Bad Kissingen
DGB

Vortrag beim DGB Bad Kissingen: Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert

Der Rentenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke sprach auf einer Veranstaltung des Verdi Ortsvereins Sinn-Saale und des DGB Kreisverbands Bad Kissingen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Rentenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke, MdB Matthias B. Birkwald, im Burkardus-Wohnpark. Gerhard Klamet
Der Rentenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke, MdB Matthias B. Birkwald, im Burkardus-Wohnpark. Gerhard Klamet

Für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik hat der rentenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke, MdB Matthias B. Birkwald bei einer Veranstaltung plädiert, den der Verdi Ortsverein Sinn-Saale und der DGB Kreisverband Bad Kissingen im Burkardus-Wohnpark in Bad Kissingen organisiert haben. Das Motto des Abends lautete: "Rente muss für ein gutes Leben reichen."

Der Gastreferent gab den rund 30 Teilnehmern einen Überblick über die aktuelle Rentensituation und machte deutlich, warum ein rascher Kurswechsel in Sachen gesetzlicher Rente dringend nötig ist , will man eine steigende Altersarmut verhindern. So sei die Altersarmut vom Jahr 2003 bis Dezember 2018 um 117 Prozent gestiegen. In Zahlen heißt das von 257.700 auf 559.419, wie Matthias B. Birkwald sagte. 270.766 Rentnerhaushalte bezögen außerdem Wohngeld. Die Grundsicherung für 65-Jährige liege mit 796 Euro (Stand September 2018) deutlich unterhalb der Armutsrisikogrenze.

Grundsicherung sowie auch eine "Grundrente" schütze nicht vor Altersarmut. Birkwald präsentierte eine Studie der Hans Böckler Stiftung, aus der hervorging, wie überlegen beispielsweise das österreichische Modell dem deutschen sei. Es wurde kritisiert, dass generell die Armutsbekämpfung in der aktuellen Politik zu kurz käme.

Eine erneute Erhöhung des Rentenniveaus auf mindestens 50 Prozent sei eine Forderung des DGB, weiterhin sei eine Stärkung des Solidarausgleichs, das heißt eine gerechte Renten für Niedriglöhner, Alleinerziehende, Erwerbslose und Pflegende nötig, sowie ergänzend gute Betriebsrenten.

Die Einführung einer Mindestrente, die Abschaffung der Rente mit 67 und abschlagsfrei nach 40 Jahren wurden ebenso diskutiert. Der DGB werde nicht nachgeben, für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik zu kömpfen. Das Einfrieren des Rentenniveaus von 48 Prozent bis 2025 sei ein Anfang, aber noch nicht die Lösung zur Verhinderung künftiger Armutsrenten.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren