Bad Kissingen
Konflikt

Wald für die Seele: Chef nimmt Förster in Schutz

Stadtförster Axel Maunz wurde für die Fällaktion kritisiert. Bernhard Zürner (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) verteidigt ihn und die Fällung
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Stadtförster Axel Maunz (links), hier auf einem Foto mit  Franz Lang vom Bund Naturschutz beim Begutachten eines Hornissennests. Foto: Peter Rauch
Stadtförster Axel Maunz (links), hier auf einem Foto mit Franz Lang vom Bund Naturschutz beim Begutachten eines Hornissennests. Foto: Peter Rauch
Der "Wald für die Seele" hat in den vergangenen Tagen für viel Zündstoff gesorgt. Die Stadt hat den Vertrag mit der Stiftung Bewusstseinswissenschaften (SBW) gekündigt, woraufhin Stiftungsgründer Joachim Galuska Oberbürgermeister Kay Blankenburg Kritikunfähigkeit sowie eine "ignorante und destruktive Haltung der Stadt vorwarf. Auch ins Visier von Galuskas Kritik rückte Stadtförster Alexander Maunz. Vor diesen stellt sich nun Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).
Darum geht es: Mitte Juni machte der Wald für die Seele Schlagzeilen, als dort 48 Bäume im Rahmen einer Verkehrssicherungsmaßnahme gefällt wurden. Während sich Stadt und Forstamt auf ihre Verkehrssicherungspflicht beriefen und von zum Teil bruchgefährdeten Bäumen sprachen, bewertete Joachim Galuska von der SBW die Aktion als "unangemessenen und überzogenen Einsatz".
Dem tritt Zürner entgegen. Zunächst sieht er die Entwicklung des "Wald für die Seele" aus Amtssicht "äußerst unerfreulich". Hier werde ein Projekt gefährdet, das hoffnungsvoll gestartet sei und "die Qualität hatte, eine Leuchtturmprojekt zu werden", so Zürner in einer Pressemitteilung. Angestoßen von der Stiftung, der Stadt, "aber auch zu wesentlichen Teilen von Axel Maunz", einem Mitarbeiter des AELF, sei eine Waldattraktion geschaffen worden, die bald viele Menschen erfreute.
Zürner: "Eine Nutzungsvereinbarung regelt auch die Verkehrspflicht", verantwortlich dafür sei die Stadt und als Dienstleister das AELF. Zürner betont, dass sich die Besucher auf ein sicheres Umfeld verlassen können müssen. "Entgegen dem in einem Zeitungsartikel zitierten Urteil des Bundesgerichtshofe, das den Waldbesitzern in normalen Wäldern von verkehrssichernden Maßnahmen weitgehend freistellt, handelt es sich beim Wald für die Seele um einen bewusst geschaffenen Besuchermagnet - dort sind sehr wohl Verkehrssicherungsmaßnahmen durchzuführen. Man stelle sich nur vor, ein Besucher wäre von einem herabfallenden morschen Ast verletzt oder gar getötet worden."
48 Bäume wurden also im Juni gefällt, was große Kritik heraufbeschwor, sowohl von Stiftungsmitgliedern als auch von Besuchern. Im Zentrum der Kritik: Stadtförster Axel Maunz. Zürner kann das nicht verstehen. Die Maßnahme sei "im Sinn der geschlossenen Nutzungsvereinbarung der Stiftung rechtzeitig angezeigt" worden. "Um ihr für eine Reaktion ausreichend Zeit zu geben, wurde der Eingriff sogar um zwei Wochen verschoben", sagt Bernhard Zürner. Danach war dann aber wegen der zahlreichen Totäste und der konkreten Gefahr "ein Einschlag nicht mehr weiter aufzuschieben".
"Das AELF Bad Neustadt und im Besonderen Axel Maunz hat somit nichts anderes getan, als seine vertraglich übernommenen Pflichten ordnungsgemäß und fachkundig nachzukommen." Maunz sei im Übrigen ein völlig untadeliger Fachmann und ausgewiesener Experte in der Hege und Pflege des Waldes. "Ein Schutz des Waldes, wie von der Stiftung Bewusstseinswissenschaften gefordert, ist somit wahrlich nicht nötig."
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