Bad Kissingen
Gastronomie

Kultkneipe in Bad Kissingen hat endlich einen Nachfolger gefunden

Ein Jahr hat es gedauert, bis die Inhaber der König-Pilsener-Stube in der Theresienstraße einen Nachfolger gefunden haben. Jetzt ist es soweit.
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Ingrid Güldener (rechts) überlässt Svetlana Häke den Zapfhahn in der König-Pilsener-Stube.  Fotos: Leonie Hauck
Ingrid Güldener (rechts) überlässt Svetlana Häke den Zapfhahn in der König-Pilsener-Stube. Fotos: Leonie Hauck
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16 Jahre lang waren Ingrid und Jens Güldener Inhaber der König-Pilsener-Stube in Bad Kissingen. Das urige Lokal in der Innenstadt hat unter den Kissingern mittlerweile einen gewissen Kultstatus erlangt - immerhin existiert es dort schon seit 1951. Da ist es nur nachvollziehbar, dass Ingrid Güldener und ihr Mann die Bar nicht einfach an den Nächstbesten weitergeben wollten, der sich dafür interessierte. Sie will ja schließlich auch, dass der Laden weiterhin so gut läuft wie bisher, erklärt die Barbesitzerin.

Etwa ein Jahr lang suchten die beiden nach einem würdigen Nachfolger, aber keiner wurde ihren Ansprüchen gerecht. Damit sind die Wirte nicht alleine. In der Branche ist es nicht leicht, Fachkräfte zu bekommen. Derzeit gibt es in der Stadt einige prominente Leerstände, vom Spielbankrestaurant, über die Wirtschaft am Klaushof bis zum Ratskeller.

Schwierige Nachfolgersuche

Deshalb legt Ingrid Güldener schon auf das erste Auftreten der Bewerber großen Wert. "Die erste Frage, die von Interessenten kommt, sollte nicht die nach der Ablöse, sondern nach dem Bierumsatz sein", meint Ingrid Güldener. So können sie gleich feststellen, wie gut die Kneipe eigentlich läuft, die sie da erwerben wollen. Einige seien auch in die König-Pilsener-Stube gekommen und wollten sie mit vier, fünf Mann führen. Für die Leute, die die Kneipe nicht kennen: Die Ausstattung besteht aus einer handvoll Tischen und einer langen Theke - so viel Personal würde sich dort nur auf die Füße treten. Deswegen hätte sie die gleich wieder weggeschickt. Viele hätten außerdem sofort von einem Umbau gesprochen - auch wenn die finanziellen Mittel dafür überhaupt nicht da gewesen wären. Ingrid Güldener möchte die Bar aber möglichst erhalten.

Zufrieden mit der Nachfolgerin

Diesen Wunsch will ihr Svetlana Häke gerne erfüllen. "Ich bin hier hereingekommen und habe gesagt: Ja, gefällt mir. Ich würde nie etwas umbauen", erzählt die neue Inhaberin der Bar. Sie betreibt diese ebenfalls mit ihrem Mann. Und auch wenn Ingrid Güldener weiß, dass es früher oder später natürlich einige Veränderungen geben wird, wähnt sie ihr Lokal bei dem Paar in guten Händen.

Stammgäste müssen sich also keine Sorgen über den Führungswechsel machen: In der Kneipe wird es weiterhin Liveübertragungen der Bundesligaspiele geben und auch ihren urigen Flair hat sie keineswegs eingebüßt. Die gesamte Decke bleibt mit Fan-Schals behängt, die von Gästen mitgebracht wurden. Im Hinterzimmer hätten Ingrid Güldener noch eine ganze Kiste voller Schals stehen, die sie gar nicht mehr alle aufhängen könnten, meint sie.

Auf die Frage, was das Lokal denn auszeichne, erklärt die ehemalige Barbesitzerin: "Wir haben hier schon immer König Pilsener-Bier verkauft. Die Kneipe (und ihre Ausstattung) sind zwar alt, aber sauber und gepflegt." Die Bar ist vielen bekannt und bietet seit Jahren den gleichen Standard - Kundenpotential ist also da. Und so ganz lassen Ingrid Güldener und ihr Mann den Zapfhahn noch nicht los. Bis Ende Mai - also bis zum Ende der Bundesligasaison - helfen die beiden den neuen Besitzern samstags aus und führen sie so langsam in das Tagesgeschäft ein.

Und auch so manche technische Schwierigkeiten - wie etwa nicht funktionierende Fernseher - die ein altes Haus eben mit sich brächte, seien gemeinsam schnell gelöst.

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