisse werden den niedergelassenen Ärzten mitgeteilt. Die Betroffenen sollten sich drei Tage nach dem Test beim Hausarzt melden und das weitere Prozedere mit diesem absprechen.

Ergänzend informierte das Landratsamt über die aktuellen Fallzahlen: So gibt es im Landkreis seit Mittwoch sechs weitere bestätigte Coronafälle. Damit sind bislang insgesamt 102 Coronafälle bestätigt. Zuvor erkrankte und nun wieder als gesund aus der Quarantäne entlassen wurden inzwischen 21 Fälle. Es liegen aktuell 80 bestätigte Coronafälle im Landkreis vor. 254 Kontaktpersonen befinden in Quarantäne. Bei den neuen Fällen handelt es sich um fünf weibliche und eine männliche Person. Johannes Schlereth, Annett Lüdeke