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Tourismus

Wanderhütte in Geldnot

Der Finanzierungs-Krimi um die Kissinger Hütte ist noch nicht zu Ende: Derzeit ermittelt der Rhönklub Bad Kissingen, wie viel Geld für die Sanierung der Wanderhütte noch fehlt.
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Die Kissinger Hütte steht seit 1914 auf dem Feuerberg oberhalb von Langenleiten. Foto: Johannes Schlereth
Die Kissinger Hütte steht seit 1914 auf dem Feuerberg oberhalb von Langenleiten. Foto: Johannes Schlereth

Die Kissinger Hütte trotzt seit 105 Jahren Wind und Wetter auf dem Feuerberg. Gegen den Zahn der Zeit ist die urige Wandergaststätte jedoch machtlos. Deshalb muss das Gebäude umfassend saniert werden. Die Kosten für die notwendigen Arbeiten sind hoch. Laut einer Schätzung belaufen die sich auf etwa 1,4 Millionen Euro. Für den Verein allein ist das nicht zu stemmen, weshalb er unter anderem auf Unterstützung durch Spenden angewiesen ist.

"Wir sind gerade dabei herauszuarbeiten, wie viel Geld noch fehlt", teilt Karsten Scheuring, der stellvertretende Vorsitzende des Rhönklub Bad Kissingen, mit. Derzeit trage der Verein alle Kosten zusammen. "Am kommenden Montag findet diesbezüglich ein Gespräch mit Architekten und Fachleuten für die technische Ausstattung des Gebäudes statt." Erst danach lasse sich ein genauer Betrag nennen. Ein Problem sei beispielsweise die Frage in Garantiefällen bei den verschiedenen Gewerken. Bei Arbeiten an einem so alten Gebäude gäbe es laut Scheuring seitens der Handwerker keine Garantie oder Gewährleistung.

Landkreisübergreifende Kooperation

Bei der Sanierung sollen auch Leader-Fördermittel beantragt werden. Um diese zu erhalten, braucht der Verein jedoch ein gewisses Eigenkapital. Das liegt bei etwa 300 000 Euro. Um diese Summe zusammen zu kriegen, muss sich der Verein sputen. " Antragsschluss ist offiziell bei Leader Ende 2020, es ist also zeitlich noch Luft, sofern noch ausreichend Mittel zur Verfügung stehen", teilt Ursula Schneider, die Regionalmanagerin des Nachbarlandkreises mit. Im Falle der Kissinger Hütte arbeiten die beiden Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld zusammen. Denn die Wandergaststätte befindet sich auf der Gemarkung des Nachbarlandkreises, gehört jedoch einem Bad Kissinger Verein.

Wie viel Geld ausgezahlt wird, hängt zudem noch von den förderfähigen Kosten ab. Ein solches Projekt ist im Regelfall mit bis zu 200 000 Euro förderfähig. Allerdings handele es sich bei der Kissinger Hütte um einen Knotenpunkt für die Freizeitgestaltung, wie Schneider im Juni erklärte. Dadurch - und durch den angedachten Sternenparkstützpunkt mit Übernachtungsmöglichkeit auf dem Feuerberg - könnte die Fördersumme höher ausfallen.

Einige Beträge stehen bereits fest

Fest zugesichert sind dagegen bereits mehrere Beträge von Kommunen und den Landkreisen. Der Markt Burkardroth und die Gemeinde Sandberg steuern insgesamt 30 000 Euro für die Kissinger Hütte bei. Vom Markt Wildflecken erhält der Rhönklub kein Geld. Grund dafür ist unter anderem die Haushaltslage. Wie Thomas Hack, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bad Kissingen, bereits im Oktober versicherte, werde die Stadt Bad Kissingen 10 000 Euro für die Arbeiten beisteuern. Bei dem Betrag handelt es sich um den Höchstwert der städtischen Vereinsförderung.

Vom Landkreis Rhön Grabfeld sollen - sofern alle Bedingungen passen - 100.000 Euro für den Erhalt der Hütte kommen. Eine ähnlich große Summe will der Landkreis Bad Kissingen beisteuern. Unklarheit herrscht dagegen noch auf höheren Ebenen. Jürgen Metz, geschäftsführender Beamter auf dem Landratsamt Bad Kissingen, verweist auf den Stand des Monats Juni. Landrat Thomas Bold habe mit Staatsminister Franz Josef Pschierer (CSU) gesprochen, ob es im Rahmen der "Premiumoffensive Tourismus" oder anderer Programme, Fördermöglichkeiten für die Kissinger Hütte gibt. Die Gespräche würden auf verschiedenen Ebenen geführt.

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