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Natur

Wanderer auf dem Holzweg

Die Rhön ist eine Kulturlandschaft mit einem großen Wandernetz. Daraus ergeben sich manchmal verwirrende Situationen zwischen Touristen und Landwirten.
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Der Basaltweg schien durch eine Viehweide blockiert zu sein. Gesperrt war jedoch nur eine inoffizielle Abkürzung. Foto: Heike Beudert
Der Basaltweg schien durch eine Viehweide blockiert zu sein. Gesperrt war jedoch nur eine inoffizielle Abkürzung. Foto: Heike Beudert

Eine Viehweide versperrt den Basaltweg des Hochrhöners - diesen falschen Eindruck hatte jüngst ein Wanderer am Feuerberg. Es ist nur ein Trampelpfad, denn der eigentliche Wanderweg verläuft eben nicht durch die eingezäunte Weide des Langenleitner Landwirts Michael Voll.

"Der Basaltweg läuft neben der Weide entlang", sagt der Langenleitner Landwirt Michael Voll, der seine Rinderherde am Feuerberg hält. Das ist deutlich sichtbar, denn der Landwirt hat den U-förmigen Pfad für die Touristen sogar mit einem Flatterband markiert. Sperren darf er ihn nämlich nicht. Bei dem Weg, auf dem in diesem Bereich auch der Basaltweg läuft, handelt es sich laut Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung um einen Anliegerweg. "Jeder, der Grundstücke entlang des Weges hat, muss den Weg auch uneingeschränkt nutzen können", erklärt ein Mitarbeiter des Amts.

Landwirt toleriert Wanderer

Aber auch aus Haftungsgründen hat Voll den Weg nicht gesperrt. Würde sich beim Klettern über den Zaun ein Mensch verletzen, brächte das rechtliche Probleme mit sich. Wanderer dürfen auf einem Anliegerweg streng genommen eigentlich nicht unterwegs sein. Viele Anlieger würden sie jedoch tolerieren. Das gilt auch für Voll: "Wenn ich eine Weide auf dem Feuerberg aufbaue, dann bleiben die offiziellen Wege für die Wanderer frei - auch wenn es mehr Aufwand für mich bedeutet."

Bei dem scheinbar blockierten Teil des Basaltwegs, handelt es sich um einen Trampelpfad, der sich im Lauf der Zeit gebildet hat. "Zum Wanderwegenetz gehört er nicht dazu", weiß Voll. "Wenn Wanderer den offiziellen Weg laufen würden, hätten sie zehn Meter mehr Strecke." Einen großen Zeitgewinn erzielen die Wanderer mit der Abkürzung also nicht.

Wichtige Arbeit für die Artenvielfalt

Außerdem: "Das ist ein kleiner Flecken, der schnell abgegrast ist. Die Tiere sind maximal einen Tag dort", führt der Landwirt aus. Dann bringt er sie auf die nächste Weide an den Hängen des Feuerbergs. Damit leistet er einen wichtigen Teil für den Naturschutz. Denn die Rinder verhindern, dass das Land der Offenen Fernen verbuscht.

Dadurch haben sich sogar seltene Pflanzenbestände - wie etwa Arnika - erholt. Der Nebeneffekt: Die artenreichen Wiesen mit Borstgras, Wollgras und weiteren Wildkräutern tragen dazu bei, die Insektenfauna zu erhalten und verschiedenen Vogelarten Lebensräume zu bieten.

80 Tiere umfasst die Rinderherde Volls in etwa.

832 Meter ist der Feuerberg hoch.

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